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So verbringen Sie schöne Ostern allein zu Hause

Feiertage in Zeiten von Corona  

So fühlen Sie sich an Ostern nicht allein

04.04.2021, 15:54 Uhr
Darum feiern wir Ostern

Zu Ostern gehören für viele Menschen vor allem bunte Eier und kleine Häschen. Aber warum feiern wir dieses Fest eigentlich? (Quelle: t-online.de)

Eier und Hasen: Darum feiern wir Ostern – und das bedeuten die feierlichen Tage. (Quelle: t-online.de)


Ostern ist eigentlich ein Anlass, mal wieder die Familie zu besuchen. Dieses Jahr werden viele aufgrund der Corona-Krise aber darauf verzichten und das Fest allein verbringen. Wie können sie sich dennoch ein paar schöne Tage machen?

Viele sind es gewohnt, das Osterfest im Kreise der Familie zu feiern. Dieses Jahr ist das aufgrund des Coronavirus nur im engsten Familienkreis möglich. Viele Menschen werden das Fest dieses Jahr auch ganz allein verbringen müssen.

Ein einzelnes, aber kein einsames Ostern

"Wer darüber traurig oder sogar wütend ist, der darf sich das auch zugestehen", sagt Diplom-Psychologin Ulrike Scheuermann. Es sei wichtig, sich wegen solcher Gefühle nicht zu schämen oder sich vielleicht sogar noch zusätzlichen Stress zu machen. "Sie sind weder überempfindlich noch hysterisch, wenn Sie unter der Situation leiden. Es zeigt vielmehr, wie wichtig Ihnen das Zusammensein mit Ihren Liebsten ist." Man müsse den momentanen Zustand aber auch akzeptieren und sich in den gegebenen Bedingungen einrichten, anstatt damit zu hadern. "Es gilt nach neuen Wegen zu suchen, wie Ostern zwar möglicherweise einzeln, aber dennoch nicht einsam stattfinden kann."

Eine Möglichkeit sei es zum Beispiel, an den Ostertagen viel mit den Menschen zu telefonieren, die man eigentlich treffen würde. "Beziehungen kann man auch ohne direkten Kontakt vertiefen", sagt Scheuermann. In Telefonaten können Sie sich zum Beispiel über gemeinsame Erlebnisse austauschen. "Sagen Sie ruhig, dass Sie die anderen vermissen und wie wichtig sie Ihnen sind. Das stärkt Ihre Beziehungen – es tut immer gut, sich zu sagen, dass man sich liebt, schätzt und sehr gerne hat."

Videotelefonie nutzen und seinen Hobbys nachgehen

Sie können aber zum Beispiel auch per Videotelefonie gemeinsam zu Abend essen. Verabreden Sie sich mit Freunden oder Verwandten für eine bestimmte Uhrzeit und bereiten Sie zu dieser Ihr Essen vor. Essen Sie gemeinsam und unterhalten Sie sich als würden Sie sich gegenüber sitzen. Alternativ können Sie auch Spiele per Videocall miteinander spielen – denken Sie sich zum Beispiel Quizfragen aus, die Sie sich gegenseitig stellen oder spielen Sie online ein Computerspiel gemeinsam. Ältere Menschen, die den Umgang mit Skype, Zoom oder Facetime nicht gewohnt sind, können sich Hilfe bei ihren Enkeln, aber zum Beispiel auch über Angebote wie die telefonische Smartphone-Sprechstunde der Caritas holen.


Wer Bedenken hat, er könnte sich an den Ostertagen einsam fühlen, plant am besten schon einmal vor, was er wann machen möchte. Nutzen Sie die freien Tage für eigene Hobbys oder machen Sie sich einen schönen Wellnesstag. Schauen Sie, wann ein Film im Fernsehen läuft, den Sie sehen wollen. Man könne die Zeit auch einfach zum Basteln und Backen nutzen, schlägt Ulrike Scheuermann vor. "Wenn Sie allein leben, schenken Sie den Osterzopf Ihrer Nachbarin oder hängen Sie die Ostereier im Hof auf. Oder verschicken Sie Briefe und Pakete, mit besonders viel Liebe und Mühe zusammengestellt."

Gottesdienste im Internet schauen

Für viele gläubige Menschen fällt dieses Ostern zudem der Kirchenbesuch weg. Denn Gottesdienste können nur eingeschränkt gefeiert werden. Die Gemeinden werden vor Ort je nach Lage entscheiden, auch in Abhängigkeit von den Fallzahlen. In ganz Deutschland bemühen sich die Bistümer und Gemeinden aber um Alternativen für das Osterfest. Viele Gottesdienste werden im Internet gestreamt, sodass Interessierte von zu Hause aus teilnehmen können.

Papst Franziskus wird eine Messe zur Osternacht schon um 19.30 Uhr am Samstagabend im Petersdom feiern. Am Ostersonntag hält er dort um 10 Uhr die Ostermesse. Anschließend erteilt er den Segen "Urbi et orbi". Das wird im Fernsehen und im Internet übertragen und kann etwa auf dem Youtube-Kanal, der Facebookseite und der Homepage von vaticannews.va verfolgt werden.

"Niemand ist gern allein, vor allem nicht an einem Fest wie Ostern", sagt Matthias Kopp von der Deutschen Bischofskonferenz. Auch wenn den meisten von uns körperliche Nähe fehle, müssten wir auf andere Kontaktmöglichkeiten zurückgreifen. Er schlägt vor, einen Brief oder eine Karte zu schreiben, ein Videotelefonat mit den Eltern, den Geschwistern oder Freunden. "Liebevolle Zeilen zu lesen, zusammen spazieren zu gehen oder sich zumindest über das Internet oder Mobiltelefon zu sehen, zu sprechen und gemeinsam zu beten, kann uns und unseren Nächsten Kraft, Mut und Hoffnung schenken."

Auch Psychologe und Notfallsanitäter Alexander Stötefalke rät gegen die Einsamkeit, gezielt mit Menschen in Kontakt zu treten. "Das einzige Mittel gegen fehlende soziale Kontakte ist, genau diese Kontakte aufbauen", sagt der Koordinator für die Psychosoziale Notfallversorgung der Johanniter in Niedersachsen/Bremen. "Durchstöbern Sie Ihr Telefonbuch. Fragen Sie sich, mit welchen Verwandten oder Freunden Sie länger nicht gesprochen haben oder auch, von wem Sie gerne wissen möchten, wie es ihm oder ihr gerade geht." Als Alternative schlägt er vor, sich im Internet in Foren an Diskussionen über Themen zu beteiligen, die einen interessieren. "Ich kenne Menschen, die seit Jahren übers Internet Brieffreundschaften zu ganz spezifischen Fachthemen führen."

Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222
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Das Problem nicht noch künstlich verstärken

Allerdings könne Einsamkeit nicht nur dann entstehen, wenn jemand keine sozialen Kontakte hat. Sie trete auch auf, wenn die bestehenden sozialen Kontakte nicht erfüllend sind. "Das Bindungsbedürfnis, das durch soziale Kontakte befriedigt wird, ist dann befriedigt, wenn wir uns in die Gemeinschaft eingebunden fühlen, wenn wir den Eindruck haben, wir tragen wesentlich zu ihr bei", sagt Stötefalke. "Es geht also nicht nur darum, dass wir Leute kennen und mit ihnen reden. Wichtig ist das Gefühl, dass die eigene Präsenz in diesen sozialen Beziehungen wichtig ist."

Im Hinblick auf die Corona-Krise sagt der Notfallsanitäter: "Wir müssen darauf achten, dass wir das Problem, das wir derzeit haben, nicht noch künstlich verstärken." Wir hätten schließlich noch immer die Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu treten. "Das einzige, dass sich durch das Virus gerade ändert, ist, dass wir einige Formen des persönlichen Kontaktes nicht zur Verfügung haben – also etwa das direkte Gespräch, das Händeschütteln, die Umarmung, den persönlichen Besuch. Das fällt gerade weg, aber alles andere ist ja noch da." Schwierig werde es allerdings für die Menschen, die ihren Bedarf an sozialen Kontakten bisher nur knapp decken konnten – sei es über das Gespräch mit den Kollegen, dem freundlichen Plausch mit der Verkäuferin im Laden oder ähnliches. "Sie haben jetzt ein richtiges Problem."

Engagieren Sie sich in Ihrem eigenen Umfeld

Und da liege es auch an jedem einzelnen, sich um seine Mitmenschen zu kümmern und zu fragen: Was brauchst du? "Wenn mir dieser Mensch sagt: Ich brauche einen Spaziergang. Dann setzen wir beide einen Mundschutz auf, nehmen zwei Meter Abstand und gehen mal eine Stunde spazieren. Das geben die Regeln derzeit her. Oder er mag gemeinsam über Netflix einen Film angucken und sich am Telefon darüber austauschen", sagt Stötefalke. Man könne auch für andere Einkäufe übernehmen. "Jeder sollte schauen, wie er sich sozial einbringen und im eigenen sozialen Umfeld Verantwortung übernehmen kann." Das gelte übrigens auch jenseits von Coronazeiten.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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