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Die Stars unter den Premium-Whiskys

Die Stars unter den Premium-Whiskys

04.12.2014, 10:41 Uhr | Frank Lansky - wanted.de

Die Stars unter den Premium-Whiskys. Der Glenmorangie Pride 1978 (Quelle: Hersteller)

Der Glenmorangie Pride 1978 (Quelle: Hersteller)

Unglaublich, aber wahr: Die Premium-Welle bei Whiskys hat erneut Fahrt aufgenommen. Nach der Interwhisky in Frankfurt gelangen nun edle Brände in den Markt - wenn sie nicht sofort ausverkauft sind. wanted.de hat sich einige der interessantesten Sondereditionen genauer angeschaut.

Schöne, neue Luxus-Welt: Die Destillen gehen mit Super-Editionen in den Markt. Schottischer Single Malt bleibt der Ring Leader, die Japaner holen mächtig auf, auch Bourbon zieht mit teuren Premium-Abfüllungen nach. Die Genießer kaufen, der Andrang auf der Interwhisky im Palais Thurn und Taxis war enorm.

Kaufrausch bei Whisky

Der Veranstaltungsort der Interwhisky nahe dem Finanzdistrikt und unweit des neuen Glaspalasts der Europäischen Zentralbank am Main hat symbolische Bedeutung: Denn es ist auch die EZB, die mit ihrer Geldflutung dafür sorgt, dass der Absatz von Whisky prächtig boomt. Wer Geld auf dem Konto parkt, sieht sich bald mit Strafzinsen konfrontiert – da bietet sich doch der Konsum oder flüssiges Gold als Anlage-Alternative an. "Investieren Sie besser in Whisky, bevor Ihr Geld im Zuge der Niedrigzinspolitik der EZB auf dem Konto verdunstet", rät Christian H. Rosenberg, der Veranstalter der größten Whiskymesse in Europa, im Gespräch mit wanted.de.

Tatsächlich sind verstärkt Flaschen mit einem Preisschild von mehreren hundert oder gar 1000 Euro wie der 40jährige Highland Park im Angebot. Preisgekrönte Whiskys wie der Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 sind umgehend ausverkauft. Die Neuauflage "Kildalton" von Ardbeg etwa war knapp zwei Wochen nach der Vorstellung vergriffen. Es geht noch schneller: Seltene Editionen von Direktorenfässern sind innerhalb von zwei Stunden ausverkauft, wie wir aus dem Markt hören.

Und wie schmecken diese Super-Brände? Das kommt darauf an: Natürlich sind diese Sondereditionen voll und rund und nicht mit kratzigen Abfüllungen aus dem Supermarkt zu vergleichen. Sie hinterlassen auch keinen brummenden Kopf. Wer aber gerne scharf isst, oder sich ab und an eine Zigarre gönnt, der hat wohl seine Geschmacksknospen schon überstrapaziert und wird die feinen Nuancen in der höchsten Aroma-Liga kaum herausschmecken. Feine Brände sind auch schon unter 100 Euro zu erhalten. Dennoch konzentrieren wir uns hier auf die Premium-Editionen über der willkürlich gezogenen Grenze von 100 Euro. >>

Immerhin sind die ein feines Geschenk und ein prima Schmuck für Ihre Hausbar – Mann gönnt sich ja sonst nichts… In alphabetischer Order haben wir eine kleine Auswahl von Whiskys erstellt, bei denen sich das Probieren und Investieren lohnen dürfte.

Ardbeg Kildalton: Der Whisky wurde uns auf der Interwhisky vorab exklusiv ausgeschenkt. Der Verkaufsstart in Deutschland, Schweden und Großbritannien ist der heutige Montag, 24. November – unsere Gesprächspartner erwarten, dass der nur online verkaufte Whisky spätestens am Mittwoch nicht mehr zu haben ist. Der Geschmack ist typisch Ardbeg: - Kohle, Anis, Pfefferminze, Espresso-Kaffee. Der Whisky ist benannt nach dem Kildalton Cross, einem 1200 Jahre altem Wahrzeichen der Insel Islay, ein Teil des Verkaufserlöses fließt in ein Museum. Die Flasche kostet 150 Euro.

Dalmore 25 Jahre: Ende 2013 lanciert, ein Jahr später in Deutschland fast ausverkauft. Doch keine Bange, ab Januar werden 33 neue Flaschen für die Bundesrepublik bereitgestellt. Master Distiller Richard Paterson erklärte uns in der Lounge der Destille die Besonderheiten: Der Whisky wird im Triple Wood Finish hergestellt. Erst wird er in Ex-Bourbon-Fässern gereift, dann in Palomino Fino Sherry Butts und abschließend in Tawny Port Pipes.Die Flasche kostet rund 600 Euro.

Girvan Patent Still 25 Years Old: Dieser Whisky wird erst seit Mitte November 2014 in Deutschland verkauft. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er kein Single Malt ist –  sondern ein Single Grain. Grain Whisky wird aus Weizen, ungemälzter Gerste und anderen Getreiden, etwa Roggen und Mais gebrannt. Süß und weich, den wird Ihre Lady auch mögen. Die Flasche kostet 299 Euro.

Glenfiddich 26 Years Old Excellence: Auf das Alter deutet schon der satte Goldton hin, in der Nase melden sich zunächst florale Noten an, im Geschmack kommen Gewürze und Vanille zu Wort. In Deutschland auf 200 Flaschen limitiert, die erste Charge aus dem Oktober ist schon ausverkauft – doch ab Januar soll es Nachschub geben. Der Preis: 429 Euro je Flasche.

Glenmorangie Pride 1978: Nicht auf der Messe vertreten, aber dennoch unbedingt ein Teil unserer Premium-Liste. Dieser Whisky lässt ein wenig auf sich warten, er wird wohl frühestens Anfang 2015 eintreffen. Dieses Super-Premium-Produkt wird weltweit nur 700mal abgefüllt, der Preis liegt bei 4500 Euro je Flasche. Für die Abfüllung standen nur fünf Fässer zur Verfügung: Der Pride 1978 wurde aus 19jährigem Glenmorangie komponiert, der zusätzlich nochmals 15 Jahre in französischen Premier Grand Cru Claret-Fässern nachgereift wurde. >>

Highland Park 40 Jahre: Nicht neu, aber noch immer ein Flaggschiff, das die Fans begeistert. Ein Probeglas des Ringleaders bei Highland Park kostete auf der Interwhisky 40 Euro. Wenn es die ganze Flasche sein soll, dann müssen Sie dafür mindestens 1347 Euro hinlegen, wir haben inzwischen schon Flaschen für 1700 Euro gesehen. Wie es sich gehört, wird eine dekorative Holzbox mitgeliefert, im Geheimfach liegt ein ledergebundenes Buch über die Destille und den Whisky.

Jim Beam Distiller’s Masterpiece: Bourbon reift wegen der hohen Temperaturen in den Südstaaten und wegen der frischen Weißeichenfässer schnell heran und bleibt normalerweise nur rund fünf bis sechs Jahre im Fass. Hier sind es zehn, dann folgt der Sherry-Ausbau. Der Brand bringt kräftige 50 Prozent Alkohol in die Flasche und Eiche plus Zitrusnoten ins Glas. Für die Flasche müssen Sie rund 400 Euro einplanen.

Jura Tastival: Eine sehr interessante Komposition aus süßen Geschmacksnoten und leichten torfigen Einschlägen. No Age Statement, aber das Alter der Brände dürfte zwischen 18 und 27 Jahre liegen, wie uns Insider geflüstert haben. Die Flasche kostet 99 Euro. Jura ist eine Insel der Innneren Hebriden nördlich von Islay - der Whisky wurde zum Jura Music Festival kreiert.

Laphroaig Vintage 23 Jahre/1991: Eine feine Vermählung von Früchten, mit Sherry, Torfrauch und etwas Salz. Auftakt einer Serie limitierter Abfüllungen. Der üblicherweise sehr medizinische Laphroaig wurde in Refill-Hogheads und Sherry-Casks ausgebaut und dadurch gezähmt. Abgefüllt in Fassstärke von 52 Prozent. Die Flasche kostet rund 270 Euro. Offensichtlich ist auch hier die Nachfrage hoch, denn John Campbell, der Master Distiller der Islay-Brennerei, war auf der Empore der Interwhisky im Schottenrock bester Dinge.

Octomore Islay Barley 6.3: Gestatten, der härteste Whisky der Welt. Der Kult-Drink kostet rund 180 die Flasche – wenn Sie noch eine ergattern. Der im Oktober neu vorgestellte "Laddie" bringt sagenhafte 258 ppm (parts per million) Phenol ins Glas. Zum Vergleich: Die schwarze Geschwister-Version Scottish Barley kommt "nur" auf 167 ppm.

Fazit: Die Whiskys werden süßer und teurer - und vermehrt ohne Altersangabe angeboten, die Hersteller vermählen alte Fässer in Sondereditionen mit jüngeren Bränden. Zum besten deutschen Whisky wurde in einem Tasting übrigens der Finch Schwäbischer Highland Whisky, 6 Jahre, gekürt, bester internationaler Whisky wurde der Balvenie Single Barrel Range 2014. Bilder sehen Sie in unserer Fotoshow.

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