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Altkleider-Abzocke: Diese Container sollten Sie unbedingt meiden

Aussortierte Kleidung  

Altkleider-Abzocke: Welche Container Sie meiden sollten

04.09.2020, 20:45 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, cch, t-online

Altkleider-Abzocke: Diese Container sollten Sie unbedingt meiden. Altkleidercontainer: Seriöse Sammelstellen für Altkleidung sind unter anderem an bestimmten Labeln zu erkennen. (Symbolbild) (Quelle: imago/Thomas Lebie)

Altkleidercontainer: Seriöse Sammelstellen für Altkleidung sind unter anderem an bestimmten Labeln zu erkennen. (Symbolbild) (Quelle: Thomas Lebie/imago)

Die aussortierte Kleidung in Tüten stopfen und in den erstbesten Altkleider-Container werfen? Besser nicht. Wer mit seiner Spende Bedürftigen helfen möchte, sollte bei der Entsorgung genau hinsehen.

Etwa 1,3 Millionen Tonnen Textilien (aktuellste Zahlen von 2018) werden nach Angaben des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) jedes Jahr in Deutschland aussortiert. Oftmals landen die Altkleider in Sammel-Containern. Aber viele Sammelstellen sind unseriös: Die Händler verkaufen die Textilien und stecken das Geld in die eigene Tasche.

Wie können Verbraucher seriöse Entsorgungsstationen erkennen? Um sicher zu gehen, dass die Klamotten Bedürftigen zukommen, sollten sie zunächst einmal Abstand von Containern nehmen, auf denen weder Name noch Adresse des Sammlers zu finden sind.

Vorsicht bei Sammelbehältern vor der Tür

Ist nur eine Telefonnummer angegeben, kann ein kurzer Anruf Klarheit schaffen. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt, dass die Nummern oft gar nicht vergeben sind oder Anrufer dort nur eine Mailbox erreichen. Dann sollte man die Container besser nicht nutzen. Skepsis ist auch geboten, wenn plötzlich Sammelbehälter vor der Tür stehen, die mit besonders emotionalen Spendenaufrufen beworben werden.

Laut dem Umweltbundesamt (UBA) sind Altkleider-Sammlungen, bei denen Körbe auf die Straße gestellt werden oder die per Flyer auf sich aufmerksam machen, meist illegal. Das gilt auch, wenn keine nachprüfbaren Angaben über den Sammler bekannt sind.

Informieren Sie sich am besten über die Organisation, an die Sie Ihre Kleidung spenden wollen. Schauen Sie im Internet nach, wie sie die Kleider verwertet und wofür Gewinne eingesetzt werden. Seriöse Anbieter machen hierzu Angaben.

Diese drei Sammelstellen sind seriös

Als seriös und sicher stuft die Verbraucherzentrale Sammlungen mit einem der folgenden drei Siegel ein:

Siegel/LabelNameLeitlinien
Label von FairWertungFairWertung ist ein Dachverband von rund 130 gemeinnützigen Organisationen. Diese haben sich dazu verpflichtet, sozial- und umweltverträgliche Standards einzuhalten. Dazu zählt beispielsweise, dass die Organisation gemeinnützig ist und mit ihrer Arbeit keine eigenwirtschaftlichen Ziele verfolgt, dass Erträge aus dem Verkauf unmittelbar und mittelbar sozialen, diakonischen oder karitativen Zwecken zugeführt werden und dass wahrheitsgemäße Angaben über Zweck und Verwendung der Kleidersammlung gemacht werden.

Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI)Das DZI-Spenden-Siegel belegt, dass eine Organisation mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht. Organisationen, die dieses Siegel tragen, haben sich dazu verpflichtet, transparent zu arbeiten, sparsam zu wirtschaften und sachlich und wahrhaftig zu informieren. Es gibt entsprechende Kontroll- und Aufsichtsstrukturen.
bvse-Qualitätssiegel Alttextilsammlung vom Bundes­verband Sekundär­rohstoffe und EntsorgungDie Mitgliedsunternehmen haben sich dazu verpflichtet, für Transparenz bei der Sammlung, nachvollziehbare Verwertungswege und den Schutz der Umwelt zu sorgen. Die abgegebenen Kleidungsstücke werden so weit wie möglich als Second-Hand-Kleidung wiederverwendet. Kleidung, die nicht mehr tragbar ist, wird den Angaben zufolge hochwertig verwertet. Unternehmen, die das Siegel tragen, werden regelmäßig von einem externen und unabhängigen Sachverständigen überprüft.

Das jeweilige Symbol befindet sich auf den Kleider-Containern oder auf der Homepage der zugehörigen Organisation. Aber auch wenn das Symbol der örtlichen Abfallbehörde auf dem Container zu finden ist, können Sie Ihre Kleidung guten Gewissens hineinwerfen.

Altkleider-Container: Das darf rein

Wer weiß, wo er einen kommunalen oder karitativ-gemeinnützigen Altkleider-Container findet, kann seine Tüten packen. Doch nicht alles ist für die Entsorgung geeignet. So betont FairWertung, dass nur gut erhaltene, saubere und verpackte Textilien in die Sammlung gegeben werden dürfen.

Erlaubt sind neben normaler Bekleidung auch

  • Handtücher,
  • Mützen und Schals,
  • Bett- und Tischwäsche,
  • Decken und Kissen,
  • Gardinen,
  • Gürtel,
  • Taschen
  • und sogar Plüschtiere.

Schuhe sollte man immer zusammenbinden. Oft findet sich neben dem Altkleider-Container sogar ein separater Behälter für Schuhe. Wichtig ist, dass die Textilien nicht lose in den Sammelbehälter geworfen werden, sondern in Tüten verpackt sind.

Getragene Unterwäsche, löchrige Socken und zerschlissene Kleidung hingegen sind für eine Wiederverwertung ebenso wenig geeignet wie nasse oder verschmutzte Textilien. Auch deutlich abgetragene Schuhe, einzelne Schuhe oder Gummistiefel haben in den Sammelboxen nichts zu suchen. In diesen Fällen ist die Restmülltonne die richtige Wahl.

Wenn Container überfüllt sind, sollten Sie Ihre ausgemusterte Kleidung wieder mit nach Hause nehmen und zu einem späteren Zeitpunkt einwerfen. Stellen Sie keine Kleidersäcke neben die Container. "Sonst verschmutzen die Altkleider, werden nass und sind in der Konsequenz für eine weitere Verwendung unbrauchbar. Danach können sie nur noch in die Verbrennung gegeben werden", erklärt der bvse.

Was passiert mit den Altkleidern?

 (Quelle: bvse) (Quelle: bvse)

Und was passiert mit den Alttextilien? Ein Teil der Stücke wird für soziale Zwecke eingesetzt. Da die gesammelte Kleidung den Bedarf vor Ort allerdings häufig übersteigt, werden die Überschüsse an gewerbliche Textilverwerter im In- und Ausland verkauft. Mit dem Erlös werden soziale Projekte unterstützt.

Textilien minderer Qualität dienen zur Herstellung von Putzlappen und Recyclingmaterial. Der Rest kommt in die Abfallentsorgung.

Alternativen zum Container: Flohmarkt, Kleiderkammer und Co.

Neben Containern bieten auch Flohmärkte, Tauschbörsen, Online-Plattformen (ebay Kleinanzeigen, Kleiderkreisel und ähnliche) und Secondhandläden Möglichkeiten, um aussortierte, aber noch brauchbare Kleidung weiterzugeben. Kirchliche Organisationen betreiben zudem häufig sogenannte Kleiderkammern. Dort können sich Bedürftige kostenlos oder gegen ein geringes Entgelt mit Kleidung ausstatten. Auch in Sozialkaufhäusern können Kleiderspenden abgegeben werden oder in Läden von Oxfam. Bei letzteren werden die Erlöse in die entwicklungspolitische Arbeit der Organisation gesteckt. Eine weitere Möglichkeit ist, aussortierte Kleidung kostenlos im Paket an die Deutsche Kleiderstiftung zu senden.

Darüber hinaus nehmen auch manche Bekleidungsgeschäfte wie etwa H&M, Monki oder & Other Stories alte Kleidung an – auch kaputte. Von den dort abgegebenen Kleidungsstücken wird ein Teil als Second-Hand-Ware verkauft. Ein anderer Teil wird für Upcycling verwendet, aus den Textilien werden etwa Putzlappen hergestellt oder sie werden als Dämmstoff in der Autoindustrie weiterverwendet. Ein weiterer Teil wird für die Energiegewinnung genutzt.

Damit sich gar nicht erst große Mengen an Altkleidern ansammeln, rät die Verbraucherzentrale, beim Kleiderkauf auf Qualität zu setzen. Das schone nicht nur die Umwelt, sondern spare langfristig auch Geld.

Verwendete Quellen:
  • Verbraucherzentrale Hamburg
  • FairWertung
  • Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen
  • Bundesverband Sekundär­rohstoffe und Entsorgung
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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