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Warum Sie auf Duschgel und Seife verzichten können

Waschen nur mit Wasser  

Experte: Warum Sie auf Duschgel und Seife verzichten können

22.01.2020, 16:47 Uhr | akl, t-online.de, az, loe

Warum Sie auf Duschgel und Seife verzichten können. Duschritual: Richtig sauber wird die Haut auch ohne Seife. Bei den Haaren sollten Sie jedoch einiges beachten. (Quelle: Getty Images/vadimguzhva)

Duschritual: Richtig sauber wird die Haut auch ohne Seife. Bei den Haaren sollten Sie jedoch einiges beachten. (Quelle: vadimguzhva/Getty Images)

Der Verzicht auf Duschgel und Shampoo ist im Kommen. Schaden die Reinigungshelfer der Haut oder sind sie wirklich nötig? Ein Hygieneexperte gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die Regale in den Drogerien und Parfümerien quellen über an Duschgel, -schaum und -milch. Auch die unterschiedlichsten Shampoos für glatte, trockene oder brüchige Haare machen uns die Entscheidung schwer. Nicht selten nutzen wir mehrere Produkte für die Duschpflege.

Doch der Trend "weniger ist mehr" macht sich auch langsam unter dem Wasserstrahl breit. Wie wichtig ist denn nun ein reinigendes Duschgel oder Shampoo wirklich? Oder werden wir auch ohne den duftenden Schaum sauber?

Längere Duschintervalle sind ein Anfang 

"Sauber wird man auch mit Wasser", sagt Dr. Ernst Tabori, Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg (BZH). "Je weniger man an die Haut lässt, desto weniger wird sie in ihrer natürlichen Funktion gestört." Krank werde man durch den Verzicht von Duschgel und Shampoo nicht. Wer nicht viel schwitzt und nicht schmutzig ist, komme auch ohne Reinigungshilfe aus. Generell rät Tabori, die Duschintervalle etwas auszudehnen. Alle zwei bis drei Tage zu duschen, reiche völlig aus. Sich öfter zu reinigen, sei aus hygienischer Sicht nicht nötig.

Jedes Duschen greift die Haut an

Jedes Duschen und Einseifen greift den Schutzmantel der Haut an. Eine Dusche entfernt zwar den Schmutz, aber auch Fette und Talg. Das stört die natürlichen Hautkeime, die für das Gleichgewicht und den Schutz der Haut wichtig sind. Der beste Schutz vor Krankheitserregern sei eine intakte Haut, so Tabori. Was man sich bewusst machen sollte: Die morgendliche Dusche ist eine Erfindung der Kosmetikindustrie. Vor einigen Jahrzehnten noch haben sich die Menschen nur sonntags gebadet.

Eine klare Ausnahme ist laut Tabori jedoch das Händewaschen: "Das Waschen der Hände ist das beste, was man im Kampf gegen Infektionen tun kann und da ist Seife ein absolutes Muss." 30 Sekunden sollte man seine Hände gründlich einseifen und dann gut abwaschen. Dabei sei es egal, ob das Wasser warm oder kalt ist.

Shampoo- und Duschgelauswahl: Für jeden Haut- und Haartyp gibt es mehrere Pflegeprodukte. Achten Sie beim Kauf auf gute Inhaltsstoffe und einen neutralen ph-Wert. (Quelle: Getty Images/kasto80)Shampoo- und Duschgelauswahl: Für jeden Haut- und Haartyp gibt es mehrere Pflegeprodukte. Achten Sie beim Kauf auf gute Inhaltsstoffe und einen neutralen ph-Wert. (Quelle: kasto80/Getty Images)

Der Intimbereich braucht kein Duschgel

Wer auf Reinigungsmittel für die Haut verzichte, minimiere sein Risiko für Allergien und trockene, juckende Haut, weiß der Experte. Zudem kommt unsere schützende Hülle dann nicht mit schädlichen Inhaltsstoffen in Berührung.

Dazu zählen unter anderem:

  • Mikroplastik
  • Aluminiumsalze
  • Mineralöle
  • Weichmacher
  • Parabene

Auch der Intimbereich und die Achseln können mit Wasser problemlos gereinigt werden. Krankheiten oder Infektionen drohen keine, wie Tabori erklärt. Allerdings könnten in der Übergangszeit Gerüche entstehen, die wir als unangenehm empfinden. Das sei jedoch von Person zu Person unterschiedlich. Jeder müsse selbst entscheiden, ob er sich dann wohlfühlt oder nicht.

Erfahrungsberichten im Internet zufolge pendeln sich Haut und Haare jedoch schon nach wenigen Wochen ohne Kosmetik ein – die Talgproduktion normalisiert sich, Probleme wie Schuppen, Juckreiz und Allergien sollen verschwinden und das Haar schöner, glänzender und voller werden.

Bei fettigen Haaren reicht Wasser nicht immer

Etwas skeptischer ist der Experte bei dem Verzicht auf Shampoos. "Es muss klar sein, dass fettige Partikel nicht wasserlöslich sind und Wasser allein die Haare nicht von Fett befreien kann." Frische und lockere Haare bekomme man durch die Reinigung mit Wasser nicht. Allerdings seien fettige Haare gesundheitlich nicht bedenklich, im Gegenteil: Das Fett schütze Haare und Haarwurzel. Die Frage sei eher, ob man das möchte, da in der heutigen Zeit strähnige Haare als ungepflegt gelten, so Tabori.

Haare waschen: Um Fett und Talg aus den Haaren zu entfernen, reicht Wasser allein nicht aus. (Quelle: Getty Images/ esp2k)Haare waschen: Um Fett und Talg aus den Haaren zu entfernen, reicht Wasser allein nicht aus. (Quelle: esp2k/Getty Images)

Düfte und Farben irritieren die Haut

Der Hygieniker empfiehlt für Haut und Haare, zu einem sehr milden, seifenfreien Produkt mit einem pH-Wert von 5,5 bis 7 zu greifen. Das irritiere den Säureschutzmantel der Haut am wenigsten. Besonders für Betroffene, die unter Hautproblemen und Allergien leiden, gilt: Weniger ist mehr. Das betrifft auch die verwendete Produktmenge und die Einwirkzeit.

"Es ist wichtig, auf das zu verzichten, was die Haut reizt", rät Tabori. Von starken Düften und bunten Farben rät er grundsätzlich ab. "Diese Produkte enthalten meist eine Mischung aus Inhaltsstoffen, die der Haut mehr schadet als nutzt."

Vorsicht bei Silikonen in herkömmlichen Shampoos

Wer zu Duschgel und Shampoo greift, sollte zudem darauf achten, dass er die Produkte auch für die dafür vorgesehenen Körperbereiche benutzt. Ein Shampoo sei nicht für den Körper geeignet, da es auf die Bedürfnisse der Haare optimiert wurde, erklärt Tabori. So könne ein Repair-Shampoo beispielsweise Silikone enthalten, die sich wie eine Art Lack über die Haut legen und diese reizen. Generell sei der Einsatz von Silikonen kritisch zu hinterfragen, so der Experte.

Silikone legen sich wie ein Plastikfilm um das Haar und verhindern langfristig die Aufnahme von pflegenden Substanzen. Dadurch wird das Haar auf Dauer trocken und schwer. Außerdem können Silikone im Abwasser die Umwelt belasten. Andere Chemikalien in herkömmlichen Shampoos, wie etwa Weichmacher, Duft- oder Farbstoffe, können hormonell wirken oder gar krebserregend sein.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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