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Die neue Jeans nicht gleich auf nackter Haut tragen

Fieser Ausschlag droht  

Die neue Jeans nicht gleich auf nackter Haut tragen

06.04.2016, 12:44 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Die neue Jeans nicht gleich auf nackter Haut tragen. Die neue Jeans: Erst waschen - dann anziehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die neue Jeans: Erst waschen - dann anziehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Morgens kaufen, abends tragen? Besser nicht. Denn die Kleidungsstücke, die auf den Bügeln in Kaufhäusern hängen, sind oft alles andere als hautfreundlich. Ein Experte erklärt, warum das Waschen vor dem ersten Tragen so wichtig ist und warum man vor dem Kauf an der Kleidung riechen sollte.

Intensive Farben, knitterfreie Stoffe und ein angenehmes Hautgefühl sind das Ergebnis verschiedener Färbe- und Herstellungstechniken. Oftmals kommen dabei eine Menge verschiedener Textil-Chemikalien zum Einsatz, die für die Haut alles andere als unproblematisch sind.

Keine Informationen zu Färbemitteln auf dem Etikett

Wie sich der Chemie-Cocktail zusammensetzt, ist für den Verbraucher allerdings nicht ersichtlich. Auf dem eingenähten Etikett finden sich lediglich Informationen über die verwendeten Textilien, nicht aber über Färbemittel, Bleich- und Imprägniermittel oder eingesetzte Weichmacher, etwa für Aufdrucke. Laut dem Umweltbundesamt (UBA) lassen sich kritische Rückstände immer wieder auch in der fertigen Kleidung nachweisen. Doch keiner weiß, was genau auf der eigenen Haut landet. Welche Folgen hat das für die Gesundheit?

Textilkontrollen sind lückenhaft

"Die Wahrscheinlichkeit, dass der Verbraucher mit gefährlichen Chemikalien in Berührung kommt, ist relativ gering. Ganz ausschließen lässt es sich aber nicht", sagt Dirk Petersen, Umwelt- und Produktberater von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH). "Im Textilbereich gibt es keine festen Kontrollverfahren. Zwar gibt es festgelegte Grenzwerte für Chemikalien und Schadstoffe, die nicht überschritten werden dürfen, aber diese werden nur stichprobenartig überprüft. Da fehlt bisher die Systematik."

Kleidung vor dem ersten Tragen waschen

Die Verbraucherschützer raten daher, die Wäsche vor dem ersten Tragen sicherheitshalber immer zu waschen. "Dadurch wird ein Großteil der löslichen Rückstände entfernt. Bleiben sie hingegen im Stoff, reagieren besonders Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut häufig mit Unverträglichkeiten", weiß Petersen.

Juckender Ausschlag von neuer Jeans

Auch Katja musste diese Erfahrung machen. Die 33-Jährige hatte eine neue Jeans gekauft und wollte sie abends gleich anziehen. "Ich hatte nicht mehr die Zeit, die Hose zu waschen und habe sie für die Party so angezogen. Zuerst war das auch kein Problem. Doch im Laufe des Abends fingen meine Beine fürchterlich an zu jucken", erinnert sie sich.

Sie hält es nicht mehr aus und verlässt die Feier früher. Zu Hause sieht sie das Ergebnis: "Meine Beine waren richtig blau. Die Hose hatte total abgefärbt. Außerdem waren meine Beine mit roten Stellen und kleinen Pickeln übersät." Aus dieser Erfahrung hat sie gelernt. "Seitdem kommt neue Kleidung bei mir erst nach dem Waschen auf die Haut."

Vorsicht bei dem Hinweis "kann abfärben"

"Wer aufmerksam einkauft, kann kritische Stoffe in vielen Fällen umgehen", rät Petersen. "Enthält eine Hose etwa den Hinweis, dass sie abfärben kann oder separat gewaschen werden sollte, kann man sicher sein, dass da jede Menge löslicher Substanzen enthalten sind – die eben auch hautreizend wirken können." Vor allem bei enganliegender Kleidung steigt das Risiko, dass die Haut abwehrend reagiert. Denn dann kommen Reibung, Schweiß und die Substanzen zusammen.

Immer auch mit der Nase einkaufen

Fühlen sich Stoffe beim Anfassen unangenehm an oder riechen sie streng nach Chemie, macht man besser einen Bogen um sie. "Mit der Nase einzukaufen ist ein wichtiger Tipp. Je intensiver ein Kleidungsstück riecht, desto mehr Chemie ist im Stoff enthalten", so der Verbraucherschützer.

Zudem rät die VZHH auch bei Kleidungsstücken mit den Hinweisen "bügelfrei" und "knitterarm" zur Vorsicht. Auch das weise auf den Einsatz chemischer Substanzen oder löslicher Farben hin.

Öko-Labels bieten Orientierung im Kleiderdschungel

Wer sicher gehen möchte, dass seine Kleidung frei von schädlichen Substanzen ist, kann sich an speziellen Siegeln orientieren, darunter beispielsweise GOTS (Global Organic Textile Standard) und IVN Best (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft).

Second Hand-Kleidung wird immer beliebter

Eine weitere Möglichkeit, den Chemiemix zu umgehen und die Umwelt zu entlasten, bieten Second Hand-Läden und Kleider-Tauschbörsen. Besonders Eltern entdecken die gebrauchten Stücke für sich. Und das nicht nur, weil die Kinder schnell herauswachsen und gebrauchte Kleidung günstiger ist: "Ich kaufe für meine zwei Söhne bewusst nur gebrauchte Kleidung, weil ich weiß, dass diese häufig gewaschen und Schadstoffe heraus gespült sind", erklärt Mareike. Für die 32-jährige Mutter ist dies das wichtigste Argument für Second Hand-Kleidung. "Ich will die Haut meiner Kinder nicht mit einem Chemie-Cocktail belasten."

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