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Sonnenbrand: Ab wann muss ich mich eincremen?

Fragen und Antworten  

Sonnencreme aus dem Vorjahr: Benutzen oder wegwerfen?

09.05.2021, 14:22 Uhr | dpa-tmn, t-online

Sonnenbrand: Ab wann muss ich mich eincremen?. Schutz beim Sonnenbaden: Sonnencreme aus dem Vorjahr besser nicht verwenden. (Quelle: imago images/photothek)

Schutz beim Sonnenbaden: Sonnencreme aus dem Vorjahr besser nicht verwenden. (Quelle: photothek/imago images)

Haut braucht effektiven Schutz vor der Sonne. Ein bisschen Creme am Morgen reicht dafür nicht aus. Wie es richtig geht und ob Sie dafür die Tube aus dem Vorjahr verwenden können, erklären Experten.

Nicht nur im Sommerurlaub, auch am Wochenende im Park oder See ist Sonnenschutz Pflicht. Aber welcher Lichtschutzfaktor ist der richtige? Und wie viel Sonnencreme brauche ich? Das Wichtigste zum Thema Sonnenschutz im Überblick.

Wann ist Sonnenschutz überhaupt nötig?

Das hängt von der Intensität der Sonnenstrahlen ab. Wie hoch sie in Deutschland ist, kann jeder auf der Webseite des Bundesamts für Strahlenschutz nachlesen. Ab UV-Index drei ist Sonnenschutz mit Creme, Hut und Sonnenbrille angesagt. Ab Stufe acht hält man sich besser gar nicht mehr draußen auf.

Welche Sonnencreme benötige ich?

Das Wichtigste ist der Lichtschutzfaktor. Er sollte mindestens bei 30 liegen, besser sind 50, sagt der Münchner Hautarzt Christoph Liebich. Außerdem ist der Hauttyp entscheidend. Wer eine trockene Haut hat, nimmt besser eine reichhaltige Creme. Mit fettiger Haut weicht man auf ölfreie Produkte aus. Teuer muss der Sonnenschutz nicht sein. Die Produkttester von Stiftung Warentest und Öko-Test stellen jedes Jahr aufs Neue fest, dass auch Discounter- und Drogerie-Sonnencremes effektiv vor Sonne schützen.

Kann ich den Lichtschutzfaktor im Laufe des Sommers reduzieren?

Nein. Der Hauttyp bleibt derselbe – egal, wie gebräunt jemand ist. Wer seine Haut schützen will, nimmt immer denselben hohen Lichtschutzfaktor, empfiehlt Liebich.

Reicht nicht auch ein Make-up mit Lichtschutzfaktor?

Nein. Liebich rät Frauen zu folgender Taktik: Erst die Tagescreme auftragen, dann reichlich Sonnencreme. Alles einziehen lassen. Nun das abdeckende Make-up auftragen.

Wie viel Sonnencreme brauche ich?

Die Faustregel lautet: zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Bei einem 1,80 Meter großen Normalgewichtigen sind das ungefähr 20 bis 30 Gramm, sagt Liebich – oder rund drei Esslöffel Sonnencreme. Nach dem Baden oder Sport muss neu eingecremt werden. Ohne Schwitzen spätestens nach drei Stunden.

Rechnet man das auf eine Woche Badeurlaub hoch, braucht man sehr viel mehr Sonnencreme, als viele denken: Wer sich drei Mal am Tag mit je 30 Gramm eincremt und das sieben Tage lang, benötigt 630 Gramm Sonnencreme – gute drei Flaschen.

Kann ich mich auch einsprühen?

An sich seien die Sprays gut, sagt Liebich. Nur bestehe die Gefahr, dass man noch weniger verwendet als bei Creme. Aber wer reichlich sprüht, ist genauso gut geschützt wie mit Creme.

Wie lange ist Sonnencreme haltbar?

Sobald man sie geöffnet hat, gilt die Angabe auf der Verpackung, zum Beispiel der Tube oder Dose. Sie gibt an, wie viele Monate sich die Creme nach dem Öffnen hält. Das entsprechende Symbol ist eine geöffnete runde Dose, in der zum Beispiel die Angabe "12 M" steht. Das bedeutet: zwölf Monate. Hat die Flasche allerdings in der prallen Sonne gelegen, verkürzt sich die Zeit erheblich. Die Creme aus dem letzten Sommerurlaub kommt deshalb besser nicht wieder mit ins Gepäck.

Das empfiehlt auch der Hautarzt Professor Eckhard Breitbart. Sauerstoff führe zu Oxidation (chemische Reaktion) und dieser Vorgang führe dazu, dass sich die Inhaltsstoffe verändern. Damit könne die Schutzfunktion nicht mehr korrekt aufrechterhalten werden, sagt der Experte der Deutschen Krebshilfe und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

Tipp
Um nicht den Überblick zu verlieren, wann genau man nun eine Sonnencreme geöffnet hat, empfiehlt es sich, das Datum des Öffnens mit wasserfestem Filzstift auf die Tube zu schreiben.

Dazu kommt: "Stoffe, die dabei entstehen können, könnten durchaus krebserregend sein", sagt Breitbart. Wenngleich der "richtige Nachweis" dazu noch nicht erbracht worden sei. Eine Studie französischer und amerikanischer Wissenschaftler, die im März 2021 veröffentlicht wurde, hat jüngst neue Belege für die These geliefert: Demnach haben sich bei Cremes mit dem UV-Schutzfilter Octocrylen im Laufe der Zeit Benzophenone gebildet, die als möglicherweise krebserregend gelten.

Sonnencreme ohne Mindesthaltbarkeitsdatum: Was tun?

Sonnencremes haben darüber hinaus mitunter, aber längst nicht immer, ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Ist dieses überschritten, sollten sie ebenfalls nicht mehr benutzt werden, rät Breitbart – selbst wenn sie noch ungeöffnet ist.

Eine konkrete MHD-Angabe findet sich auf den Tuben aber häufig nicht. Das liegt daran, dass Kosmetikprodukte in der Europäischen Union (EU) nur dann ein MHD haben müssen, wenn sie nicht länger als 30 Monate haltbar sind, so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Hersteller Nivea schreibt etwa, dass Sonnenschutzprodukte bei kühler und trockener Lagerung ab dem Herstellungsdatum mindestens 30 Monate haltbar seien – das gelte für Sprays und Cremes gleichermaßen.

Der Hersteller rät: Man sollte die Creme entsorgen, wenn sie scharf oder ungewöhnlich riecht, sich die Konsistenz verändert hat, sich Öl oder Wasser abgesetzt haben oder der Inhalt verfärbt ist.

Wie lange kann ich geschützt in der Sonne bleiben?

Das hängt vom Lichtschutzfaktor und dem Hauttyp ab. Jemand, der ohne Sonnencreme zehn Minuten in der Sonne bleiben kann, ohne dass die Haut rot wird, darf mit Faktor 30 theoretisch 300 Minuten in der Sonne bleiben. Das gilt aber nur, wenn die Creme korrekt aufgetragen und stetig nachgecremt wird. Von vorne geht diese Zeit übrigens nicht wieder los, stellt Liebich klar. Wer sich mit Faktor zehn eincremt, muss nach 100 Minuten aus der Sonne raus. Egal, wie viel er nachcremt.

Brauchen Kinder eine spezielle Creme?

Nicht zwingend, sagt Liebich. Entscheidend ist, dass sie reichlich mit Faktor 50 eingecremt werden. "Da sind die Eltern in der Verantwortung." Spezielle Kindersonnencremes haben allerdings den Vorteil, dass sie häufig duftstofffrei und besser verträglich sind. Außerdem ist bei Kindern ein physikalischer Sonnenschutz in Form von Kleidung besser als ein chemischer.

Sind Kinder mit spezieller Sonnenschutzkleidung besser geschützt?

Da diese Kleidung die Sonne tatsächlich komplett blockiert: ja. Das gilt aber nur, wenn es sich um geprüfte Textilschutzkleidung handelt. Liebich warnt vor billigen Fälschungen aus Strandbuden. Dann besser ordentlich eincremen.

Was außer Sonnencreme gehört zum Sonnenschutz?

Liebich empfiehlt unbedingt einen Hut. Denn: "Sonnenstrahlen fördern Haarausfall." Außerdem sollte die Kopfhaut gut vor Sonne geschützt werden. Neben dem Hut ist eine Sonnenbrille Pflicht. Laut Kuratorium Gutes Sehen sollte sie groß genug sein, damit auch von der Seite keine UV-Strahlen auf die empfindlichen Augen fallen. Außerdem braucht die Brille ein CE-Zeichen und eine passende Blendschutzstufe. Für den Badeurlaub ist das Stufe drei, für den Stadtbummel Stufe zwei.

Breitbart weist ebenso darauf hin: Sonnenschutzcreme allein ist nicht das perfekte Mittel, um das Hautkrebsrisiko gering zu halten. Das seien sonnenschutzgerechte Kleidung und das Meiden der Sonne bei hoher UV-Belastung, zum Beispiel während der Mittagszeit.

Mit Blick auf die Kleidung ist zu beachten, dass sie sehr unterschiedlichen UV-Schutz bietet. Der Lichtschutzfaktor einer dunkelblauen Jeans liege demnach bei ungefähr 500, während ein dünnes weißes Baumwolle-T-Shirt nur auf 10 komme, erklärt der Dermatologe Sebastian Singer in der Zeitschrift "Apotheken Umschau".

Wem genaue UV-Schutzwerte wichtig sind, der kann natürlich auf UV-Schutzkleidung zurückgreifen. Deren textiler Lichtschutzfaktor reduziert sich dem Bericht zufolge aber durch häufiges Waschen. Und wer generell etwa mit Kleidung baden geht, sollte bedenken: Nasse Klamotten bieten im Vergleich einen geringeren Schutz.

Machen Wolken den UV-Schutz überflüssig?

Eine trügerische Annahme sei, dass Wolken UV-Schutz überflüssig machen, erklärt die Deutsche Krebshilfe. Tatsächlich beeinflussen Wolken den Grad der UV-Strahlung auf unterschiedliche Art: Während Gewitterwolken sie stark abschwächten, könnten andere Wolkenarten und -kombinationen sie durch Streuungseffekte sogar verstärken.

Im Allgemeinen mindern Wolkenlaut der Krebshilfe die UV-Strahlungsintensität nur um 10 bis 50 Prozent. Vor allem während der Mittagszeit böten sie keinen zuverlässigen Schutz.

Gleiches gilt demnach für gebräunte Haut: Abgesehen davon, dass es sich hier um eine Stressreaktion der Haut handle, entspreche sie nur einem Lichtschutzfaktor von circa 4. Da hat jede Sonnencreme mehr.

Und was mache ich bei Sonnenbrand?

Dann hilft nur kühlen und abwarten, sagt Liebich. Kühlend und schmerzlindernd wirken etwa Umschlage mit Quark oder Joghurt. Wer das gut verträgt, kann auch ein Schmerzmittel wie ASS einnehmen. In schweren Fällen müssen Betroffene zum Arzt gehen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

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