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Nordseeinsel: Alles, was Sie über Sylt wissen müssen

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Beliebte Nordseeinsel  

Alles, was Sie über Sylt wissen müssen

11.03.2018, 14:54 Uhr | t-online.de mit Material von srt

Nordseeinsel: Alles, was Sie über Sylt wissen müssen. Meeresluft schnuppern: Strandkörbe in Wenningstedt auf der Insel Sylt. (Quelle: Getty Images/Manninx)

Meeresluft schnuppern: Strandkörbe in Wenningstedt auf der Insel Sylt. (Quelle: Manninx/Getty Images)

Mal schnell nach Sylt fliegen? Aber was gibt es dort überhaupt zu sehen außer Wellen und Strandkörben? Wir haben uns umgeschaut und stellen Ihnen vor, was Sylt zu bieten hat – von Fischbrötchen bis "Buhne 16". Sehen Sie sich das beliebte Nordseeeiland auch in unserer Fotoshow an.

Sylt ist eine der bekanntesten deutschen Inseln und ein beliebtes Reiseziel. Doch dass dort nur reiche Urlauber Champagner schlürfen und in Boutiquen shoppen gehen ist ein Klischee – die vielseitige Insel hat für unterschiedliche Interessen etwas zu bieten.

Das Wetter auf Sylt

Auf der Insel herrscht typisches Seeklima, das vom Golfstrom beeinflusst ist. Das bedeutet, dass im Winter die Temperatur selten unter null Grad sinkt, das Wetter im Sommer aber mit etwa 17 Grad im Durchschnitt etwas kühler ist als auf dem benachbarten Festland und nicht so heiß.

So kommen Sie auf die Insel

Von Sylt aus gibt es keine Anbindung an das Festland mit einem Tunnel oder einer Brücke. Mit dem Auto erreicht man die Insel mit dem Sylt-Shuttle. Das ist ein Autotransportzug der Deutschen Bahn. Die Züge verkehren zwischen Niebüll und Westerland über den Hindenburgdamm. Wer mit der Syltfähre anreist, kann auf der 40-minütigen Überfahrt das nordfriesische Wattenmeer erleben, das Unesco-Weltkulturerbe ist. Sylt besitzt zudem einen eigenen Flughafen.

Die Orte auf der Insel

Auf Sylt leben knapp 18.00 Einwohner, fast die Hälfte davon in Westerland. Die anderen elf Stadtteile heißen List, Kampen, Braderup, Wenningstedt, Munkmarsch, Tinnum, Keitum, Morsum, Archsum, Hörnum und Rantum. Rantum befindet sich an der dünnsten Stelle der Insel – nur etwa 550 Meter trennen dort die Nordsee vom Wattenmeer. Das Familienbad in Wenningstedt ist ein beliebter Ausflugsort und in Keitum spazieren Urlauber gern an den traditionellen Friesenhäusern entlang.

Auf zum Piratentörn

Das Schauspiel wiederholt sich fast täglich: Im Hafen von List rotten sich junge, gefährlich aussehende Piraten zusammen. Sie tragen rote Kopftücher und rot-weiß gestreifte Shirts. Säbel schwenkend stürmen sie das ehrwürdige Ausflugsschiff "Gret Palucca", nehmen den Kapitän gefangen und stechen mit dem eroberten Schiff in See. Kinder zwischen vier und acht Jahren lieben diese Piratenfahrten, bei denen sie und ihr erwachsener "Oberpirat" die Hauptpersonen sind.

Eltern dürfen mitfahren – aber auf eigene Gefahr: Manchmal werden sie gefesselt oder zum Deckschrubben eingeteilt. Das Piratenschiff legt im Sommer fast täglich um 16.15 Uhr ab. Der Törn dauert rund zwei Stunden und kostet 18 Euro pro Kind und 23 Euro für Erwachsene.

Algen – Das Brot des Meeres

Algen sind gar nicht igitt, sondern in Wirklichkeit Gesundheit pur aus dem Meer. Das will Professor Klaus Lüning auch noch jetzt im Ruhestand der Welt beweisen. Im Außenbereich der Sylter Austerncompagnie hat er seine Sylter Algenfarm eröffnet. In 40 Bassins wachsen die maritimen Vitaminspender heran.

Jährlich erntet Lüning eine Tonne Algen und beliefert mit dem Meeresgemüse immer mehr Restaurants, zum Beispiel den Sylter Sternekoch Jörg Müller. Das und noch viel mehr erfährt man bei einer Führung – und ein Grabbelbecken für Kinder gibt es auch.

Wellen, Wind und Klima

Wie weit wandern Wanderdünen? Wie fühlt sich Sturmstärke zehn auf der Haut an? Im Erlebniszentrum Naturgewalten in List auf Sylt dreht sich alles um Wellen, Wind und Klima. Der auffällig unsymmetrische knallblaue Bau mit dem orangefarbenen Turm ist nicht zu übersehen.

Wer mag, der kann auch selbst in einem Sturmraum die Kräfte der Nordsee auskosten, Wellen und Wind in einem Wellenkanal erzeugen, Ebbe und Flut simulieren und in einem Flutungsmodell beobachten, was mit Sylt bei einem Anstieg des Meeresspiegels geschieht.

Kaffee und Heideröschen

Rosa Blüten rundum, der Blick schweift übers Wattenmeer. Zwischen wogenden Strandkiefern zieht milder Kaffeeduft über liebevoll eingedeckte Terrassentische. Das Café "Kupferkanne" am Ortsrand von Kampen und mitten in der Natur ist eine Institution auf Sylt, seit es vor mehr als 50 Jahren vom Künstler Günther Rieck aus einer alten Flakstellung entstand. Die Blechkuchen sind exzellent und riesig wie immer, der Kaffee auch. Kein Wunder: Die hauseigene Rösterei produziert 20 unterschiedliche Mischungen.

Kutschfahrt durch Keitum

Keitum ist unbestritten das schönste Dorf der Insel Sylt. Dafür sorgen uralte Reetdachhäuser, blaue und rote Haustüren und puppenstubenhaft gepflegte Blumengärten. Den bequemsten Überblick erhält, wer zu Matthias Tölke in die Pferdekutsche steigt. Stündlich startet eine neue Rundfahrt. Jeden Mittwoch und Sonntag um 11, 12, 13 und 14 Uhr startet eine Planwagenfahrt durch Keitum am Ortseingang.

Alles Käse oder was?

Idyllisch in den Wiesen südlich von Keitum steht das "Friesische Käselädchen" (Siidik 6, Sylt-Ost, Tel. 04651/967441). Geduldig erklärt Inhaberin Dörte Dethlefs, welcher ihrer Käse von Ziege, Schaf und Kuh ist und von welchem Bauernhof in Nordfriesland er stammt. Sie kennt sie alle.

"Von der Insel selbst gibt es ja keinen Käse mehr", bedauert sie und bietet dem Neuling einen Probierteller an, den er auch gleich an Ort und Stelle verkosten kann. Das meiste aus Dethtlefs' Angebot ist öko, allen voran der berühmte Ziegenfrischkäse. Zur Abrundung packt die resolute Sylterin auch noch Oliven, eingelegte Tomaten und kräftiges Biobrot auf den Teller.

Findet Nemo auf Sylt

Westerland besitzt eins der spektakulärsten Aquarien Deutschlands. Unter dem Titel "Eine Welt – zwei Ozeane" erlebt der Besucher in dem maritimen Erlebniszentrum Wattenmeer, Atlantik und Südsee. Mehr als 2.000 Fische tummeln sich dort in den 25 Meerwasserbecken. Im Unterwassertunnel gleiten bunte Tropenfische über die Köpfe der Besucher hinweg. Für Adrenalinstöße sorgen zwei Haifischtunnel. Höhepunkt ist eine 500.000 Liter Wasser fassende Korallenwelt. Zur spannenden Welt der Meere gesellt sich ein Outdoor-Bereich mit Funsport-Parcour, Micro-Golf-Anlage und Abenteuerspielplatz.

Prickelndes in Rantum

Natürlich hat Sylt sein eigenes Mineralwasser. Rund um den avantgardistisch gestylten Abfüllort der Sylt Quelle und im Obergeschoss gibt es moderne Kunst zu sehen, im schicken Bistro speist man stilgerecht Bratwurst vom Sylter Deichlamm und trinkt dazu Wasser. Wer mag, der bekommt statt Wasser natürlich auch Champagner, aber davon darf man danach nicht aus dem Brunnen in der Restaurantmitte nachfüllen, so viel und so lange man will.

Pause in der Sansibar

Seit 30 Jahren ist die Sansibar ein ungeheuer erfolgreiches Kuriosum. Die große Bretterbude in den Dünen zwischen Rantum und Hörnum bietet eine exquisite Feinschmeckerküche im Ambiente einer Skihütte und für 2.000 Esser pro Tag. Wie ist das möglich: Man staunt über die Armada von rund 40 Köchen, bewundert den ebenso fixen wie lockeren Service, blickt ehrfurchtsvoll auf den boomenden Weinhandel, den Hausherr Herbert Seckler im Keller der Hütte auch noch untergebracht hat.

Offenbar hat es der Schwabe wie kein anderer raus, Massenansturm nicht zur Massenabfertigung geraten zu lassen. Ob Millionärs-Promi oder gerade zum ersten Mal auf Sylt: Jeder wird gleich freundlich behandelt und bedient. Und zumindest mittags bekommt man meist auch noch irgendwie einen Platz.

Strandwanderung im Abendlicht

Hörnum-Odde heißt die Südspitze Sylts. Na, eigentlich ist es eher ein Sand-Halbrund. Dort einmal barfuß rundherum zu wandern, dauert gerade mal gut eine Stunde und macht dabei die ganze Gewalt des Meeres deutlich. Denn vor den Augen des Strandwanderers treffen die Meere aufeinander, wirken Brandungs- und Strömungskräfte am stärksten. Mit Glück sieht man bei Ebbe Seehunde.

Wer nicht allein wandern mag, der schließt sich einer Führung mit Mira Stavermann oder ihren Kolleginnen von der "Schutzstation Wattenmeer" an und erfährt dabei zum Beispiel, dass die Wanderung früher doppelt so lang dauerte – so sehr nagt der Blanke Hans, eine Bezeichnung für die tobende Nordsee, am Sandstrand.

Verwendete Quellen:
  • SRT
  • eigene Recherche

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