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Warum sich eine Reise nach Wuppertal lohnt

dpa-tmn, Bernd F. Meier

Aktualisiert am 27.10.2021Lesedauer: 4 Min.
Prunkvoller Hauptsaal der historischen Stadthalle in Wuppertal: Er ist nicht nur akustisch ein Higlight.
Prunkvoller Hauptsaal der historischen Stadthalle in Wuppertal: Er ist nicht nur akustisch ein Higlight. (Quelle: Marcel Kusch/dpa/dpa-tmn)
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Berlin, Hamburg, Köln: alles Ziele fĂŒr einen kurzen StĂ€dtetrip. Aber Wuppertal? Da mĂŒssen manche lachen. Dabei hat die Stadt einiges zu bieten – von einer Kulisse fĂŒr "Babylon Berlin" bis hin zu Skulpturen im Wald.

Wolfram Deutsch zieht einen etwas gewagten Vergleich heran: "New York hat die autofreie Highline, Wuppertal die 23 Kilometer lange Nordbahntrasse", sagt der Industriemanager, der als Hobby einen Fahrradverleih an ebenjener Strecke betreibt.


So schön ist Wuppertal

Die Schwebebahn wollen die meisten Touristen in Wuppertal sehen.
Marienstraße im Ölbergviertel: Der Name geht darauf zurĂŒck, dass hier einst Petroleumlampen fĂŒr Beleuchtung sorgten.
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Die Nordbahn kann sich in der Tat sehen lassen. Wo bis 1991 noch TriebwagenzĂŒge von Bahnhof zu Bahnhof dieselten, ist einer der europaweit lĂ€ngsten innerstĂ€dtischen Wege fĂŒr Radfahrer, FußgĂ€nger und Skater entstanden. An sonnigen Tagen sind Tausende auf der Trasse unterwegs. Radtouristen blicken von historischen BrĂŒckenviadukten auf das HĂ€usermeer im Tal, Wuppertaler pendeln zur Arbeit.

Die Nordbahntrasse zĂ€hlt zu den Attraktionen der touristisch wenig bekannten Großstadt im Bergischen Land, eine knappe Autostunde von DĂŒsseldorf entfernt. Man darf es so sagen: Manche in der Region finden Wuppertal nicht gerade sehenswert. Eher das Gegenteil.

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Diese Stadt soll tatsÀchlich eine Reise wert sein? Und ob.

Steile Straßen und hĂŒbsche Villen

Villa Amalia: Sie diente als Kulisse fĂŒr die Serie "Babylon Berlin".
Villa Amalia: Sie diente als Kulisse fĂŒr die Serie "Babylon Berlin". (Quelle: GĂŒnter Lintl/Wuppertal Marketing GmbH/dpa-tmn)

Wer die Stadt zu Fuß erkundet, sollte fit sein. Das merken die Besucher bei der Thementour "Villenpracht und Hinterhof" mit Guide Johannes Schlottner. Bis zu 350 Meter erheben sich die Berge ĂŒber dem Tal. Als einer der steilsten Anstiege gilt die Sadowastraße im Briller Viertel in Elberfeld. PrĂ€chtige Bauwerke sĂ€umen die stillen Straßen, viel GrĂŒn links und rechts. Bis in die 1920er Jahre siedelten sich hier wohlhabende Fabrikbesitzer an.

Die schlossĂ€hnlichen Bauten im Briller Viertel prunken mit Neugotik, Neobarock und Jugendstil, ab 1910 auch im bergischen Heimatstil mit Schieferfassaden, Holzschnitzereien und grĂŒnen FensterlĂ€den.

So entstand eines der grĂ¶ĂŸten und bis heute erhaltenen Villenviertel aus der GrĂŒnderzeit in Deutschland. Unter Denkmalschutz stehen 242 Villen. Einige wurden schon zur Filmkulisse, wie etwa die Villa Amalia fĂŒr die TV-Serie "Babylon Berlin".

"In Wuppertal begann die Industrialisierung", erklĂ€rt Schlottner seiner Besuchergruppe. Hier ratterten im frĂŒhen 19. Jahrhundert die ersten mechanischen Spinnmaschinen. In der BlĂŒtezeit gab es mehr als 250 Spinnereien, Webereien, FĂ€rbereien und Veredelungsbetriebe fĂŒr Textilien. Die Stadt wuchs rasant – ein deutsches Manchester.

Die Textilarbeiter zogen ins Ölbergviertel. Das Quartier bekam diesen Namen in den 1920er Jahren, als dessen Einwohner Petroleumlampen nutzen mussten. Es war noch nicht ans Stromnetz angeschlossen. Inzwischen ist das ehemalige Arme-Leute-Viertel um die Marienstraße hĂŒbsch herausgeputzt. Triste Hinterhöfe sind verschwunden.

Radikaler Wandel

"Hat sich neu erfunden": Diese Redensart trifft auf Wuppertal zu wie auf kaum eine andere Stadt. "Ende des 19. Jahrhunderts zĂ€hlte Wuppertal zu den reichsten StĂ€dten Deutschlands. Doch Wuppertal hat eine herbe Seite, keine Kö wie DĂŒsseldorf", sagt Hans GĂŒnter Schmitz.

Der Grafikdesigner und sein Team arbeiten in den ProduktionsrĂ€umen der ehemaligen Textilfabrik von Baum. Wo frĂŒher gewebt und genĂ€ht wurde, entstehen heute typographische Leitbilder fĂŒr Unternehmen, einige von ihnen sind preisgekrönt. Außerdem hat Schmitz zahlreiche Briefmarken entworfen. Rund 40 von ihnen wurden in dreistelliger Millionenauflage gedruckt.

Das neue Leben in der alten Fabrik ist ein Beispiel von vielen fĂŒr den Wandel Wuppertals: Textilmetropole mit radikalem Niedergang und Arbeitslosigkeit bis in die 1970er Jahre – heute Hochschulstadt mit 22.000 Studierenden. Die Großstadt bietet Hochkultur, die man als Besucher auf den ersten Blick gar nicht vermutet.

Das Von der Heydt-Museum zum Beispiel besitzt 3.000 GemÀlde. Die Werke reichen von der niederlÀndischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts bis zu Salvador Dalí und Paul Klee.

WofĂŒr Wuppertal weltberĂŒhmt ist

Musikliebhaber schwĂ€rmen wegen der meisterlichen Akustik in höchsten Tönen von der historischen Stadthalle, Baujahr 1900. Vergleiche mit dem exzellenten Raumklang im Großen Musikvereinssaal in Wien fallen hĂ€ufig. "MĂŒnchen sollte nach Wuppertal schauen", so wird der Stardirigent Sir Simon Rattle zitiert. Er soll 2023 die Leitung des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks ĂŒbernehmen.

Ballettfreunde wiederum sprechen mit Ehrfurcht von Pina Bausch und deren Wuppertaler Tanztheater. Die 2009 verstorbene Choreografin und TĂ€nzerin verĂ€nderte die Kunstform Ballett ab 1973 durch ihre neuartigen Inszenierungen, Alltagsszenen, verbunden mit der Poesie des BĂŒhnentanzes, anfangs heftig umstritten, spĂ€ter von Kritik und Publikum euphorisch gefeiert. Insgesamt mehr als 40 StĂŒcke.

TĂ€nzerinnen und TĂ€nzer der Spitzenklasse zog es aus aller Welt nach Wuppertal. In Japan und den USA war das Ensemble auf Tourneen monatelang unterwegs und wurde ĂŒberschwĂ€nglich gefeiert.

Skulpturen im Wald

Skulpturen von Tony Cragg stehen im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal.
Skulpturen von Tony Cragg stehen im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal. (Quelle: Michael Richter/Tony Cragg/VG Bild-Kunst Bonn 2021/dpa-tmn)

Kunst inmitten der Natur finden Besucher im Skulpturenpark Waldfrieden. Das private Museum, gegrĂŒndet von dem bedeutenden englischen Bildhauer Tony Cragg, zieht Jahr fĂŒr Jahr rund 40.000 Besucher an. Neben den beeindruckenden, kraftvollen Werken von Cragg sind Plastiken etwa von Henry Moore, Markus LĂŒpertz und Thomas Virnich im lichten Buchenwald zu sehen. Wechselnde PrĂ€sentationen in drei glĂ€sernen Pavillons ergĂ€nzen die Dauerausstellung.

"Wir erzĂ€hlen die Geschichte der zeitgenössischen Bildhauerei", sagt Tony Cragg. Der ehemalige Rektor der DĂŒsseldorfer Kunstakademie lebt seit 45 Jahren in Wuppertal. "Manchmal kommt diese Stadt zu klein daher. Dabei ist sie voller Spannung, Energie und Dynamik."

Die Wuppertaler Schwebebahn

Und dann ist da natĂŒrlich noch die SehenswĂŒrdigkeit, wegen der die allermeisten Touristen nach Wuppertal kommen: die Schwebebahn. Vor 120 Jahren wurde sie in Betrieb genommen. Auf einer Strecke von gut 13 Kilometern rattern, rumpeln und quietschen die blauen Waggons staufrei an einer GerĂŒstkonstruktion zwischen Vohwinkel und Oberbarmen, acht Meter ĂŒber den Straßen, zwölf Meter ĂŒber der Wupper.

Der bekannte US-Fernsehsender CNN nannte die Schwebebahn "one of the world's coolest rail systems", eines der weltweiten coolsten Bahnsysteme. Und empfahl Wuppertal prompt als eines der 20 besten Reiseziele des Jahres 2020 – neben Vancouver, St. Petersburg und Kopenhagen. Darauf sind sie in Wuppertal schon stolz.

Anreise: Wuppertal ist bequem mit dem Zug erreichbar, dort hĂ€lt auch ein ICE. Mit dem Auto Anschluss ĂŒber die A 1 und A 46.

Übernachtung: Es gibt Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Privatzimmer. FĂŒr ein Doppelzimmer im Hotel werden je nach Klasse und Ausstattung zwischen 40 und 130 Euro fĂ€llig.

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