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Berg der Kreuze in Litauen: Warum stehen hier Kreuze?


Warum stehen hier Kreuze auf dem Berg?

Kerstin Seitz

Aktualisiert am 17.03.2016Lesedauer: 2 Min.
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Der "Berg der Kreuze" bei Siaulia.
Der "Berg der Kreuze" bei Siaulia. (Quelle: Imago Rainer Weisflog)
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In der Dunkelheit möchten sich hier wohl die wenigsten Besucher die Zeit vertreiben müssen, aber bei Tag ist der "Berg der Kreuze" ein beliebtes Touristenziel. Der Wallfahrtsort liegt bei Siauliai in Litauen. Schauen Sie sich den katholisch geprägten Ort auch in unserer Foto-Show an.

Der Berg wirkt gruselig, aber der Hintergrund der Kreuze ist ein sehr berührender. So kommen die Pilgerer und Touristen, um mit dem Aufstellen eines Kreuzes ein Anliegen zu äußern oder um sich für etwas zu bedanken.

Von der schwammigen Vergangenheit in eine konkrete Zukunft

Wie der "Berg der Kreuze" ursprünglich wirklich entstanden ist, ist heute nicht mehr klar nachzuvollziehen. Eine Geschichte besagt, ein Kranker habe Mitte des 19. Jahrhunderts nach seiner Genesung zum Dank ein Kreuz aufgestellt. Eine andere Version berichtet von heimlich beerdigten Aufständischen, die zwischen 1831 und 1863 gegen den Zaren vorgehen wollten. In einer dritten Überlieferung bedankte sich so ein Vater für die Genesung seines Kindes und eine vierte besagt, dass der Fürst von Vilnius vor 300 Jahren gegen einen anderen Fürsten prozessierte und versprach, wenn er gewinne, stelle er ein Kreuz auf.

Die Gründe für das Aufstellen der Kreuze änderten sich je nach gesellschaftlicher und politischer Gegenwart. So wurde beispielsweise nach Stalins Tod 1953 der Gulag-Opfer gedacht. Später wurde der Berg ein Symbol gegen die kommunistische Herrschaft der Sowjets in Litauen. Das kommunistische Regime wollte dieser Entwicklung Einhalt gebieten und führte im April 1961 die erste Zerstörungssaktion durch. Über 2000 Kreuze fielen dieser zum Opfer. Wieder wurden Kreuze aufgestellt, wieder wurden sie vernichtet. 1973, 1974, 1975 wurden diese Aktionen durchgeführt - aber die Kreuze kamen immer wieder. Schließlich etablierte sich der Berg als Symbol des nationalen Widerstandes. Angeblich wuchs die Zahl bis heute auf über 50.000. Zählt man Gebetsketten und Kränze dazu, sollen es sogar über 100.000 sein.

Doch egal, welche Entstehungsgeschichte wahr sein mag - der geschichtsträchtige Ort ist für viele Menschen etwas ganz besonderes. Sie kommen, um seine Mystik zu spüren, Ruhe zu finden und in sich zu gehen.

Weitere Informationen über die Stadt finden Sie hier. (engl.)

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