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Gegen Schutzgelderpressung – Ein dickes Kreuz gegen die Mafia

srt, Stephanie von Aretin

Aktualisiert am 13.07.2017Lesedauer: 3 Min.
So wehrt sich Sizilien gegen die Mafia
Ein schlichtes Gütesiegel für Läden – nicht für die Qualität der angebotenen Produkte, sondern für eine ethisch-soziale Selbstverpflichtung – soll anzeigen: "Pago qui non paga" (ich kaufe bei dem, der nicht zahlt). (Quelle: Christof Koepsel/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Addiopizzo verleiht Unternehmen ein Gütesiegel, die kein Schutzgeld zahlen. Dafür ist die Bewegung jetzt für einen Bremer Friedenspreis nominiert.

Es ist nicht einfach, sozial verantwortlich zu reisen. Wer durchschaut schon die Konfliktherde in einem fernen Land, kann gut von böse so ohne weiteres unterscheiden? Addiopizzo – zu deutsch: tschüss Schutzgeld – macht es einfach.


Sizilien, die größte Mittelmeer-Insel

Im Naturreservat Zingaro im Nordwesten Siziliens finden sich traumhafte Badebuchten.
Der Strand der Cala Craperia wird häufig mit ein Boot angefahren.
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Die Initiatoren aus Palermo entwarfen ein schlichtes Gütesiegel – nicht für die Qualität der angebotenen Produkte, sondern für eine ethisch-soziale Selbstverpflichtung. "Pago qui non paga" (ich kaufe bei dem, der nicht zahlt) steht auf einem Kreuz in gelber Signalfarbe. Unternehmen, die der Mafia kein Schutzgeld zahlen und bereits den Versuch, es zu erpressen, anzeigen, hängen es sich ins Fenster.

"Pago qui non paga"

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Diese Idee ist so einfach wie charmant und zeigt seit rund 13 Jahren Erfolg. Etwa 1100 Unternehmen in ganz Sizilien beteiligen sich inzwischen an der Aktion – vom Eisfabrikanten bis zur kleinen Pension, vom Kinderkarusselbetreiber bis zum Pizzabäcker. Nachahmer haben sich in ganz Italien und Europa gefunden, von Mailand bis Berlin, wo die Organisation "Mafia – nein Danke!" heißt.

Gerade erst wurde Addiopizzo für den Publikumspreis der Bremer Stiftung "Die Schwelle" nominiert – ein weiterer Schritt, um auch Touristen für den kritischen Konsum zu mobilisieren.

Sozial verantwortlicher Tourismus

"Touristen setzen durch ihr Verhalten Zeichen", begründet Geschäftsführerin Petra Titze die Nominierung für die Auszeichnung. "Sie können Konflikte verstärken oder auch begrenzen." Der Preis, dessen Gewinner im Juli bekannt gegeben werden, richtet sich an kleinere Friedensinitiativen im In- und Ausland.

"Wir wollen Graswurzel-Aktivisten fördern, nicht die großen Organisationen", erklärt die Geschäftsführerin. "Wenn Deutsche wissen, dass sie in ein Mafiagebiet reisen, dann ist es gut, wenn sie ihr Augenmerk auf diese spezielle Situation richten und kritisch konsumieren", wirbt sie für sozial verantwortlichen Tourismus.

Schon in Deutschland kann man sich bei der Buchung eines Hotels auf der Webseite Addiopizzo.org orientieren. Dort sind alle Herbergen, Hotels und Agroturismi genannt, die sich der Bewegung angeschlossen haben. Eine deutsche Karte von Palermo nennt außerdem knapp 300 Adressen aus vielen Branchen und hilft vor Ort bei der Orientierung. Außerdem bietet die Organisation seit kurzem auch über ein eigenes Reiseportal Führungen durch die Stadt an, bei der Anti-Mafia-Aktionen besonders hervorgehoben werden.

Hälfte der sizilianischen Unternehmen zahlen Schutzgeld

So spektakuläre Morde wie Anfang der 1990er Jahre, als der Richter Giovanni Falcone auf offener Straße ermordet wurde, hat es in den letzten Jahren auf Sizilien nicht gegeben. Die Mafia ist unauffälliger geworden, verdient jedoch auch heute noch Milliarden mit Drogen, Waffen und Prostitution. Geschätzt die Hälfte der sizilianischen Unternehmen zahle den pizzo, das Schutzgeld, heißt es in einer kürzlich auf Arte ausgestrahlten Dokumentation über Addiopizzo.

Und doch kann die Bewegung einen Etappensieg gegen die mächtige Cosa Nostra verzeichnen. Die Mafia versuche gar nicht mehr, Schutzgeld von Addiopizzo-Geschäften zu erpressen. So wird eines ihrer Mitglieder nach der Verurteilung in dem Arte-Film zitiert.

Schutzengel statt Schutzgeld

Addiopizzo selbst erklärt über ein sogenanntes Komitee auf Nachfrage: "Durch die Arbeit der Polizei und Justiz und mit der Unterstützung vieler Organisationen haben in den letzten Jahren hunderte Unternehmen Erpressungsversuche angezeigt. Wir selbst haben mehr als 250 Opfer von Erpressungen unterstützt, die sich beschwert haben."

Durch das Netzwerk für den kritischen Konsum seien betroffene Händler nicht länger allein und isoliert. Doch die Bewegung sieht sich noch lange nicht am Ende: "Das Phänomen der Erpressung ist noch vorhanden, wenn auch vielleicht nicht so wie vor zehn Jahren und die Beschwerden bleiben wenige im Vergleich zu der Größe des Problems."

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