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Skitouren durchs Wipptal locken Tourengeher

dpa-tmn, Florian Sanktjohanser

Aktualisiert am 19.12.2017Lesedauer: 3 Min.
Von Innsbruck entlang der Sill Richtung S├╝den ├╝ber den Brenner Richtung S├╝dtirol hin nach Sterzing bis zur Sachsenklemme f├╝hrt das Wipptal.
Von Innsbruck entlang der Sill Richtung S├╝den ├╝ber den Brenner Richtung S├╝dtirol hin nach Sterzing bis zur Sachsenklemme f├╝hrt das Wipptal. (Quelle: M├╝hlbacher Torsten/Tirol Werbung/dpa-tmn-bilder)
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F├╝r viele ist das Wipptal nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Italien. Die ruhigen Seitent├Ąler kennen vor allem die Skitourengeher aus Innsbruck. Das einzige Skigebiet dort ist winzig. Das k├Ânnte in Zeiten des sich wandelnden Wintertourismus zur Chance werden.

Luis Nagele spricht lauter, es geht mal wieder hoch her auf seiner Sattelbergalm. Ein Kellner tr├Ągt die n├Ąchste Runde Schnaps zu den Jugendlichen am Nebentisch, eine M├Ąnnergruppe dr├Ąngt sich um den Tresen, aus den Boxen stampft Apr├Ęs-Ski-Quatsch. "Die Leute wollen eine H├╝tte, wo man Spa├č haben kann", sagt Nagele. Den gibt der 41-J├Ąhrige ihnen. Und dazu eine Skipiste ohne Lift ÔÇô der neueste Schrei im Wipptal, das in der N├Ąhe von Innsbruck liegt.


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Nageles Erfolgsstory begann, als er vor dem Ende stand. Im Jahr 2006 musste er das Skigebiet schlie├čen, in dem sein Gro├čvater und sein Vater mit der Alm ihr Geld verdienten. "Es war ein typisches 70er Jahre Skigebiet", sagt Nagele. Ein Sessel- und ein Schlepplift, ein paar Pisten f├╝r den Ort. Nichts, womit man auf Pistenkilometer fixierte Skitouristen heute noch locken kann.

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Wipptal profitiert vom Skitourenboom

In seiner Not setzte Nagele auf jene Wintersportler, die einen Lift weder brauchen noch wollen: Tourengeher. "Wir haben Gl├╝ck gehabt, dass der Skitourenboom losging, als wir die Lifte abschalteten." Nach f├╝nf Jahren waren die Zimmer auf der Alm wieder voll. Heute kommen am Wochenende bis zu 500 G├Ąste pro Tag. Das Gebiet eignet sich f├╝r Anf├Ąnger, die lieber auf einer planierten Piste als im Tiefschnee abfahren. Aber auch Einheimische steigen nach der Arbeit mit der Stirnlampe zur Alm auf und runden ihr Fitnessprogramm mit ein paar Bier ab. F├╝r sie alle walzt Nagele mit seinen alten Pistenraupen zwei Abfahrtsspuren in den Hang. "Fast lawinensicher", sagt er.

Luis Nageles Geschichte ist auch die seines Tals. Schon 1867 kam die Eisenbahn ins Wipptal und mit ihr der Bergtourismus. Der Abstieg begann mit der Brennerautobahn, die das Tal teilt. Heute sehen Urlauber das Wipptal vor allem aus dem Autofenster, auf dem Weg nach Italien. "Aber jetzt haben wir eine neue Perspektive", sagt Nagele.

Umweltbewusste und junge Winterurlauber zieht es ins Wipptal

Und die hei├čt: entschleunigter Winterurlaub in den Seitent├Ąlern, fernab der Brummis. Das ist ganz im Sinn des Alpenvereins, der 2012 gleich zwei Orte zu Bergsteigerd├Ârfern ernannt hat: Die Gemeinden Schmirn und St. Jodok erf├╝llen die strengen Kriterien ÔÇô ein h├╝bsches Ortsbild, Alpingeschichte, lebendige Tradition und viel Ruhe. Der Alpenverein will mit seiner Auszeichnung das Wettr├╝sten durchbrechen.

Der Titel zieht offenbar auch bei den Besuchern. "Unser Publikum ist j├╝nger geworden", sagt Helga Beermeister vom Tourismusverband Wipptal. Die ├ťbernachtungen in den Partnerbetrieben, meist Ferienwohnungen in Bauernh├Âfen, seien um neun Prozent gestiegen. "Manche G├Ąste reisen bewusst die Bergsteigerd├Ârfer ab." Viele sind sehr umweltbewusst und fragen nach regionalen Gerichten.

Einhemische sch├Ątzen die Abfahrt im Wipptal

Nat├╝rlich, internationale G├Ąste k├Ânne man mit 28 Kilometern Piste nicht locken. Zumal an diesem Tag der Hochsonnlift mangels Schnee mal wieder geschlossen ist. Und die Talstation wenig malerisch unter einer Autobahnbr├╝cke liegt. Aber Einheimische sch├Ątzten die herrliche Abfahrt, sagt Georg Messner, der Chef des Skiverleihs.

"Alles Stammg├Ąste", sagt der 45-J├Ąhrige, der in der Schirmbar aus dem Gr├╝├čen nicht mehr rauskommt. Der Tourismus im Wipptal ist eben ein Nebengesch├Ąft. Bislang kommen f├╝r den Wintersport vor allem die Innsbrucker. Ins Gschnitztal, ein westliches Seitental des Wipptals, zum Langlaufen, auf die Bergeralm zum normalen Skifahren.

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