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Trend Hausboot-Urlaub: Werden im Sommer 2021 die Boote knapp?

Trend Hausboot-Urlaub  

Werden im Sommer die Boote knapp?

26.01.2021, 13:46 Uhr | Rudi Stallein/SRT

Trend Hausboot-Urlaub: Werden im Sommer 2021 die Boote knapp?. Urlaub auf einem Hausboot: Die Stornobedingungen werden von den Anbietern unterschiedlich gehandhabt. (Quelle: Locaboat/Spiegelhalter/SRT)

Urlaub auf einem Hausboot: Die Stornobedingungen werden von den Anbietern unterschiedlich gehandhabt. (Quelle: Locaboat/Spiegelhalter/SRT)

Im Corona-Jahr 2020 gehörte Hausbooturlaub zu den touristischen Gewinnern. Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Ergattern Reisefreudige für den Sommer noch ein Boot? Und welche Stornobedingungen gibt es?

Nichts wie raus aufs Wasser. So lautete für viele Deutsche die Devise, als sich im vorigen Frühjahr abzeichnete, dass Corona-bedingt Urlaub in der Heimat angesagt sein würde. Die Folge: Spezialveranstalter und Hausbootvermieter an Havel, Müritz und der Ostsee waren zeitweise komplett ausgebucht.

"Sowas habe ich in über 50 Jahren Firmengeschichte noch nicht erlebt. Wir hätten unsere Boote in der Hochsaison fünfmal zum gleichen Termin vermieten können", berichtet Stefanie Knöß, Marketingleiterin beim Hausbootveranstalter Le Boat. "Im Sommer sind wir von der Nachfrage überrannt worden", bestätigt Dagmar Rockel-Kuhnle vom Bootsferien-Anbieter Kuhnle Tours. Für die kommende Saison erwartet die Branche einen erneuten Run auf die schwimmenden Ferienhäuser. Das bedeutet: Hausbootfans sollten sich sputen. Wer zeitlich flexibel ist, hat deutlich größere Chancen, noch ein Boot zu ergattern.

Könnte es im Sommer zu wenig Boote geben?

Nach dem Boom im vorigen Jahr prognostiziert Dagmar Rockel-Kuhnle einen erneuten Nachfrageschub: "Trotz Impfungen wird auch 2021 Deutschland-Urlaub an erster Stelle stehen." Deshalb habe man nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr diesen Winter die Werftmitarbeiter nicht wieder in Kurzarbeit geschickt, ergänzt sie lachend. Stattdessen wird die von 120 auf 160 Boote erweiterte Flotte startklar gemacht. Wer einen Hausbooturlaub machen will, solle sich jetzt Gedanken machen, empfiehlt die Geschäftsfrau.

Eine "außergewöhnlich gute Buchungslage für die kommende Saison" registriert auch Aquare Charter. Die Firma offeriert an den fünf Standorten Plauen/Brandenburg, Lychen, Zernsdorf, Lindow und Havelberg 100 Bungalow-Boote. "Für die Hauptsaison haben wir keine freien Termine mehr", sagt Aquare-Prokurist Philipp Sommer und rät, auf die Vor- und Nebensaison auszuweichen. "Da kann man auch sehr schöne und sehr ruhige Tage auf dem Wasser verbringen." Wer dennoch partout im Sommer fahren möchte und spontan genug ist, der könne sich "für kurzfristige Verfügbarkeiten auf die Warteliste setzen lassen", sagt Sommer.

Unterkunft auf dem Wasser: Die Bungalow-Boote werden "Bunbos" genannt. (Quelle: Jens Schulze/SRT)Unterkunft auf dem Wasser: Die Bungalow-Boote werden "Bunbos" genannt. (Quelle: Jens Schulze/SRT)

Wo werden Bootstouren möglich sein?

Ein "absolutes Deutschland-Jahr" erwartet man auch bei Le Boat. Laut Marketingchefin Knöß verzeichnet der Marktführer schon jetzt ein Plus von 51 Prozent. Neben den Standorten an den Mecklenburgischen Seen werde kommende Saison eine zusätzliche Basis in Fürstenberg/Brandenburg angeboten. 16 Boote liegen dort bereit, mit Option auf acht weitere. Darüber hinaus werden auch Touren in Holland, Belgien, Elsass und Burgund, die im vorigen Jahr "solange es möglich war", ebenfalls einen Boom erlebten, weiter angeboten.

Französische Flüsse und Kanäle als Ausweichmöglichkeit zu den Seenlandschaften bietet auch Locaboat Holidays. Einige Einwegfahrten, die im vorigen Sommer wegen der Pandemie vorübergehend gestrichen worden waren, sind dieses Jahr wieder im Angebot, teilt Pressesprecherin Verena Ullrich mit. Beispielsweise die Strecken von Argens bis Négra und von Agen bis Valence-sur-Baïse.

Zudem bietet der Spezialist für führerscheinfreien Hausbooturlaub kombinierte Boots- und Citytrips zu kleineren französischen Städten. Dabei geht es zum Beispiel ab Melesse auf dem Canal d'Ille-et-Rance zur bretonischen Hauptstadt Rennes. Ab Negra schippern kulturliebende Hausbootfans auf dem Canal du Midi nach Toulouse.

In den Niederlanden hat Locaboat seine Flotte um fünf Boote erweitert. Kuhnle Tours bietet weiterhin Touren in Elsass-Lothringen an: auf dem Saarkanal und dem Rhein-Marne-Kanal zwischen Saarbrücken und Straßburg sowie auf der Mosel zwischen Metz und Nancy. Die Kuhnle-Basis in Polen wurde hingegen geschlossen.

Unterwegs mit dem Hausboot auf dem Rhein-Marne-Kanal: Urlauber treffen während ihres Trips auf einige Schleusen. (Quelle: Marlis Heinz/SRT)Unterwegs mit dem Hausboot auf dem Rhein-Marne-Kanal: Urlauber treffen während ihres Trips auf einige Schleusen. (Quelle: Marlis Heinz/SRT)

Wie sicher ist Hausbooturlaub in Corona-Zeiten?

Ein Grund des aktuellen Booms ist, dass der Urlaub im Hausboot als sehr sichere Reiseart gilt. Dafür entwickelten die Anbieter umfassende Hygienekonzepte. Allen gemeinsam ist die übliche Abstands- und Maskenpflicht sowie ein regelmäßiges, gründliches Desinfizieren der Boote. Daneben gilt das Augenmerk vor allem einem Entzerren des Andrangs bei der Bootsübergabe.

"Die Einweisungen erfolgten früher für zwei Crews auf einem Boot. Jetzt nutzen wir für die Theorie eine große Halle", erläutert Dagmar Rockel-Kuhnle. Außerdem finden angehende Freizeitkapitäne Videoeinweisungen für die verschiedenen Bootstypen auf der Internetseite des Unternehmens.

So informiert auch Aquare über den Umgang mit den "Bunbos", wie die Bungalow-Boote genannt werden. Um Warteschlangen an der Anmeldung zu vermeiden, werden bei Locaboat die Kunden "etwa zwei Wochen vor der Abreise von der jeweiligen Basis kontaktiert, um eine Anreisezeit auszumachen", erklärt Pressesprecherin Ullrich. Auch Le Boat hat an seinen Standorten gestaffelte Abfahrtszeiten eingeführt. "Und wir informieren so viel wie möglich virtuell vorab", betont Stefanie Knöß.

Wie wird die Stornofrage geregelt?

Vorab informieren sollten sich die Kunden auch über die Stornobedingungen. Die werden von den Anbietern unterschiedlich gehandhabt. Kuhnle Tours hat die Anzahlungen reduziert, für Deutschland von 40 auf 30 Prozent, in Frankreich auf zehn Prozent. Sollte eine Reise wegen Corona-Beschränkungen, etwa eines Beherbergungsverbots nicht stattfinden können, bietet das mecklenburgische Unternehmen zwei Möglichkeiten: die Reise auf einen späteren Zeitpunkt verschieben oder einen Reisegutschein, der drei Jahre gültig ist.

Mit einer Vierpunkterichtlinie regelt Le Boat die Stornofrage in unsicheren Zeiten. Das umfasst: Reduzieren der Anzahlung auf 15 statt 40 Prozent bei Buchungen bis zum 31. Januar 2021. Eine Rückerstattungsgarantie, wenn Reisen im Zusammenhang mit Covid-19 nicht durchgeführt werden können. Kostenloses Umbuchen bis 14 Tage vor Reisebeginn sowie die Möglichkeit, die Buchung auf eine andere Person umzuschreiben. "Volle Flexibilität bei Umbuchungen und finanzielle Sicherheit. Das ist, was die Kunden möchten, und nicht noch fünf Prozent mehr Rabatt", sagt Sprecherin Knöß.

Im Fall von Reisewarnungen, Grenzschließungen, Lockdowns oder Quarantänemaßnahmen für ein Zielgebiet, könnten Locaboat-Kunden ihre gebuchte Hausboottour sogar bis 48 Stunden vor Abfahrt kostenlos umbuchen – entweder auf eine andere Destination oder in die Saison 2022. Alternativ wird ein bis Ende 2022 gültiger Gutschein angeboten.

"Auf Wunsch stornieren wir eine Reise auch kostenlos, wenn die genannten Gründe vorliegen, und erstatten die geleisteten Zahlungen binnen 14 Tagen", sagt Verena Ullrich. Genau prüfen sollten Kunden, ob die Kulanz ihres Veranstalters auch bei einem positiven Corona-Test gilt. "Eine Erkrankung ist kein Stornogrund", argumentieren beispielsweise Kuhnle Tours und Locaboat. Für diesen Fall werde der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung, die auch eine Covid-19-Erkrankung abdeckt, empfohlen.

Verwendete Quellen:
  • Reiseredaktion SRT

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