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Corona-Pandemie: Was Reisende über den EU-Impfausweis wissen sollten

Start am 1. Juli  

Wie viel Freiheit bringt der EU-Impfausweis?

01.07.2021, 11:46 Uhr | AFP

Corona-Pandemie: Was Reisende über den EU-Impfausweis wissen sollten. Reisen: Der EU-Impfausweis funktioniert vorerst nur für 26 von 27 Mitgliedsstaaten. (Quelle: Getty Images/gilaxia)

Reisen: Der EU-Impfausweis funktioniert vorerst nur für 26 von 27 Mitgliedsstaaten. (Quelle: gilaxia/Getty Images)

Das digitale Zertifikat soll das Reisen in Europa trotz Pandemie erleichtern. Steht somit einem sorglosen Sommer nichts mehr im Wege? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum offiziellen Start.

Der EU-weit nutzbare Impfausweis soll seit dem 1. Juli das Reisen in Europa einfacher machen. Doch Fluggesellschaften warnen wegen zusätzlicher Kontrollen vor Warteschlangen beim Check-in.

Darüber hinaus haben die Mitgliedstaaten weiter die Möglichkeit, etwa wegen der ansteckenden Delta-Variante Reisebeschränkungen zu verhängen. Ein Freifahrtschein für einen sorglosen Sommer ist das Zertifikat damit nicht:

Was ist der Vorteil?

Das digitale EU-Zertifikat soll Reisen mit möglichst wenig Beschränkungen über Europas Grenzen hinweg ermöglichen. Die EU-Mitgliedstaaten haben zugesichert, bei Inhabern grundsätzlich auf Quarantäne- und Testpflichten zu verzichten.

Welche Informationen enthält das Zertifikat?

Der Nachweis soll Auskunft darüber geben, ob ein Mensch das Coronavirus weiterverbreiten kann oder zumindest wie wahrscheinlich dies ist. Neben Informationen über eine Corona-Impfung kann das Dokument deshalb auch aktuelle Testergebnisse und Angaben über eine überstandene Corona-Erkrankung enthalten.

Wie funktioniert es?

Das Zertifikat besteht aus einem QR-Code, der gescannt werden kann. Eine digitale Signatur soll dafür sorgen, dass es fälschungssicher ist. Der Nachweis kann auf Mobilgeräten gespeichert oder auch in ausgedruckter Form mitgeführt werden. Eine elektronische EU-Plattform stellt sicher, dass die Echtheit europaweit überprüft werden kann.

Wie kann ich das Zertifikat elektronisch speichern?

In Deutschland gibt es eine spezielle App – die CovPass-App, die dafür heruntergeladen werden kann. Alternativ kann die Corona-Warn-App genutzt werden.

Ist das Zertifikat bei Reisen Pflicht?

Nein. Es dient lediglich dazu, die Kontrollen etwa an Flughäfen zu vereinfachen. Impfungen können etwa auch durch einen herkömmlichen Impfpass nachgewiesen werden.

Wie bekomme ich das Zertifikat in Deutschland?

Das Zertifikat wird seit Mitte Juni bei Impfungen routinemäßig ausgestellt. Wer davor geimpft wurde, kann sich den digitalen Nachweis nachträglich kostenlos etwa in Apotheken ausstellen lassen. Bisher wurden in Deutschland laut Bundesgesundheitsministerium 40 Millionen Zertifikate ausgestellt.

Welche Impfstoffe zählen?

Alle Mitgliedstaaten müssen die von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassenen Impfstoffe akzeptieren. Das sind derzeit die Mittel von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Nationale Regierungen können aber auch andere Impfstoffe akzeptieren. Ihnen obliegt es auch zu entscheiden, ob sie den Impfnachweis bereits akzeptieren, wenn nur eine von zwei nötigen Dosen verabreicht wurde.

Wird das Zertifikat zum 1. Juli in allen Mitgliedstaaten funktionieren?

Vorerst für alle bis auf einen der 27 EU-Mitgliedsländer. Bis zum Vormittag war Irland noch nicht an das System angeschlossen, bei Malta, den Niederlanden, Rumänien, Schweden und Ungarn klappte es hingegen noch rechtzeitig. Mit dabei sind außerdem die Nicht-EU-Länder Island, Liechtenstein und Norwegen.

Was bedeutet das Zertifikat für die Abfertigung an Flughäfen?

Europäische Verbände von Fluggesellschaften und Airports warnen vor Schlangen bei der Passagierabfertigung. Sie kritisieren, dass ihnen die Last der Kontrollen aufgebürdet wird, und sehen eine zusätzliche Erschwernis durch uneinheitliche nationale Systeme.

Europäische Verbände von Fluggesellschaften und Airports warnen vor Schlangen bei der Passagierabfertigung. (Quelle: Getty Images/lechatnoir)Europäische Verbände von Fluggesellschaften und Airports warnen vor Schlangen bei der Passagierabfertigung. (Quelle: lechatnoir/Getty Images)

Demnach zeigen bisherige Erfahrungen, dass die durchschnittlichen Check-in-Zeiten um 500 Prozent auf zwölf Minuten pro Passagier steigen. Reisende sollten deshalb beim Abflug mehr Zeit einplanen.

Sind Quarantäne und Testpflichten mit dem Zertifikat ausgeschlossen?

Nein. Die Mitgliedstaaten sollen zwar möglichst darauf verzichten, sie können aber etwa beim Auftreten von neuen Virusvarianten eine "Notbremse" ziehen und wieder Beschränkungen und Auflagen verhängen. So hat Deutschland Portugal zum Virusvariantengebiet erklärt. Wer von dort zurückkommt, muss mit oder ohne Zertifikat für 14 Tage in Quarantäne.

Kann das Zertifikat auch für andere Zwecke genutzt werden?

Grundsätzlich ja. Es eignet sich auch, um etwa Restaurant- oder Veranstaltungsbesuche zu ermöglichen. Diese Frage wird jedoch nicht auf EU-Ebene entschieden. In vielen EU-Ländern gibt es aber derartige Pläne.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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