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Wo bei Reisebuchungen kein Aufpreis mehr kassiert wird

Bei Internet- und Ladenkäufen  

Wo bei Reisebuchungen kein Aufpreis mehr kassiert werden darf

05.02.2018, 08:27 Uhr | Hans-Werner Rodrian/SRT

Wo bei Reisebuchungen kein Aufpreis mehr kassiert wird. Hose mit Portemonnaie: Es ist Händlern ab jetzt verboten, für die Zahlung mit EC-Karte oder gängigen Kreditkarten wie Visa oder Mastercard Gebühren auf den Preis aufzuschlagen.  (Quelle: SRT-Archivbild)

Hose mit Portemonnaie: Es ist Händlern ab jetzt verboten, für die Zahlung mit EC-Karte oder gängigen Kreditkarten wie Visa oder Mastercard Gebühren auf den Preis aufzuschlagen. (Quelle: SRT-Archivbild)

Seit dem 13. Januar 2018 greift die EU-Richtlinie, wonach die Verbraucher fürs Bezahlen nicht mehr extra zahlen müssen. Wer seine Reiserechnung per EC-Karte, Lastschrift oder mit gängigen Kreditkarten begleicht, dem darf jetzt kein Aufpreis mehr berechnet werden. Das ist vor allem bei Internetkäufen wichtig, gilt aber auch im normalen Ladengeschäft.

Jeder, der schon mal online einen Flug, ein Hotel oder eine ganze Reise gebucht hat, der kennt sie: Die lästigen Zahlungsgebühren. Meistens schlichen sie sich gemeinerweise erst beim letzten Buchungsschritt ein und wurden klammheimlich auf die Rechnung obendrauf gepackt.

Eigentlich müsste der Verkäufer ja mindestens eine gebührenfreie Zahlmethode anbieten; aber das war dann in der Regel irgendeine völlig unbekannte Kreditkarte. Für alle anderen Zahlungsweisen wurde kräftig zugelangt, und schnell kostete die Reise auch mal 20 Euro mehr.

Sowohl online als auch im Laden kein Kreditkartenaufpreis mehr

Doch damit ist jetzt Schluss: Das Gesetz ist in Kraft getreten, das EU-weit das Bezahlen billiger macht. Es verbietet Händlern, für die Zahlung mit EC-Karte oder gängigen Kreditkarten wie Visa oder Mastercard Gebühren auf den Preis aufzuschlagen. Auch für andere übliche Zahlungsweisen dürfen keine Extrakosten mehr berechnet werden. Egal ob man mit Karte, Sepa-Überweisung oder per Lastschrift zahlt: Der Preis muss immer derselbe sein. 

Andere Unsitten wurden gleich mit verboten: Bei Buchung eines Hotels oder Mietwagens hat der Anbieter bisher gern klammheimlich den Betrag via Kreditkarte auf dem Kundenkonto gesperrt; das ist jetzt nicht mehr ohne weiteres zulässig. Der Verbraucher muss einer solchen Regelung nun ausdrücklich zustimmen.

Das gesamte Gesetz gilt übrigens nicht nur online, sondern auch in allen Ladengeschäften. Wer also im Reisebüro per Kreditkarte zahlen will, weil da eine Reiserücktrittskostenversicherung inkludiert ist, der muss auch dort keinen Aufpreis mehr befürchten. 

Aufgepasst bei Lückenaustestern unter den Webseitenbetreibern 

Die großen Reisekonzerne haben pünktlich umgestellt: Lufthansa und Bahn, Tui und Neckermann, Expedia und HRS reagierten allesamt auf die Gesetzesänderung und haben die Aufschläge abgeschafft. Dadurch sparen die Kunden beispielsweise bei der Bahn um die drei Euro pro Ticketkauf per Kreditkarte, bei Lufthansa kamen für teure Flüge durchaus auch 25 bis 30 Euro zusammen, die jetzt wegfallen. Bei Aida fällt ein Prozent "Transaktionsgebühr" weg, bei Tui sind es 0,7 Prozent "Disagio". 

Bei kleineren und ausländischen Firmen im Internet wird die Einsicht vermutlich noch eine Weile dauern. Das gilt insbesondere bei Leistungen mit knappen Margen wie Flugtickets, weil die Händler ihrerseits nicht entlastet worden sind. Zahlt ein Kunde mit Karte, dann kann das Kreditkartenunternehmen vom Händler weiter eine prozentuale Gebühr verlangen. Die aber kann der nun nicht mehr direkt an den Kunden weiterreichen. 

Es ist also zu erwarten, dass manche Webseitenbetreiber jede Lücke im Gesetz austesten werden. Und Schlupflöcher bietet die neue Vorschrift durchaus. So sind zum Beispiel weiter Preisaufschläge zulässig, wenn man mit einer Firmenkreditkarte oder mit weniger gängigen Karten zahlt. Dazu zählt der Gesetzgeber durchaus bekannte Anbieter wie American Express. Auch der Bezahldienstleister Paypal ist ausgenommen. Bei all diesen Zahlungsmethoden können also nach wie vor Gebühren verlangt werden, bei Paypal zum Beispiel kostet es pro Ticket 1,50 Euro zusätzlich. Bahn und Lufthansa tun dies beispielsweise auch. 

Wettbewerbszentrale verspricht Unterbinden von unzulässiger Berechnung

Fachleute erwarten darüber hinaus, dass gewiefte Online-Händler die neue Vorschrift zwar umsetzen, aber das Ergebnis verstecken. So können sie zum Beispiel die für sie selbst günstigen Zahlungsmethoden prominent platzieren und die für sie teureren entweder gar nicht mehr anbieten oder nur noch sehr unauffällig. 

Wer der Meinung ist, dass ein Händler gegen die Bestimmungen verstößt (die übrigens nicht nur bei Reisen gelten), der kann sich bei der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs beschweren. Dafür hat die Wettbewerbszentrale eine eigene Beschwerdestelle eingerichtet. Die Wettbewerbszentrale verspricht, allen gemeldeten Fällen nachzugehen und die unzulässige Berechnung von Zahlungsentgelten zu unterbinden.  

Verwendete Quellen:
  • SRT

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