• Home
  • Nachhaltigkeit
  • Klima & Umwelt
  • WWF-Bericht: EU ist zweitgrĂ¶ĂŸter Zerstörer des Regenwalds


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextTrump erwĂ€gt wohl BlitzkandidaturSymbolbild fĂŒr einen TextEx-"Bild"-Chef startet "Meinungs-Show"Symbolbild fĂŒr einen TextSportmoderatorin stirbt mit 47 JahrenSymbolbild fĂŒr einen TextTour: Belgier siegt im Gelben TrikotSymbolbild fĂŒr einen TextSprengstoffanschlag auf ParteibĂŒroSymbolbild fĂŒr einen TextDax stĂŒrzt abSymbolbild fĂŒr ein VideoHier zieht die Front ĂŒber DeutschlandSymbolbild fĂŒr einen TextDrei Transfernews bei Schalke 04Symbolbild fĂŒr ein VideoMerkel spricht ĂŒber DarmbakterienSymbolbild fĂŒr einen TextHerzogin Kate verzaubert WimbledonSymbolbild fĂŒr einen TextFrau uriniert neben Gleis: Hand gebrochenSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserOliver Pocher attackiert InfluencerinSymbolbild fĂŒr einen TextSpielen Sie das Spiel der Könige

WWF-Bericht: EU ist weltweit der zweitgrĂ¶ĂŸter "Waldzerstörer"

dpa, Von Gregor Bauernfeind

Aktualisiert am 14.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Tropenwald-Abholzung wegen Importen
Zerstörter Regenwald in Brasilien: FĂŒr den Anbau von Soja, Kaffee und anderen Produkten fĂŒr den EU-Import ist jĂ€hrlich Tropenwald von etwa der vierfachen GrĂ¶ĂŸe des Bodensees abgeholzt worden. (Quelle: /dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Soja, Rindfleisch, Kaffee: FĂŒr den Konsum in Europa werden anderswo WĂ€lder gerodet. EU-Importe verursachen laut einem Bericht Tropenwald-Abholzung in großem Ausmaß. Auch Deutschland mischt krĂ€ftig mit.

Damit Kunden in europĂ€ischen SupermĂ€rkten solche Produkte kaufen können, mĂŒssen in anderen Weltregionen WĂ€lder weichen. FĂŒr EU-Importe wurden zuletzt pro Jahr durchschnittlich TropenwĂ€lder von der vierfachen GrĂ¶ĂŸe des Bodensees gerodet. Im Jahr 2017 gingen weltweit 16 Prozent der Abholzung von Tropenwald im Zusammenhang mit Handel auf das Konto von EU-Importen, wie ein am Mittwoch vorgestellter Bericht der Umweltorganisation WWF fĂŒr die Jahre 2005 bis 2017 feststellt.

Die EuropÀische Union liegt damit hinter China (24 Prozent) und vor Indien (9 Prozent) und den USA (7 Prozent) weltweit auf Platz zwei dieser "Weltrangliste". Innerhalb der EU steht Deutschland ganz oben auf der Liste.

Die mit Abstand grĂ¶ĂŸten Verursacher von Abholzung durch EU-Importe waren dem Bericht zufolge Soja (rund 31 Prozent der gerodeten FlĂ€che) und Palmöl (rund 24 Prozent), fĂŒr deren Anbau oder Produktion vor allem WĂ€lder in SĂŒdamerika beziehungsweise SĂŒdostasien weichen mussten. Dahinter folgten Rindfleisch, Holzprodukte, Kakao und Kaffee.

Rodungen betreffen das Weltklima

Unter den EU-LĂ€ndern ist Deutschland fĂŒr die meiste Abholzung durch Importe verantwortlich: Im Schnitt wurden dafĂŒr pro Jahr 43.700 Hektar Wald gerodet – eine FlĂ€che etwa halb so groß wie Berlin. Nach Einwohnern gerechnet liegt Deutschland allerdings in etwa im EU-Schnitt. Der meiste Wald pro Einwohner wurde fĂŒr Importe in die Niederlande, nach Belgien und DĂ€nemark gerodet.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Spektakel auf Court Nr.1 – Maria steht im Halbfinale
Tatjana Maria: Die OberschwÀbin steht im Halbfinale von Wimbledon.


Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Die Rodungen machen sich dem Bericht zufolge nicht nur in Ökosystemen weit weg von Europa bemerkbar, sondern betreffen auch das Weltklima. Durch die importierte Entwaldung habe die EU 2017 indirekt 116 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht, heißt es in dem WWF-Bericht. Das entspreche mehr als einem Viertel der EU-Emissionen aus der Landwirtschaft im selben Jahr. Solche indirekten Emissionen wĂŒrden in den Statistiken zu Treibhausgas-Emissionen nicht erfasst.

Der Bericht zeigt jedoch auch, dass die EU die durch Importe verursachte Waldzerstörung von 2005 bis 2017 um 40 Prozent reduziert hat. 2005 machte der EU-Anteil weltweit noch 31 Prozent aus, Europa lag bis 2013 auf Platz eins der "Weltrangliste der Waldzerstörer", wie es der WWF in dem Bericht formuliert. Selbstverpflichtungen von Unternehmen und Regierungen hÀtten in einigen FÀllen zwar etwas gebracht. Erfolgreich seien sie letztlich aber nicht gewesen. Denn: Das erklÀrte EU-Ziel, die Entwaldung bis 2020 zu stoppen, wurde nicht erreicht.

Gesetze mit verbindlichen Regeln gefordert

Der WWF fordert deshalb EU-Gesetze mit verbindlichen Regeln. Das Europaparlament hat die EU-Kommission bereits im Oktober 2020 dazu aufgefordert, einen Rechtsrahmen vorzulegen, um die von der EU verursachte globale Abholzung zu stoppen.

Entscheidend sei, dass es verbindliche Anforderungen an Unternehmen und den Finanzsektor gebe, fordert die Stiftung. Rohstoffe mĂŒssten zurĂŒckzuverfolgen, Lieferketten transparent sein. Die nationale Gesetzgebung der EU-Staaten sollte effektive und abschreckende Sanktionen wie Geldstrafen fĂŒr Betreiber und HĂ€ndler oder die Beschlagnahmung von Waren vorsehen, wenn Bestimmungen nicht eingehalten werden. Zentral sei außerdem, sich nicht etwa an den Regeln der exportierenden LĂ€nder zu orientieren – denn nach den Gesetzen vor Ort können die Rodungen durchaus legal sein.

Aufgabe soll nicht auf den Schultern der Konsumenten landen

"Die Ära der Naturzerstörung muss enden, denn natĂŒrliche Ökosysteme wie WĂ€lder sind unsere Lebensversicherung", sagte Christine Scholl, die beim WWF fĂŒr nachhaltige Lieferketten zustĂ€ndig ist. "Produkte, die auf dem europĂ€ischen Markt landen, dĂŒrfen nicht auf Kosten von Natur und Menschenrechten produziert werden." Denn obwohl sich der am Mittwoch vorgestellte Bericht mit Rodungen befasst – allein auf die WĂ€lder darf sich die EU bei der Gesetzgebung nicht konzentrieren, wenn es nach der WWF geht. Dann könnten andere Probleme ignoriert werden, etwa Menschenrechtsverletzungen oder die Zerstörung anderer Ökosysteme wie Savannen, Grasland und Feuchtgebiete.

Auf die Schultern der Konsumenten will der WWF die Aufgabe nicht geladen wissen, das Ausmaß der Rodungen zu reduzieren. Es solle vielmehr eine SelbstverstĂ€ndlichkeit sein, dass das, was auf den Tellern lande, nicht mit der Zerstörung des Planeten oder der Verletzung von Menschenrechten zusammenhĂ€nge, sagte Anke Schulmeister-Oldenhove vom WWF, die Hauptautorin des Berichts. DarĂŒber hinaus könne aber durchaus der eigene Konsum – etwa von Fleisch – und dessen Folgen hinterfragt werden.

FĂŒr den Bericht wurden Daten zur Abholzung – zum Beispiel Satellitenbilder - mit Daten zum internationalen Handel verknĂŒpft. Ergebnisse fĂŒr die Zeit nach 2017 liegen laut WWF noch nicht vor. Der Bericht bezieht sich also auf die EU inklusive Großbritanniens.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Theresa Crysmann
Von Theresa Crysmann
  • Theresa Crysmann
Von Theresa Crysmann
BodenseeBrasilienChinaDeutschlandEUEuropaIndienUSAUganda

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website