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Italiener schicken Euro auf Talfahrt

Von dpa
16.05.2018Lesedauer: 2 Min.
Luigi Di Maio: Der Chef der italienischen Fünf-Sterne-Bewegung sorgt für Turbulenzen um den Euro.
Luigi Di Maio: Der Chef der italienischen Fünf-Sterne-Bewegung sorgt für Turbulenzen um den Euro. (Quelle: Riccardo Antimiani/ap-bilder)
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Wahrscheinlich erhält Italien bald eine populistische Regierung, die möglicherweise die Streichung von Milliarden Staatsschulden verlangen wird. Der Eurokurs sinkt entsprechend.

Die sich abzeichnende populistische Regierung in Italien hat den Eurokurs am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. Der Kurs der Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,1764 US-Dollar und erreichte so den tiefsten Stand seit Dezember. Zuletzt erholte sich der Euro etwas und wurde mit 1,1796 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,1784 (Dienstag: 1,1883) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8486 (0,8415) Euro.

Die laut Medienberichten wahrscheinlicher werdende Bildung einer eurokritischen neuen italienischen Regierung zwischen Fünf Sterne und Lega sorgte für Turbulenzen. Die mögliche Regierung plant enorme Ausgabensteigerungen und Steuerkürzungen. "Die neue Regierungskoalition, vor der Italien vermutlich steht, wird die EU vor neue Herausforderungen stellen", kommentierte Karsten Junius, Chefvolkswirt beim Bankhaus Sarasin. "Ihre finanzpolitischen Vorhaben sind mit den Stabilitätsvereinbarungen in der Währungsunion nicht kompatibel.

"Unrealistischer Vorschlag"

Vor allem ein sehr eurofeindlicher Entwurf des Koalitionsvertrages zwischen den beiden Parteien sorgte für Turbulenzen. In dem Papier, das der "Huffington Post" zugespielt wurde, geht es um die Forderung, 250 Milliarden Euro der italienischen Staatsschulden bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erlassen. Laut Sterne-Chef Luigi Di Maio wurde der Entwurf allerdings in wichtigen Punkten überarbeitet.

Der italienische Ökonom Carlo Cottarelli sprach von einem "so unrealistischen Vorschlag, dass ich mich frage, wieso er überhaupt schwarz auf weiß niedergeschrieben wurde". Laut Junius beenden die Vorstellungen die Diskussion über eine realistische Vertiefung der Währungsunion, wie sie von Frankreich vorgeschlagen wurde.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87418 (0,87900) britische Pfund, 129,83 (130,77) japanische Yen und 1,1792 (1,1910) Schweizer Franken fest. Eine Feinunze Gold kostete am Nachmittag im freien Handel 1290,30 Dollar. Gefixt wurde die Feinunze Gold in London zuletzt am Dienstag mit 1295,00 (Montag:1319,85) Dollar.

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Verwendete Quellen
  • dpa
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