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"Charlie Hebdo"-Attacke zeigt: Terrorismus wird gezielter


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Die neue Strategie der Terroristen

Von t-online, ap
Aktualisiert am 12.01.2015Lesedauer: 3 Min.
Mit automatischen Waffen ausgestattet, die Flucht gut geplant: Fachleute sehen in den Anschlägen von Paris eine Wende im internationalen Terrorismus.
Mit automatischen Waffen ausgestattet, die Flucht gut geplant: Fachleute sehen in den Anschlägen von Paris eine Wende im internationalen Terrorismus. (Quelle: AFP-bilder)
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Kalaschnikows, jede Menge Munition, Molotow-Cocktails, eine Granate, eine Maschinenpistole, ein Raketenwerfer und Pistolen. Dazu ein Blaulicht, das den Wagen als Zivilstreife tarnt: Die Liste der Hilfsmittel der Attentäter von Paris lässt auf eine furchteinflößende Perfektion schließen. Und sie repräsentiert einen Wandel in der Wahl der Mittel. Bomben waren gestern, heute greifen Terroristen mit Maschinengewehren an.

Anschläge mit Schusswaffen verbreiten eine andere Art Terror als Bombenattentate: Sie sind persönlicher, gezielter und können zu einem urbanen Drama in die Länge gezogen werden, das eine Gesellschaft tagelang in Atem hält. Und Schusswaffen sind leichter zu beschaffen, zu transportieren und zu verbergen als Sprengsätze.

Zu dem Arsenal, das die französische Polizei nach dem finalen Schusswechsel mit den Brüdern Chérif und Said Kouachi entdeckte, zählte sogar ein scharfer Raketenwerfer. "Der Sturm auf das Ziel, die Benutzung der Waffen, die professionelle Flucht - das war eine perfekt geplante Kommandoaktion", sagt Terrorexperte Rolf Tophoven im Gespräch mit t-online.de.

"Die Gewalt konzentriert sich mehr"


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Der Trend hin zu schweren Waffen wurde bereits bei einem Anschlag 2012 in Europa offenbar. Damals wurden in Toulouse drei jüdische Schulkinder, ein Rabbiner und drei Fallschirmjäger getötet. 2014 erschoss ein mutmaßlicher Islamist bei einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vier Menschen mit einer Kalaschnikow.

"Die Gewalt konzentriert sich mehr auf spezifische Gruppen, jüdische Ziele, militärische Ziele, polizeiliche Ziele", sagt Magnus Ranstorp, Terrorismusexperte am Swedish National Defence College (SNDC), einer auf Verteidigungs- und Sicherheitsfragen spezialisierten Hochschule. Die Täter verlegten sich auf komplexe bewaffnete Überfälle im militärischen Stil, die ebenso effektiv, aber viel einfacher zu bewerkstelligen sind als Bombenattentate.

Erstes Beispiel: Mumbai 2008

Am Anfang habe der Anschlag 2008 im indischen Mumbai gestanden, sagt Ranstorp. Eine kleine Gruppe gut bewaffneter und ausgebildeter Täter sei in der Lage gewesen, eine Großstadt tagelang zu lähmen. Mehr als 160 Menschen wurden getötet. Terrorabwehrexperten warnten damals, dass diese Taktik Nachahmer finden könnte.

Westliche Geheimdienste befürchten, dass Terroristen nun weitere Anschläge mit relativ einfachen Mitteln planen könnten. Der dänische Geheimdienst räumte in seiner jüngsten Terroreinschätzung ein, dass potenzielle Täter "leicht zugängliche Waffen" wie Messer, Handfeuerwaffen und kleine Sprengsätze für Anschläge nutzen könnten.

Bombenanschläge immer schwieriger

Der Einsatz von Bomben ist in den vergangenen Jahren schwieriger geworden, denn die europäischen Sicherheitsbehörden haben Chemikalien im Blick, die zur Herstellung von Sprengsätzen verwendet werden können. Sprengsätze sind außerdem häufig instabil und detonieren ungewollt, mit tödlichen Folgen für die Bombenbauer. Für Terroristen mit Beziehungen zur Unterwelt ist es hingegen relativ einfach, auf dem Schwarzmarkt an schwere Waffen zu gelangen, insbesondere in Bosnien, Serbien und Kroatien.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion waren Hunderttausende solcher Waffen in Ungarn und anderen ehemaligen Ostblockländern auf dem Schwarzmarkt erhältlich, für Käufer mit guten Beziehungen und reichlich Bargeld bis heute. 1997 wurden zudem mehr als 500.000 Waffen aus albanischen Lagern gestohlen.

Immer mehr Syrien-Heimkehrer

Der Verbleib von fast einer halben Million weiteren verloren oder gestohlen gemeldeten Waffen in der EU ist ungeklärt, wie aus Dokumenten der EU-Kommission hervorgeht. Einem Bericht aus dem Jahr 2013 zufolge könnten die Konflikte im Nahen Osten und Nordafrika dazu führen, dass Verbrecherbanden in Europa Zugang zu weiteren gestohlenen oder überzähligen militärischen Waffen erhalten.

Der Däne Morten Storm, der Al-Kaida im Irak im Auftrag westlicher Geheimdienste infiltriert hat, sagt, die "Charlie Hebdo"-Attentäter hätten vermutlich unauffällig in Frankreich gelebt, während sie auf die Waffen für den Anschlag warteten.

Aus dem Video des Anschlags auf die Satirezeitschrift geht hervor, dass die Attentäter eine Waffenausbildung hatten. Sie führten ihre Taten schnell und effizient aus, machten keine Anfängerfehler. Die Sorge ist nun, dass sich ein Muster herausbilden könnte: Hunderte islamistische Kämpfer sind inzwischen in ihre Heimatländer in Europa zurückgekehrt, nachdem sie in Syrien und anderen Konfliktgebieten ein Waffentraining erhalten haben.

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