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Boris Johnson: Premierminister empört mit Kommentar über ermordete Jo Cox

Aussage über ermordete Politikerin  

Boris Johnson empört Parlamentarier

26.09.2019, 09:57 Uhr | t-online.de , mja

Brexit: Heftige Debatte nach Aufhebung der Parlamentspause

Nach der vom obersten Gericht aufgehobenen Zwangspause ist das britische Unterhaus erneut zusammengekommen. Die Abgeordneten führten eine hitzige Debatte. (Quelle: Reuters)

Boris Johnson: Der britische Premierminister musste sich nach Aufhebung der Parlamentspause einer hitzigen Debatte stellen. (Quelle: Reuters)


"Den Brexit hinkriegen": Damit ehre man die ermordete Abgeordnete Jo Cox am besten. Über diese Behauptung des britischen Premiers zeigen sich Witwer und Abgeordneten entsetzt.   

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat die Abgeordneten des Unterhauses mit einer Äußerung über die vor drei Jahren ermordete Labour-Parlamentarierin Jo Cox empört. "Der beste Weg, ihr Andenken zu ehren, und überhaupt um dieses Land zu einen, ist es, den Brexit hinzukriegen", sagte Johnson am Mittwochabend im Parlament.  

Jo Cox hatte den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union befürwortet. Ein 53-jähriger Neonazi hatte die 41-Jährige im Juni 2016 bei einem öffentlichen Auftritt in West Yorkshire erschossen, dabei hatte er "Britain first" gerufen – nur wenige Tage vor dem Referendum über die EU-Mitgliedschaft des Landes. Jo Cox hinterließ ihren Ehemann und zwei Kinder. 

Witwer Brendan Cox bei einer Gedenkveranstaltung in London mit dem Foto seiner getöteten Frau: "Es macht mich krank zu sehen, wie Jos Name auf diese Weise benutzt wird." (Quelle: imago images)Witwer Brendan Cox bei einer Gedenkveranstaltung in London mit dem Foto seiner getöteten Frau: "Es macht mich krank zu sehen, wie Jos Name auf diese Weise benutzt wird." (Quelle: imago images)

Witwer: "Das macht mich krank"

Wie die Nachrichtenplattform "The New Daily" berichtete, schnappten manche Abgeordnete nach Johnsons Äußerung nach Luft. Zuvor hatte ein Parlamentarier Johnson aufgefordert, seine "rabiate und gefährliche Sprache zu zügeln".  

Jo Cox' Ehemann Brendan schrieb auf Twitter, die Kommentare machten ihn krank. Er plädierte dafür, ungeachtet der persönlichen Ansichten leidenschaftlich und entschlossen für das einzustehen, woran man glaube. Cox sprach sich dagegen aus, die "andere Seite zu dämonisieren". Besser sei es, an dem festzuhalten, was man gemeinsam habe.

Am Mittwoch war das britische Parlament erstmals nach der vom Obersten Gericht aufgehobenen Zwangspause wieder zusammengetreten. Die Richter des Obersten Gerichts hatten am Dienstag einstimmig die von Johnson verfügte fünfwöchige Zwangspause des Parlaments gekippt. Das Parlament sei durch die Suspendierung auf extreme Weise in der Wahrnehmung seiner verfassungsmäßigen Aufgaben behindert worden, begründeten die Richter das Urteil. Johnson sagte, die Entscheidung des Gerichts werde respektiert, er halte sie aber für falsch.
 

 
Ein Sturm der Kritik brach in der ersten Parlamentssitzung über Johnson herein. Johnson sei "nicht geeignet für das Amt, das er innehat", sagte Labour-Chef Jeremy Corbyn und forderte den Premier zum Rücktritt auf. "Für das Wohl dieses Landes sollte er gehen", sagte Corbyn. Johnson forderte seinerseits die Opposition zu einem Misstrauensvotum auf.

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