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Portugal droht Corona-Kollaps: Bundeswehr eilt zu Hilfe

Katastrophale Lage in Kliniken  

Portugal droht der Corona-Kollaps – Bundeswehr eilt zu Hilfe

31.01.2021, 14:46 Uhr | cck, dpa

Portugal droht Corona-Kollaps: Bundeswehr eilt zu Hilfe. Klinikpersonal steht vor einem Zelt vor einem Lissaboner Krankenhaus: Es gibt kaum noch freie Intensivbetten in Portugal. (Quelle: Getty Images/Melo Moreira)

Klinikpersonal steht vor einem Zelt vor einem Lissaboner Krankenhaus: Es gibt kaum noch freie Intensivbetten in Portugal. (Quelle: Melo Moreira/Getty Images)

Portugals Gesundheitssystem steht kurz vor dem Zusammenbruch: Es gibt kaum noch freie Betten, offenbar ist ein Großteil des Personals selbst infiziert. Die Bundeswehr will nun Hilfe schicken.

Die Bundeswehr unterstützt das schwer von der Coronavirus-Pandemie getroffene Portugal. "Wir werden mit medizinischem Personal und Material helfen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Was genau die Bundeswehr nach Portugal bringt, soll Anfang der kommenden Woche bekannt gegeben werden.

Der "Spiegel" hatte bereits berichtet, dass ein Team mit 27 Ärzten und Sanitätern umgehend mit einem Militärflugzeug nach Portugal geflogen werden und dort zunächst drei Wochen bleiben soll. Zudem sollen stationäre und mobile Beatmungsgeräte sowie Feldkrankenbetten in das Land geschickt werden.

Portugals Ministerpräsident: Corona-Lage ist "sehr schlimm"

Die Corona-Lage in Portugal ist nach Worten von Ministerpräsident António Costa "sehr schlimm". Portugals Gesundheitssystem steht kurz vor dem Kollaps, vielerorts wird bereits Triage angewendet. Nach "Spiegel"-Informationen wurde den Bundeswehrexperten vor Ort ein katastrophales Bild geschildert: Das Gesundheitssystem sei vollkommen überfordert, ein Großteil des Pflegepersonals in den Krankenhäusern sei selbst mit Corona infiziert. Auf dem Festland gibt es nach Behördenangaben nur noch sieben Intensivbetten für Covid-19-Patienten.

Die Bundeswehr plant derzeit jedoch nicht, Patienten nach Deutschland auszufliegen, wie Österreich es bereits angekündigt hat. "Es ist ein Gebot der europäischen Solidarität, rasch und unbürokratisch zu helfen, um Menschenleben zu retten", sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz dazu. Wie viele Menschen aus Portugal nach Österreich gebracht werden, steht derzeit noch nicht fest.

Portugal will sich abschotten

Portugal gehört zu den Ländern, in denen die ansteckenderen Virus-Mutationen besonders stark grassieren. Deutschland hat deswegen eine weitgehende Einreisesperre angeordnet. Und auch Portugal selbst riegelt sich ab. Für zunächst zwei Wochen sollen die Bürger nicht mehr ausreisen – es sei denn, es gibt einen besonderen Grund wie etwa eine medizinische Behandlung.

Auch die Einreise soll stark eingeschränkt werden, allerdings sollen die Grenzen nicht vollständig geschlossen werden. In der ersten Welle hatte Portugal seine Grenzen für zweieinhalb Monate dichtgemacht – und erst bei stark rückläufigen Zahlen wieder geöffnet.

Am Donnerstag wurden in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 16.423 Neuinfektionen und 303 weitere Corona-Tote registriert. Das war ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Auf Deutschland hochgerechnet entspräche das etwa 130.000 Neuinfektionen und rund 2.400 Toten binnen 24 Stunden. Die Bundesregierung erklärte das auch bei Deutschen beliebte Urlaubsland am vergangenen Wochenende zum Hochrisikogebiet, was Reisen in das Land weiter erschweren soll.

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