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Gewalt in Myanmar: Sicherheitskräfte töten offenbar 25 Menschen

Proteste eskalieren  

Bericht: Sicherheitskräfte töten 25 Menschen in Myanmar

04.07.2021, 14:13 Uhr | rtr

Gewalt in Myanmar: Sicherheitskräfte töten offenbar 25 Menschen . Proteste in Myanmar: 25 Menschen sollen von Sicherheitskräften getötet worden sein. (Quelle: Reuters)

Proteste in Myanmar: 25 Menschen sollen von Sicherheitskräften getötet worden sein. (Quelle: Reuters)

Bei Protesten gegen das Militär in Myanmar sollen 25 Menschen getötet worden sein. Die Berichte stammen von Augenzeugen, der BBC und anderen. Die staatliche Zeitung stellt die Situation anders dar. 

In Myanmar haben Sicherheitskräfte Berichten eines Augenzeugen und mehrerer Medien zufolge bei Zusammenstößen mit Protestierenden mindestens 25 Menschen getötet. Zu den Auseinandersetzungen sei es in der im Zentrum des Landes gelegenen Stadt Depayin gekommen, berichtete am Sonntag ein Anwohner, der aus Furcht vor Repressalien seinen Namen nicht in den Medien genannt sehen wollte. Vier Militärlastwagen hätten am Freitagmorgen Soldaten in die Stadt gebracht.

Jugendliche der örtlichen Volksverteidigungskraft, die sich aus Opposition zur Militärregierung gebildet hat, hätten sich den Soldaten entgegengestellt. Die Protestierenden seien nur mit behelfsmäßigen Waffen ausgerüstet gewesen. Die Soldaten hätten auf sie geschossen und sie zurückgedrängt. 25 Menschen seien dabei getötet worden. Ähnliches berichteten die BBC Burmese Service Website und der Than Lwin Khet News Service.

Zeitung spricht von "bewaffneten Terroristen"

Die staatliche Zeitung "Global Night of Myanmar" meldete dagegen, "bewaffnete Terroristen" hätten patrouillierende Sicherheitskräfte in einen Hinterhalt gelockt. Ein Soldat sei getötet, sechs seien verletzt worden. Nach Vergeltungsmaßnahmen der Soldaten hätten sich die Angreifer zurückgezogen. Ein Sprecher des Militärs reagierte nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme zu den Ereignissen in Depayin. Die Stadt liegt in der Region Sagaing, rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Naypyidaw.

Die Volksverteidigungskraft erklärten auf ihrer Internet-Seite, 18 ihrer Mitglieder seien getötet und elf verletzt worden. Solche Organisationen wurden in vielen Teilen Myanmars gegründet, um sich dem Militär entgegenzustellen. Einige stehen in Verbindung zur oppositionellen Regierung der Nationalen Einheit, die im Untergrund als eine Art Schattenregierung installiert wurde.

Seit dem Putsch am 1. Februar und dem Sturz der Regierung von De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi gibt es regelmäßig Proteste gegen das Militär. In vielen Teilen des Landes, in dem zahlreiche Ethnien leben, kommt es immer wieder zu Gewalt. Auch rund zwei Dutzend ethnische Milizen kämpfen seit Jahrzehnten in den Grenzgebieten für mehr Autonomie. Die Stadt Depayin aber liegt im Kernland der Mehrheit der Bamar, die auch das Militär dominieren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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