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Britische Bauern fürchten um ihre Lebensmittel

Corona-Krise und Brexit  

Müssen britische Bauern bald Lebensmittel vernichten?

25.07.2021, 08:04 Uhr | dpa

Britische Bauern fürchten um ihre Lebensmittel. Das Fleischregal in einem Londoner Supermarkt ist leer: Die britischen Bauern fürchten nun, dass sie Lebensmittel vernichten müssen. (Quelle: Reuters/Henry Nicholls)

Das Fleischregal in einem Londoner Supermarkt ist leer: Die britischen Bauern fürchten nun, dass sie Lebensmittel vernichten müssen. (Quelle: Henry Nicholls/Reuters)

Zahlreiche Lastwagenfahrer in Großbritannien sitzen in Corona-Quarantäne, auch der Brexit macht es der Branche schwer. Das wird für die Bauern zum Problem – und auch für die Konsumenten. 

Der anhaltende Mangel an Lastwagenfahrern in Großbritannien stellt britische Landwirte vor Probleme. Der Mangel sei ein erhebliches Problem für die Branche, sagte der Vize-Präsident der National Farmers Union, Tom Bradshaw, der dpa. "Wir hören von Lieferungen, die gestrichen oder verschoben werden müssen, was bedeutet, dass hochwertige britische Früchte, Salate, Milch und andere Produkte womöglich vernichtet werden müssen."

In den vergangenen Tagen machten in den sozialen Netzwerken und in den britischen Medien gehäuft Bilder von leeren Supermarktregalen die Runde, da etliche Filialen ihre Bestände nicht wie gewohnt auffüllen konnten.

Viele Fernfahrer in Quarantäne

In den vergangenen Wochen waren viele Fernfahrer ausgefallen, weil sie als Kontakte von Corona-Infizierten oder selbst Erkrankte in Quarantäne gehen mussten. Rod McKenzie vom Speditionsverband RHA beklagte, die Quarantäneregeln seien jetzt "ein Rezept für Chaos". 

Doch auch neue Visa-Regeln, die seit dem Brexit gelten, stellen die Branche, von der viele andere abhängen, vor Probleme. "Das wird ein immer drängenderes Problem und es muss sich etwas tun", sagte Bradshaw. So müssten etwa die Fahrprüfungen für Lastwagenfahrer beschleunigt werden oder frühere Fahrer ermutigt werden, den Job wieder aufzunehmen.

"Müssen ein oder zwei Läden schließen"

Es fehlt nicht nur an Fernfahrern, sondern auch in den Geschäften und in anderen Unternehmen entlang der Lieferkette. "Wir haben unsere Läden die ganze Pandemie hindurch offen gehalten, aber jetzt müssen wir ein oder zwei Läden schließen und die Öffnungszeiten in anderen reduzieren", sagte der Chef des Tiefkühlkostanbieters Iceland, Richard Walker, dem Sender BBC vergangene Woche. 

Wegen der hohen Anzahl von Mitarbeitern im Lebensmittelhandel in Quarantäne führte die britische Regierung am Freitag kurzfristig Ausnahmeregelungen ein. Angestellte in Lebensmittel-Verteilzentren sind nun von der Pflicht zur Selbstisolation ausgenommen und müssen stattdessen regelmäßige Coronatests durchführen. Am 19. Juli hatte Premierminister Boris Johnson in England fast alle Corona-Regeln aufheben lassen, die Zahl der Neuinfektionen ist zuletzt stark gestiegen. 

Viele EU-Bürger, die vor dem Brexit in der Dienstleistungsbranche arbeiteten, haben in den vergangenen Jahren das Land verlassen, die Pandemie hat diesen Trend beschleunigt. Heute ist es kompliziert und teuer, als EU-Bürger ein Arbeitsvisum im Land zu bekommen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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