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Benzinkrise in Großbritannien: Britische Regierung will Deutsche als Lkw-Fahrer

"Wow, das wirkt verzweifelt"  

Britische Regierung will Deutsche als Lkw-Fahrer

01.10.2021, 19:00 Uhr | mbo, t-online

Benzinkrise in Großbritannien: Britische Regierung will Deutsche als Lkw-Fahrer. Tanklaster in Großbritannien: Vor noch offenen Tankstellen in dem Land bilden sich lange Schlangen, da viele nicht rechtzeitig beliefert werden können.  (Quelle: dpa/Jon Super/AP)

Tanklaster in Großbritannien: Vor noch offenen Tankstellen in dem Land bilden sich lange Schlangen, da viele nicht rechtzeitig beliefert werden können. (Quelle: Jon Super/AP/dpa)

In Großbritannien fehlen Tausende Lastwagenfahrer. Die Regierung ergreift nun ungewöhnliche Maßnahmen: Per Brief wirbt sie um Kandidaten – auch bei Deutschen, die noch nie einen Lkw steuerten.

Der akute Mangel an Lkw-Fahrern in Großbritannien hat drastische Konsequenzen: Vor den noch offenen Tankstellen bilden sich lange Schlangen, da viele nicht rechtzeitig beliefert werden können. Auch Supermarktregale bleiben bereits teilweise leer. Das britische Verkehrsministerium hat nun auch in England lebende Deutsche angeschrieben – sie sollen sich hinters Steuer von Lkws setzen. 

Während der Pandemie haben viele Fahrer aus Osteuropa das Land verlassen. Aufgrund strenger Einreiseregeln nach dem Brexit kehren viele nicht zurück. Mit Kurzzeitvisa für einige Tausend Fahrer bis Weihnachten hofft die Regierung nun, Abhilfe zu schaffen. Zudem haben laut "Independent" rund eine Million Menschen mit Lkw-Führerschein in England einen Brief mit folgendem Hinweis bekommen: "Noch nie war der Zeitpunkt besser, um einen Job als Lkw-Fahrer zu finden, der Ihren Vorstellungen entspricht." Darunter allerdings auch viele Deutsche, die im Vereinigten Königreich leben, aber wohlbemerkt zum größten Teil nie einen Lastwagen gesteuert haben.

"Danke, Boris!"

Der Grund: Vor 1999 ausgestellte deutsche Führerscheine berechtigen das Führen eines Lkw bis 7,5 Tonnen, was einer mittleren Größe entspricht. Nun wurde in dem Schreiben von Verkehrsministerin Charlotte Vere darum gebeten, doch über "eine Rückkehr " in den Lkw-Bereich nachzudenken. 

Angeschrieben wurde unter anderem auch Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am Londoner King's College sowie Mitglied des Zukunftsteams der CDU. Er hat den Brief auf Twitter geteilt und dazu erklärt: "Gute Nachricht: Wenn es mit der Politik nicht klappt, kann ich in England immer noch Lkw-Fahrer werden. Danke, Boris!" Dahinter hat er lachende Emojis gesetzt. Mehrere weitere Personen haben gepostet, auch einen solchen Brief erhalten zu haben, darunter etwa die Epidemiologin Sibylle Mohr. Eine Person schreibt: "Wow, das wirkt verzweifelt."

Am Freitagabend meldete die Nachrichtenagentur AFP, dass ab Montag zunächst einmal die Armee einspringen soll. Soldaten sollen Benzin an die Tankstellen liefern.

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