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Krise in Kasachstan: Russland beginnt mit Truppenabzug

Von dpa
Aktualisiert am 13.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Russische Soldaten kurz vor dem Abzug in der kasachischen Stadt Almaty.
Russische Soldaten kurz vor dem Abzug in der kasachischen Stadt Almaty. (Quelle: Vladimir Tretyakov/NUR.KZ/AP/dpa./dpa)
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Almaty/Moskau (dpa) - Nur eine Woche nach der Verlegung auslĂ€ndischer Truppen in die von schweren Unruhen erschĂŒtterte Republik Kasachstan ist ihr Einsatz beendet worden.

Die von Russland dominierte Organisation des Vertrags ĂŒber kollektive Sicherheit (OVKS) ĂŒbergab nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau "sozial wichtige Objekte" wieder den kasachischen Behörden. Erste russische FallschirmjĂ€ger seien bereits ausgeflogen worden, hieß es spĂ€ter. OVKS-Angaben zufolge unterzeichneten die Verteidigungsminister der Mitgliedstaaten eine Vereinbarung ĂŒber die Organisation des RĂŒckzugs.

Die RĂŒckverlegung der Soldaten aus Russland, Belarus, Armenien, Tadschikistan und Kirgistan soll zehn Tage dauern. Die von der OVKS so bezeichneten Friedenstruppen hatten auf Bitten der autoritĂ€ren FĂŒhrung Kasachstans in den vergangenen Tagen dabei geholfen, die verfassungsmĂ€ĂŸige Ordnung in der Millionenstadt Almaty und anderen Regionen wiederherzustellen. Kremlangaben zufolge bedankte sich der kasachische PrĂ€sident Kassym-Schomart Tokajew in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin erneut fĂŒr das schnelle Eingreifen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow erklĂ€rte, die Situation in Kasachstan habe sich mittlerweile stabilisiert. Die Rolle der OVKS dĂŒrfe dabei nicht unterschĂ€tzt werden. Experten hatten den Einsatz auch als Chance fĂŒr das russisch dominierte BĂŒndnis gewertet, seine Relevanz zu unterstreichen. Viele hatten mit einer deutlich lĂ€ngeren Stationierung der Truppen gerechnet. Russland flog eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen zudem mehr als 2000 Zivilisten aus - darunter neben eigenen StaatsbĂŒrgern auch AuslĂ€nder.

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Die kasachischen Behörden nahmen unterdessen zwei frĂŒhere Mitarbeiter des bereits wegen Hochverrats inhaftierten Ex-Geheimdienstchefs Karim Massimow fest. Massimow galt als ProtegĂ© von PrĂ€sident Tokajews VorgĂ€nger Nursultan Nasarbajew. Tokajew hatte die Proteste auch genutzt, um den 81 Jahre alten Ex-Langzeit-Herrscher zu entmachten, der bis dahin noch immer als einflussreichster Mann in Kasachstan galt. In den vergangenen Tagen entzog Tokajew ihm etwa den Posten als Chef des einflussreichen Sicherheitsrates und entließ die Regierung des Nasarbajew-Vertrauten Askar Mamin.

In der ĂŒber viele Jahre international wegen ihrer StabilitĂ€t gelobten öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik an der Grenze zu China gab es Anfang des Monats zunĂ€chst Proteste gegen eine Verdopplung von Treibstoffpreisen. Die Demonstrationen schlugen nach wenigen Tagen mancherorts in Gewalt um. Staatschef Tokajew sprach von einem Angriff "terroristischer Banden" und erteilte seinem MilitĂ€r einen Schießbefehl. Es gab viele Tote, Hunderte Verletzte und mehr als 10.000 Festnahmen. Nach Angaben der FĂŒhrung des neuntgrĂ¶ĂŸten Landes der Erde stabilisiert sich die Lage.

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