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Italienische Staatsanwälte fordern Haftstrafe für Berlusconi

Aktualisiert am 25.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Silvio Berlusconi: Der Ex-Ministerpräsident ist noch immer Vorsitzender der Partei Forza Italia.
Silvio Berlusconi: Der Ex-Ministerpräsident ist noch immer Vorsitzender der Partei Forza Italia. (Quelle: Antonio Balasco/imago-images-bilder)
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Wieder einmal steht Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi wegen Feiern mit jungen Frauen vor Gericht. In den vorherigen Prozessen wurde er freigesprochen – nun könnte dem 85-Jährigen doch noch die Haft drohen.

Im Korruptionsprozess um Silvio Berlusconis sogenannte "Bunga-Bunga-Partys" hat die Anklage in Italien eine Haftstrafe von sechs Jahren gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten gefordert. In ihrem Plädoyer forderten die Staatsanwälte am Mittwoch in Mailand zudem, ein Vermögen von 10,8 Millionen Euro von dem Politiker und Unternehmer zu beschlagnahmen. Dem 85-Jährigen wird in dem Verfahren unter anderem Zeugenbestechung vorgeworfen.

In der Causa geht es um als "Bunga-Bunga-Partys" bekannt gewordene Feiern mit jungen Frauen, die mehr als zehn Jahre zurückliegen. Der Prozess in Mailand ist schon der dritte im Nachgang zu dem Skandal von 2010. Berlusconi war bereits wegen Amtsmissbrauch und Förderung von Prostitution Minderjähriger angeklagt und aus Mangel an Beweisen am Ende freigesprochen worden. Im jetzigen Verfahren geht es darum, ob Berlusconi die jungen Frauen zu Falschaussagen vor Gericht gedrängt hatte. Der Medienunternehmer bestreitet die Vorwürfe.

Staatsanwältin: Berlusconi hielt sich "bezahlte Sex-Sklavinnen"

Staatsanwältin Tiziana Siciliano hatte dem Parteichef von Forza Italia jüngst in dem Prozess vorgeworfen, sich bei seinen Feiern Haremsdamen und "bezahlte Sex-Sklavinnen" gehalten zu haben. Ein Urteil über Berlusconi, einen heute "alten und kranken Mann", sei unabhängig vom Ausgang des Verfahrens in die Geschichte eingegangen.

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Neben dem Politiker waren 27 weitere Personen angeklagt, darunter eines der Mädchen bei den Feiern. Sie nannte sich Ruby Rubacuori und gab den "Ruby"-Affären Berlusconis den Namen. Die Staatsanwaltschaft fordert für sie und die anderen Angeklagten – etwa die Parlamentarierin Maria Rosaria Rossi – mehrjährige Haftstrafen.

Berlusconi-Anwalt Federico Cecconi gab sich laut Nachrichtenagentur Ansa von einem Freispruch überzeugt. "Es gab kein Verbrechen", sagte er. Ende 2021 hatte schon ein Gericht in Siena Berlusconi wegen Zeugenbestechung um den Fall Ruby freigesprochen. Am Mittwoch äußerten die Anführer des Mitte-Rechts-Parteiblocks ihre Unterstützung für Berlusconi.

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  • Camilla Kohrs
Von Camilla Kohrs
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