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Seegerichtshof: Kleine Inselstaaten haben Recht auf mehr Klimaschutz


Urteil vom Seegerichtshof
Kleine Inselstaaten haben Recht auf mehr Klimaschutz

Von afp, dpa, csi

21.05.2024Lesedauer: 2 Min.
Inseln von Tuvalu (Archivbild): Die unter anderem von dem Inselstaat gegründete Kommission der kleinen Inselstaaten für Klimawandel und Völkerrecht (COSIS) hat vor dem Internationalen Seegerichtshof Recht bekommen.Vergrößern des BildesInseln von Tuvalu (Archivbild): Die unter anderem von dem Inselstaat gegründete Kommission der kleinen Inselstaaten für Klimawandel und Völkerrecht (COSIS) hat vor dem Internationalen Seegerichtshof Recht bekommen. (Quelle: robertharding/imago-images-bilder)
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Durch den steigenden Meeresspiegel sind Inselstaaten bedroht. Ein Gutachten des Internationalen Seegerichtshof kann deshalb zu Änderungen der Klimaschutzgesetzgebung führen.

Der Internationale Seegerichtshof in Hamburg hat den Anspruch kleiner Inselstaaten auf mehr Klimaschutz bestätigt. Laut einem am Dienstag vorgestellten Gutachten sieht der Seegerichtshof eine Verpflichtung der Unterzeichner des UN-Seerechtsübereinkommens von 1982, alle notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen eine Meeresverschmutzung durch Treibhausgase zu unternehmen.

Angestrengt hat das Gutachten eine Gruppe von neun kleinen Inselstaaten im Pazifik und der Karibik, die sich durch den aufgrund der Erderwärmung steigenden Meeresspiegel in ihrer Existenz bedroht sehen. Das Gutachten ist zwar nicht bindend, die Vertragsstaaten – darunter ist auch Deutschland – können auf dessen Grundlage aber zu einer Änderung ihrer Klimaschutzgesetzgebung verpflichtet werden.

Die Kommission der kleinen Inselstaaten für Klimawandel und Völkerrecht (COSIS) mit neun Mitgliedern hatte den Gerichtshof angerufen. Sie erbat Empfehlungen zur Frage, ob der Ausstoß von Treibhausgasen eine Form der Meeresverschmutzung gemäß dem 1982 abgeschlossenen UN-Seerechtsübereinkommens darstellt – und welche Klimaschutzverpflichtungen für die Staaten der Welt eine solche Einstufung hätte.

Länder müssen Maßnahmen ergreifen

Das Gericht kam in dem Gutachten zu dem Schluss, dass Treibhausgase als Meeresverschmutzung betrachtet werden können. Außerdem erklärte es, dass die Länder verpflichtet sind, Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen auf die Ozeane zu mindern.

In dem Gutachten heißt es, dass die Vertragsstaaten verpflichtet sind, sich zur Einführung von wirksamen Maßnahmen zu konsultieren und diese dann zu beschließen. Die Maßnahmen müssen demnach die Auswirkungen des Klimawandels und der Versauerung der Meere berücksichtigen. Die Verpflichtung erfordere die Anwendung des Vorsorgeprinzips.

Gegründet von Tuvalu, Antigua und Barbuda gehören der Kommission der kleinen Inselstaaten für Klimawandel und Völkerrecht (COSIS) auch die Bahamas, Niue, Palau, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen sowie Vanuatu an.

Der Internationale Seegerichtshof wurde im Rahmen des Übereinkommens zum Seerecht gegründet. Er ist für Streitigkeiten über die Anwendung des Übereinkommens zuständig. Die 157 Vertragsstaaten, zu denen auch Deutschland zählt, können unter Berufung auf das nun vorgelegte Gutachten zu Maßnahmen verpflichtet werden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa
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