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Friedensnobelpreis f├╝r Nadia Murad und Denis Mukwege

Von dpa
Aktualisiert am 05.10.2018Lesedauer: 3 Min.
Nadia Murad und Denis Mukwege engagieren sich gegen sexuelle Gewalt.
Nadia Murad und Denis Mukwege engagieren sich gegen sexuelle Gewalt. (Quelle: Lucas Jackson/Vincent Kessler/Reuters-bilder)
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Zwei Einzelpersonen teilen sich den Friedensnobelpreis 2018. Nadia Murad und Denis Mukwege engagieren sich im Kampf gegen sexuelle Gewalt.

F├╝r ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Waffe im Krieg erhalten der kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad den Friedensnobelpreis 2018. Die beiden Menschenrechtler h├Ątten sich in herausragender Weise gegen solche Kriegsverbrechen eingesetzt, erkl├Ąrte das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo.


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Mukwege habe sein Leben der Verteidigung von Opfern sexueller Gewalt gewidmet, Murad als Zeugin vom Missbrauch gegen sich selbst und andere berichtet. "Jeder von ihnen hat auf seine Weise dazu beigetragen, sexuelle Gewalt im Krieg besser sichtbar zu machen, sodass die T├Ąter zur Rechenschaft gezogen werden k├Ânnen", erkl├Ąrte das Komitee.

Die 25-j├Ąhrige Jesidin Murad ist selbst Opfer von Kriegsverbrechen. Sie wurde vom IS im Irak als Sex-Sklavin gehalten und vergewaltigt. Dieser Missbrauch sei systematisch und Teil einer milit├Ąrischen Strategie gewesen, erkl├Ąrte die Nobel-Jury. Murad gelang die Flucht. Sie kam auf Initiative des baden-w├╝rttembergischen Ministerpr├Ąsidenten Winfried Kretschmann (Gr├╝ne) nach Deutschland, wo sie heute lebt. Als UN-Sonderbotschafterin macht sie auf die Qualen der IS-Opfer aufmerksam.

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Der 63 Jahre alte Gyn├Ąkologe Denis Mukwege behandelt in seiner von Konflikten zerrissenen Heimat Kongo Tausende Opfer von Gruppenvergewaltigungen. Daf├╝r gr├╝ndete er 1999 das Panzi-Krankenhaus in Bukavu im instabilen Osten des Landes, wo er den Patienten auch psychologische, juristische und finanzielle Unterst├╝tzung anbietet. "Die Bedeutung von Doktor Mukweges engagierten und selbstlosen Bem├╝hungen in diesem Bereich kann nicht genug betont werden", erkl├Ąrte die Nobelpreis-Jury.

Erinnerung an Kampf f├╝r Rechte von Frauen

Experten hatten sich im Vorfeld schwer getan, einen Nobelpreistr├Ąger vorherzusagen, weil sie laufende Friedensprozesse etwa auf der koreanischen Halbinsel f├╝r zu instabil hielten. Kurz vor der Bekanntgabe waren die Namen von Mukwege und Murad aber immer h├Âher gehandelt worden - auch als W├╝rdigung f├╝r die #metoo-Bewegung gegen sexuelle Bel├Ąstigung. Die Jury w├╝rdigte mit dem Preis zudem den zehnten Jahrestag der UN-Resolution f├╝r Frieden und Sicherheit von Frauen, in der sexuelle Gewalt als Kriegsverbrechen anerkannt wird.

Die Arbeit von Mukwege und Murad erf├╝lle genau die Kriterien, die Alfred Nobel in seinem Testament f├╝r den Friedenspreis festgelegt habe, erkl├Ąrte das Komitee. "Eine friedlichere Welt kann nur erreicht werden, wenn Frauen, ihre Grundrechte und Sicherheit im Krieg anerkannt und gesch├╝tzt werden." Mukwege und Murad h├Ątten ihre eigene Sicherheit gef├Ąhrdet, indem sie mutig Kriegsverbrechen bek├Ąmpft und Gerechtigkeit f├╝r die Opfer gesucht h├Ątten.

Die Osloer Jury hatte sich unter 331 Anw├Ąrtern entscheiden m├╝ssen - 216 Personen und 115 Organisationen waren f├╝r den Preis vorgeschlagen. Nur wenige Nominierungen waren im Vorhinein bekannt.

Ehrung f├╝r Kampf gegen Atomwaffen

Im vergangenen Jahr hatten die f├╝nf Mitglieder des Nobelkomitees die internationale Kampagne zur atomaren Abr├╝stung (Ican) ausgezeichnet. Die Organisation erhielt den Nobelpreis f├╝r ihre "bahnbrechenden Bem├╝hungen" um ein vertragliches Verbot von Atomwaffen. Damit forderte die Jury auch ausdr├╝cklich alle Atomm├Ąchte auf, ihre Verpflichtungen zum Verzicht auf diese Waffen einzuhalten.


Ican hatte ma├čgeblich am UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen mitgewirkt, der von 122 Staaten unterst├╝tzt wird. Die vermutlich neun Atomm├Ąchte sowie fast alle Nato-Staaten ÔÇô darunter Deutschland ÔÇô hatten die Verhandlungen boykottiert, da sie nicht an die Wirkung des Vertrags glaubten.

Preis ist mit neun Millionen Kronen dotiert

Wie die Nobelpreise f├╝r Medizin, Physik, Chemie und Literatur wird der mit neun Millionen schwedischen Kronen (etwa 860.000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, verliehen. ├ťberreicht wird die Auszeichnung allerdings anders als die anderen Nobelpreise nicht in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Warum Nobel dies damals entschied, ist nicht bekannt. In seinem Testament legte der Dynamit-Erfinder fest, die Auszeichnung solle an denjenigen gehen, der "am meisten oder besten f├╝r die Verbr├╝derung der V├Âlker und die Abschaffung oder Verkleinerung stehender Armeen" gewirkt hat.

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  • Marianne Max
Von Marianne Max
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