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Häuptling Raoni Metuktire klagt Jair Bolsonaro an

"Verbrechen gegen die Menschlichkeit"  

Häuptling klagt brasilianischen Präsidenten an

23.01.2021, 16:23 Uhr | AFP

Häuptling Raoni Metuktire klagt Jair Bolsonaro an. Raoni Metuktire: Der Häuptling und Umweltaktivist klagt Brasiliens Präsidenten an.  (Quelle: imago images/Benjamin Pavone)

Raoni Metuktire: Der Häuptling und Umweltaktivist klagt Brasiliens Präsidenten an. (Quelle: Benjamin Pavone/imago images)

Häuptling Raoni Metuktire hat einen 50-seitigen Schriftsatz an den internationalen Strafgerichtshof übermittelt. Der Umweltaktivist erhebt schwere Vorwürfe: Jair Bolsonaro habe schwerste Verbrechen gegen indigene Völker begangen.

Der brasilianische Häuptling Raoni Metuktire hat eine Untersuchung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag gegen Präsident Jair Bolsonaro gefordert. Gemeinsam mit Häuptling Almir Narayamoga Surui warf Raoni dem brasilianischen Staatschef in einem Schreiben "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor. Bolsonaro verfolge die eingeborenen Völker, zerstöre ihre Wohngebiete und verletze ihre fundamentalen Rechte.

Jair Bolsonaro: Der brasilianische Präsident steht immer wieder in der Kritik, die Rechte indigener Völker zu missachten.  (Quelle: dpa/Marcos Correa/Palacio Planalto)Jair Bolsonaro: Der brasilianische Präsident steht immer wieder in der Kritik, die Rechte indigener Völker zu missachten. (Quelle: Marcos Correa/Palacio Planalto/dpa)

Die Vorwürfe der Häuptlinge sind in einem etwa 50 Seiten umfassenden Schriftsatz enthalten, über den die französische Tageszeitung "Le Monde" am Samstag zunächst berichtete. Die Unterlagen für den Internationalen Strafgerichtshof wurden von dem französischen Anwalt William Bourdon zusammengestellt.

Vorwürfe: Mord, Plünderung, Zwangsumsiedlung

Darin heißt es, dass sich seit dem Amtsantritt Bolsonaros im Januar 2019 die Zerstörung des Amazonas-Urwalds "beispiellos beschleunigt" habe. Die Anzahl der Mordanschläge auf Anführer der Eingeborenen habe den höchsten Stand seit elf Jahren erreicht. Bolsonaros Regierung wolle "alle Hindernisse beseitigen, um die Schätze des Amazonas ausplündern" zu können, heißt es in dem Schriftsatz weiter.

Die "Zerstörung des Urwalds am Amazonas" und Waldbrände von ungekanntem Ausmaß aus dem vergangenen Jahr bedrohten die "unerlässliche Regulierung des Klimas" und seien damit eine "direkte Gefahr nicht nur für alle Brasilianer, sondern für die gesamte Menschheit", beklagen die Autoren.

Die staatliche Politik in Brasilien laufe auf "Mordtaten" und "Zwangsumsiedlungen" hinaus. Damit würden die Rechte berührt, die nach dem Römischen Statut vom Internationalen Strafgerichtshof verfolgt werden könnten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur afp

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