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Lehrerverband schlägt Alarm: Schlimmster Lehrermangel seit Jahrzehnten

Lehrermangel  

Lehrerverband: schlimmste Lage seit Jahrzehnten

20.08.2018, 21:40 Uhr | rew, dpa

Lehrerverband schlägt Alarm: Schlimmster Lehrermangel seit Jahrzehnten. Ein Lehrer wischt die Tafel sauber: Derzeit sind rund 10.000 Lehrerstellen unbesetzt – und das trotz der vielen Quereinsteiger. (Symbolbild) (Quelle: dpa/Heiko Wolfraum)

Ein Lehrer wischt die Tafel sauber: Derzeit sind rund 10.000 Lehrerstellen unbesetzt – und das trotz der vielen Quereinsteiger. (Symbolbild) (Quelle: Heiko Wolfraum/dpa)

Der teils dramatische Lehrermangel wird sich zum neuen Schuljahr in vielen Bundesländern aus Expertensicht noch verschärfen. Nun schlägt der Deutsche Lehrerverband Alarm.

An Deutschlands Schulen fehlen nach Darstellung des Deutschen Lehrerverbands fast 40.000 ausgebildete Lehrer. "Einen derart dramatischen Lehrermangel hatten wir in Deutschland seit drei Jahrzehnten nicht mehr", sagte der Präsident des Verbands, Heinz-Peter Meidinger, der "Passauer Neuen Presse". "Derzeit sind rund 10.000 Lehrerstellen nicht besetzt. Dazu kommen etwa 30.000 Stellen, die notdürftig mit Nicht-Lehrern, Seiteneinsteigern, Pensionisten und Studenten besetzt werden."



Besonders kritisch sei die Situation an Grund- und Förderschulen. "Da ist in fast allen Bundesländern die Entwicklung verschlafen und seit Jahren nicht auf den Geburtenanstieg reagiert worden", kritisierte Meidinger. Zudem seien immer mehr Lehramtsstudienplätze abgebaut worden.

In Ländern wie Berlin und Sachsen müsse man von einem Bildungsnotstand sprechen. "Das ist ein Skandal. In Berlin sind 70 Prozent der neu eingestellten Lehrer im Grundschulbereich Seiteneinsteiger ohne jegliche pädagogische Vorbildung."

Die Einschätzung der GEW fällt ähnlich aus

Erst kürzlich hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Einstellungspraxis an den Berliner Schulen gerügt. Neben der fehlenden fachlichen Qualifizierung kritisierte GEW-Landeschef Tom Erdmann, dass die Lehrkräfte ohne Lehrbefähigung zumeist befristete Arbeitsverträge erhielten. Die Personalsituation an den Schulen habe sich somit weiter verschlechtert.

Ein ähnliches Bild zeichnet auch eine Umfrage von t-online.de: Die Kultus- und Bildungsministerien der Bundesländer waren darum gebeten worden, die aktuell neu ausgeschriebenen Stellen und die tatsächlichen Neueinstellungen offenzulegen. Außerdem sollten die Ministerien erklären, wie sie sich um Lehrkräfte bemühen.

Dabei wurde deutlich: Der Lehrermangel fällt zwar in den Bundesländern verschieden aus – aber selbst in Bundesländern, die in Vergleichsuntersuchungen gut abschneiden, gibt es Probleme. Am größten ist die Personallücke allerdings in den neuen Bundesländern und Berlin. 

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Bericht auf t-online.de
  • Eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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