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Umfrage zum Ende Zweiter Weltkrieg: So denken Deutsche über Umgang mit NS-Zeit

Exklusive Umfrage  

So denken die Deutschen über den Umgang mit der NS-Zeit

08.05.2020, 11:08 Uhr
Zweiter Weltkrieg: Deutschlands verbrecherischer Krieg

Der Zweite Weltkrieg forderte weltweit etwa 60 bis 70 Millionen Menschenleben. Begonnen wurde er durch Deutschland. (Quelle: t-online.de)

Historische Aufnahmen: Wie Deutschlands verbrecherischer Krieg begann und sich zur Tragödie des 20. Jahrhunderts entwickelte. (Quelle: t-online.de)


Auschwitz ist das Symbol für die Verbrechen des Nationalsozialismus. Zahlreiche Deutsche halten das heutige Gedenken in der Bundesrepublik für richtig – mit Ausnahme vieler Anhänger einer Partei.

Der Nationalsozialismus unter Adolf Hitler war ein verbrecherisches Regime, in dessen Namen zahlreiche Untaten zwischen 1933 und 1945 begangen wurden. Millionen Juden wurden entrechtet und ermordet, Sinti und Roma wie zahlreiche andere Gruppen litten unter dem Rassenwahn der Nazis.

Das heutige Deutschland gedenkt der Opfer der NS-Zeit auf vielerlei Weise. Das empfinden viele der wahlberechtigten Bundesbürger als richtig, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitus Civey im Auftrag von t-online.de zeigt. Doch ein Drittel der Deutschen findet es übertrieben.

Der Umfrage zufolge halten 38,2 Prozent der Deutschen den heutigen Umgang Deutschlands mit den Verbrechen in der NS-Zeit für "angemessen", 24,8 Prozent halten ihn für "unzureichend". 33,5 Prozent empfinden den Umgang mit den NS-Verbrechen als "übertrieben".

AfD-Anhänger finden den Umgang übertrieben

Die Anhänger der AfD lehnen die deutsche Gedenkkultur dabei mit überwiegender Mehrheit ab. 74 Prozent von ihnen halten den Umgang mit den NS-Verbrechen in Deutschland für übertrieben. Doch auch rund 42 Prozent der FDP-Anhänger denken so, bei den Unionsanhängern sind es immerhin ein Drittel. Bei Grünen (9 Prozent), SPD (15 Prozent) und Linke (20 Prozent) ist nur eine klare Minderheit dieser Meinung.

Auch der Anteil derjenigen, die den Umgang Deutschlands mit den NS-Verbrechen für unzureichend halten, unterscheidet sich unter den Parteien deutlich. Bei der Linkspartei sind rund 51 Prozent dieser Ansicht, bei den Grünen rund 41 Prozent und bei der SPD rund 36 Prozent. Unter den Anhängern aller anderen Parteien ist diese Gruppe deutlich kleiner. 

Die Bildung beeinflusst die Haltung

Doch nicht nur die Parteizugehörigkeit, sondern auch die Schulbildung wirkt sich auf die Haltung in dieser Frage aus. So halten Menschen mit Abitur den deutschen Umgang mit den NS-Verbrechen mit rund 43 Prozent mehrheitlich für angemessen, rund 27 Prozent halten ihn für unzureichend und etwa ebenso viele halten ihn für übertrieben.

Bei den Deutschen ohne Abschluss oder mit Hauptschulabschluss sieht es anders aus. Hier halten nur knapp 30 Prozent den Umgang für angemessen, rund 17 Prozent empfinden ihn als unzureichend und rund 52 Prozent als übertrieben.

Zur Methodik: 

In die Umfrage flossen die Antworten von 3.073 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 7. Februar und dem 7. Mai 2020 online gefragt wurden: "Wie beurteilen Sie den heutigen Umgang Deutschlands mit den Verbrechen in der NS-Zeit?". Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,6 Prozentpunkte; für Teilgruppen kann er davon abweichen. Zusätzliche Informationen zur Methodik finden Sie auf Civey.com und im ​Civey-Whitepaper.

Verwendete Quellen:
  • Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de

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