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Nach Terroranschlag: Seehofer will Gamerszene stärker beobachten

Reaktion auf Terror  

Seehofer will Gamerszene stärker beobachten – und erntet Spott

13.10.2019, 18:57 Uhr | dpa

Nach Terroranschlag: Seehofer will Gamerszene stärker beobachten. Horst Seehofer bei einer Pressekonferenz: Nach Halle will er die Gamerszene genauer beaobachten. (Quelle: dpa/Hendrik Schmidt)

Horst Seehofer bei einer Pressekonferenz: Nach Halle will er die Gamerszene genauer beaobachten. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa)

Der Innenminister möchte die Gamerszene stärker in den Blick nehmen, denn viele Täter kämen, so Seehofer, aus der Gamerszene. Kritik folgt prompt.

Nach dem Terroranschlag von Halle hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit Äußerungen zu Computerspiel-Plattformen im Internet eine Kontroverse in sozialen Medien ausgelöst. "Das Problem ist sehr hoch. Viele von den Tätern oder den potenziellen Tätern kommen aus der Gamerszene", sagte er der ARD. Die Sendung "Bericht aus Berlin" verbreitete einen entsprechenden Auszug aus einem Video-Interview mit dem Minister per Twitter.

Der rechtsextremistische Attentäter von Halle hat vor der Tat einen Ablaufplan veröffentlicht, der wie eine verschriftlichte Version eines Computerspiels wirkt. Nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden nutzen Extremisten unterschiedlicher Couleur auch Gaming-Plattformen. Da der Austausch oft ohne Moderation erfolgt, bieten sich einige dieser Foren für Kommunikation unterhalb des Radars der Behörden an.


"Manche nehmen sich Simulationen geradezu zum Vorbild", sagte Seehofer. "Man muss genau hinschauen, ob es noch ein Computerspiel ist, eine Simulation oder eine verdeckte Planung für einen Anschlag. Und deshalb müssen wir die Gamerszene stärker in den Blick nehmen."

Kritiker äußern sich im Netz

Der Interview-Auszug löste auf Twitter Spott und Kritik aus. Nutzer schrieben, Seehofer lenke mit seiner Wortmeldung vom Problem des Rechtsextremismus ab und stelle Gamer unter Generalverdacht. "Die Neunzigerjahre haben angerufen und wollen ihre Killerspiel-Debatte zurück. Ernsthaft: Digitaler Rechtsextremismus ist ein riesen Problem", kommentierte der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle. Vielmehr gehe es um die Kommunikation auf bestimmten Plattformen.

Youtube-Star Rezo schrieb: "Wie kann man seinen Job so verkacken?" Besonnenere Worte fand die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast: "Wir sollten mal in Ruhe auf das Problem schauen. Und genau hin sehen. Und uns nicht über das Wort Gamerszene von Seehofer in die Irre leiten lassen. Um die geht es nämlich nicht."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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