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Corona-News – Virologe: Club-Besuche erst in Monaten möglich

"Das sind die Viren-Hotspots"  

Virologe: Bars und Clubs sollten erst in vielen Monaten öffnen

26.05.2020, 10:40 Uhr | dpa

Disco in Corona-Zeiten: Techno-Party im Auto

In Niedersachsen haben Betreiber einer Disco die Party ins Auto verlegt. Über WLAN konnten sich die Besucher die Musik direkt ins Auto übertragen lassen. (Quelle: Reuters)

Party im eigenen Auto: So sieht derzeit die Corona-Alternative zum Disko-Besuch aus. (Quelle: Reuters)


Unbeschwertes Tanzen in einer Disko liegt offenbar noch in weiter Ferne. Ein Virologe sieht darin perfekte Bedingungen für die Ausbreitung des Coronavirus. Dafür nennt er mehrere Gründe.

Partygänger müssen vermutlich noch lange darauf warten, bis ihre Lieblingsdisco wieder öffnen darf. Denn in Clubs, Bars und Discos finde das Coronavirus perfekte Bedingungen für eine schnelle Verbreitung, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). Es ist eng, man schwitzt, schreit einander mit geringem Abstand ins Ohr: "Das ist genau dieses Szenario, bei denen es in anderen Ländern bereits zu massenhaften Ansteckungen gekommen ist. Das sind die Viren-Hotspots – gerade für das Coronavirus."

Kitas und Schulen haben geringeres Risiko

Dagegen seien Kindergärten und Schulen deutlich weniger risikobehaftet. Das sei "im Vergleich zu Bars und Diskotheken eine ganz andere Welt. Das muss man mal deutlich sagen. Bars und Discos sind ein Hochrisiko, wenn wir das mit Kindergärten vergleichen."

Die Risiken würden zudem durch die Alkoholisierung der Gäste steigen, denn meist nehme in angetrunkenem Zustand die Bereitschaft ab, sich an die wichtigen Corona-Regeln zu halten. Außerdem mache es die meist schlechte Belüftung der Räume dem Virus noch leichter.

Problem: kleine, enge Räume

"Sie können da nicht für eine Belüftung sorgen, sie haben vielleicht nur Anlagen, die das umwälzen oder ein bisschen verblasen. Aber eigentlich sind das kleine, enge Räume." Das sei der beste Zustand, den er sich für ein respiratorisch übertragbares Pathogen, also einen per Atmung übertragenen Krankheitserreger, vorstellen könne. "Also der schlimmste Zustand für den Menschen. Insgesamt ist die Situation einfach ideal, um sich dort infizieren zu können."

Auch Tanzen mit Mundschutz könne da keine Abhilfe schaffen. "Das ist Blödsinn. Das wäre genau das falsche Konzept. Das ist der größte Fehler, den man machen kann." Die Maske sei nur ein zusätzliches Hilfsmittel, Abstand und Hygiene seien viel wichtiger. Das Sinnvollste wäre, in einen Club für sonst hundert Besucher nur fünf Gäste zu lassen. "Aber das will keiner und das macht auch keinen Sinn."

Schmidt-Chanasit geht davon aus, dass Tanzen wie vor der Corona-Pandemie erst in vielen Monaten wieder möglich sein wird. "Erst, wenn wir einen Impfstoff haben oder die Pandemie vorbei ist und die Immunität in der Bevölkerung angestiegen ist."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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