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Idil Baydar: Nazi-Drohungen an Kabarettistin – sind Polizisten beteiligt?

Affäre in Hessen weitet sich aus  

Nazi-Drohung gegen Kabarettistin – Polizisten beteiligt?

14.07.2020, 07:22 Uhr | AFP

Idil Baydar: Nazi-Drohungen an Kabarettistin – sind Polizisten beteiligt?. Idil Baydar: Die Kabarettistin erhält rechtsextreme Drohbriefe. (Quelle: imago images/Mike Wolf/Tagesspiegel)

Idil Baydar: Die Kabarettistin erhält rechtsextreme Drohbriefe. (Quelle: Mike Wolf/Tagesspiegel/imago images)

Die Kabarettistin Idil Baydar erhält seit Monaten rechtsextreme Drohschreiben. Ihre Adresse sollen die Täter aus einem Polizeicomputer haben. Es wäre nicht der erste Fall dieser Art.

In einem weiteren Fall von rechtsextremen Bedrohungen soll es laut einem Zeitungsbericht eine unberechtigte Datenabfrage von einem Rechner der hessischen Polizei gegeben haben. Die "Frankfurter Rundschau" ("FR") berichtet unter Berufung auf einen internen Polizeivermerk, von dem Computer seien persönliche Daten der Kabarettistin Idil Baydar abgerufen worden. Die Polizei gehe auch dieser Datenabfrage nach.

Baydar wird dem Blatt zufolge seit Monaten von Rechtsextremisten mit Schmäh- und Drohschreiben überzogen. Sie ist die dritte Prominente, bei der es laut Medienberichten unberechtigte Datenabfragen bei der hessischen Polizei gegeben haben soll. Zuvor war über Abfragen persönlicher Daten der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz und der hessischen Linken-Fraktionsvorsitzenden Janine Wissler berichtet worden. Auch sie erhielten rechtsextreme Drohschreiben.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main, Nadja Niesen, sagte der "FR", es gebe "weitere Geschädigte" in dem gegen Unbekannt geführten Ermittlungsverfahren. Etwaige Namen würden aber "weder genannt noch bestätigt". Die jeweiligen Drohmails wiesen "Ähnlichkeiten in Aufbau und Wortlaut auf".

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte in der vergangenen Woche einen Sonderermittler zu den Drohmails eingesetzt: Der Direktor der Kriminaldirektion im Frankfurter Polizeipräsidium, Hanspeter Mener, übernahm federführend die Ermittlungen.

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