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Lauterbach: "Bei Corona geht es nicht nur um Tod oder Genesung"

Von Sven Böll

Aktualisiert am 19.08.2020Lesedauer: 3 Min.
Karl Lauterbach: Der SPD-Gesundheitsexperte glaubt an schnelle Erfolge bei der Impfstoffentwicklung.
Karl Lauterbach: Der SPD-Gesundheitsexperte glaubt an schnelle Erfolge bei der Impfstoffentwicklung. (Quelle: imago-images-bilder)
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Es kommen bald viele Impfstoffe – trotzdem sind sie zunĂ€chst knapp. Das prognostiziert der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach

Herr Lauterbach, wann wird es den langersehnten Impfstoff gegen Corona geben?

Ich kenne in der Geschichte der Medizin keine Impfstoffentwicklung, bei der weltweit so viel Tempo gemacht wurde. Die Forschungsleistungen sind einmalig, die ersten Ergebnisse sehr vielversprechend. Deshalb gehöre ich zu den Optimisten.

Das will etwas heißen. Sie fallen sonst eher als Warner und Mahner auf.

Schön, dass ich Sie noch ĂŒberraschen kann. Im Ernst: Ich gehe davon aus, dass es Anfang 2021 mehrere Impfstoffe geben wird.

Gleich mehrere?

Es befinden sich bereits sieben potenzielle Impfstoffe in der sogenannten Phase III, sie werden also bereits an Tausenden Probanden getestet. Einige von ihnen zeigen ausgezeichnete Impfantworten. Hinzu kommen 15 Kandidaten in der Phase II. Davon kann der eine oder andere Impfstoff durchaus noch welche, die in Phase III sind, ĂŒberholen. Denn nach allem, was wir wissen, sind der Umfang und die Art der Immunantwort bei recht unterschiedlichen Wirkmechanismen vielversprechend. Deshalb denke ich, dass die Zahl der ernsthaften Aspiranten, die im nĂ€chsten Jahr auf den Markt kommen könnten, bei mindestens einem Dutzend liegt.

Bei allem Optimismus sind Sie aber auch pessimistisch: Sie rechnen damit, dass im kommenden Jahr nur 20 Prozent der Deutschen auch tatsÀchlich geimpft werden können.

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Ich bin nicht pessimistisch, sondern realistisch. Darf ich erklÀren, warum?

Bitte.

Wie schnell weite Teile der Bevölkerung geimpft werden können, hĂ€ngt eben nicht nur davon ab, wann ich Impfstoffe habe, sondern auch davon, welche es sind. Es gibt Produkte, die sich leichter herstellen lassen als andere. WĂŒrde zum Beispiel zuerst ein Impfstoff zugelassen, der kompliziert in der Produktion ist, wĂŒrde die verantwortliche Firma wahrscheinlich keine großen KapazitĂ€ten aufbauen – zumindest, wenn sie weiß, dass sie nicht das wirksamste Produkt hat, die Nachfrage also rasch zurĂŒckgehen wird, sobald ein wirksamerer oder besser vertrĂ€glicher Impfstoff zugelassen wird.

Angenommen, im nÀchsten Jahr könnten nur 15 bis 20 der mehr als 80 Millionen in Deutschland lebenden Menschen geimpft werden. Wer kommt dann zuerst dran?

Das wird die große Frage des kommenden Jahres. Und wir sollten uns möglichst rasch damit beschĂ€ftigen. Bislang gibt es leider keine systematischen Überlegungen, wie eine richtig gute Impfstrategie aussieht.

Was gehört denn zu einer guten Strategie?

Das ĂŒbergeordnete Ziel muss sein, den Nutzen zu maximieren und die Nebenwirkungen zu minimieren. Das heißt: Die Risikopatienten sind zuerst dran. Und wer Risikopatient ist, wird evidenzbasiert festgelegt – und nicht irgendwie.

Das bedeutet konkret?

ZunĂ€chst einmal, dass wir uns ehrlich machen: Ein Risikopatient kann eben auch der 40-JĂ€hrige sein, der stark ĂŒbergewichtig ist und seine Oma pflegt. Wie viele Menschen das am Ende betrifft, wissen wir nicht. Wir sollten es aber wissen.

Gehören Lehrer und Krankenschwestern auch zu den Risikogruppen?

Weil sie angesichts vieler Kontakte einem deutlich erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, wÀren sie sicherlich eine wichtige Gruppe.

FĂŒhrt ein zunĂ€chst knapper Impfstoff nicht zwangslĂ€ufig zu neuen VerteilungskĂ€mpfen in der Gesellschaft?

Das kann theoretisch passieren. Ich hoffe, dass wir es praktisch durch eine gute Kommunikation verhindern, sodass die Schritt-fĂŒr-Schritt-Strategie in der Bevölkerung Akzeptanz findet.

FĂŒr Entlastung könnte sorgen, dass viele BĂŒrger sich eh nicht impfen lassen wollen.

Glauben Sie mir: Die Bereitschaft sich impfen zu lassen, wird deutlich steigen.

Woher nehmen Sie dieses Mal Ihren Optimismus?

In einem Jahr werden deutlich mehr Menschen als heute verstanden haben, dass es bei Corona nicht nur um Tod oder Genesung geht, sondern um viel mehr. Wir wissen schon jetzt, dass Covid-19 langfristige Konsequenzen hat – selbst bei jenen Patienten, die einen relativ milden Verlauf hatten. Neuere Studien zeigen, dass fast die HĂ€lfte der Infizierten mit zum Teil relativ mildem Verlauf drei Monate spĂ€ter noch immer unter Symptomen leidet. Wenn wir ein bisschen in die Zukunft blicken, bedeutet das eben, dass wir in zwei Jahren von den GlĂŒcklichen sprechen werden, die geimpft sind, und einigen UnglĂŒcklichen, die frĂŒh betroffen waren und noch immer unter etwa einem chronischen Erschöpfungssyndrom oder NierenschĂ€den leiden.

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Von Miriam Hollstein
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