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Corona-Experte: Virologe Drosten fordert mehr einheitliche Covid-Maßnahmen

Regel-Chaos in Deutschland  

Drosten will einheitliche Corona-Maßnahmen

10.10.2020, 13:55 Uhr | dpa

Corona-Experte: Virologe Drosten fordert mehr einheitliche Covid-Maßnahmen. Christian Drosten (Archivbild): Der Virologe wünscht sich klare Regeln. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)

Christian Drosten (Archivbild): Der Virologe wünscht sich klare Regeln. (Quelle: Christophe Gateau/dpa)

Momentan herrschen in deutschen Ländern und Städten unterschiedliche Einschränkungen – daran gibt es Kritik. Auch Virologe Christian Drosten empfiehlt, frühzeitig wieder auf bundesweite Regeln zu setzen.

Der Virologe Christian Drosten hält in den kommenden Monaten wieder mehr bundeseinheitliche Regelungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für notwendig. "Es ist gut, wenn es klare Regeln gibt. Das ist ganz eindeutig", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Aktuell gelten unterschiedliche Regeln für einzelne Städte sowie für einzelne Bundesländer. 

"Das Virus wird sich immer gleichmäßiger verteilen"

Bundeseinheitliche Regeln durchzusetzen sei angesichts einer regional unterschiedlichen Häufigkeit der Krankheit derzeit verständlicherweise noch schwierig, räumte der Experte ein. Er betonte aber: "Das Virus wird sich immer gleichmäßiger verteilen. Wir werden mehr und mehr in eine Situation kommen, wo man besser pauschal reguliert". 

Zum dritten Mal in Folge hat es in Deutschland mehr als 4.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages gegeben. Das Robert Koch-Institut meldete am Samstagmorgen 4.721 neue Fälle. Köln überschritt als weitere deutsche Großstadt die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Wirtschaftsverbände laufen unterdessen Sturm gegen das uneinheitliche Vorgehen der Bundesländer bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Kritik an unübersichtlichen Regeln

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga beklagte zum Beispiel die unterschiedlichen Regeln bei der Beherbergung von Gästen aus deutschen Risikogebieten. "Es ist völlig unbefriedigend, dass wir keine bundeseinheitlichen Regelwerke haben", sagte Verbands-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der "Passauer Neuen Presse". Gäste und Hoteliers hätten unzählige Fragen und wüssten nicht, was jetzt im Detail gelte. "Daher muss dringend mehr Einheitlichkeit her", forderte Hartges. So müsse zum Beispiel generell klar sein, dass Geschäftsreisende von den Beherbergungsverboten ausgenommen werden.

In einer Reihe von Bundesländern haben die Herbstferien begonnen. Wer aber aus einem Corona-Hotspot kommt, wird in einigen Bundesländern mit einem Beherbergungsverbot belegt. Das trifft etwa viele Berliner, die in den Ferien an die Ostseeküste wollten.

Sperrstunden und Alkoholverbote "mehr als fragwürdig"

Der Chef des Kassenärzte-Verbandes, Andreas Gassen, warf den Ländern auch überzogene Maßnahmen vor. "Diese Regelungswut ist oft eher kontraproduktiv", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Gassen bezeichnete innerdeutsche Reisen als "Pseudo-Gefahr". Masseninfektionen gebe es durch traditionelle Großhochzeiten, in fleischverarbeitenden Betrieben und durch unkontrolliertes Feiern. Auch Sperrstunden und Alkoholverbote wie in Berlin seien "mehr als fragwürdig". "Durch den Wust an nicht nachvollziehbaren Regelungen verlieren wir aber eventuell die Akzeptanz für die Maßnahmen, die wirklich etwas bringen", warnte Gassen.

Warnungen, die Pandemie könnte außer Kontrolle geraten, wertete er als überzogen. "Wir müssen aufhören, auf die Zahl der Neuinfektionen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange, das führt zu falschem Alarmismus", sagte Gassen. "Selbst 10.000 Infektionen täglich wären kein Drama, wenn nur einer von 1.000 schwer erkrankt, wie wir es im Moment beobachten."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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