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Geschichtsschreibung: Kohl-Witwe plant juristische Schritte gegen Kohl-Stiftung


Kohl-Witwe plant juristische Schritte gegen Kohl-Stiftung

Von dpa
Aktualisiert am 21.09.2021Lesedauer: 2 Min.
Maike Kohl-Richter, Witwe von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, steht neben einem PortrĂ€t ihres Mannes.VergrĂ¶ĂŸern des BildesMaike Kohl-Richter, Witwe von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, steht neben einem PortrĂ€t ihres Mannes. (Quelle: Andreas Arnold/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Die vom Bundestag beschlossene Helmut-Kohl-Stiftung hat offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Trotz des anhaltenden Widerstands von Kohl-Witwe Maike Kohl-Richter kam das Stiftungskuratorium am Dienstag in Berlin zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

Zu dem Gremium, das im Kanzleramt von Hausherrin Angela Merkel (CDU) empfangen wurde, gehören unter anderen der frĂŒhere MinisterprĂ€sident von Rheinland-Pfalz, Bernhard Vogel (CDU), die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt (CSU) sowie der einstige CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder, der zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewĂ€hlt wurde.

Die Witwe des Altkanzlers, die von Anfang gegen das Projekt war, hat allerdings eine eigene Helmut-Kohl-Stiftung gegrĂŒndet und will darĂŒber hinaus gegen die Bundesstiftung klagen. Über ihre AnwĂ€lte ließ sie am Dienstag mitteilen, dass sie juristisch gegen die staatliche Stiftung vorgehen werde, um "eine der Wahrhaftigkeit verpflichteten Geschichtsschreibung" sicherzustellen. Über die Klage und die StiftungsgrĂŒndung hatten zuvor schon das Nachrichtenportal "ThePioneer" und die Tageszeitung "Rheinpfalz" berichtet.

Der vor vier Jahren verstorbene Kohl bekleidete von 1982 bis 1998 das Amt des Bundeskanzlers. Er gilt als "Kanzler der Einheit". Sein Name steht allerdings auch fĂŒr die 1999 aufgedeckte CDU-SpendenaffĂ€re. Genau an diesem Punkt setzt die Kritik von Kohl-Richter an. Sie bemĂ€ngelt, dass die damalige AffĂ€re nicht öffentlich aufgearbeitet, sondern als "Causa Kohl" auf die Stiftung abgewĂ€lzt werde.

Ihre private Stiftung, die ihren Sitz in Kohls einstigem Wohnort Ludwigshafen-Oggersheim hat, soll dessen Arbeit laut Satzung hingegen "quellengestĂŒtzt und vorurteilsfrei" aufarbeiten. "So widersteht die Stiftung jeder (zeitgeistigen) Versuchung, ihn zu vereinnahmen und in seinem Namen Aussagen zu treffen, wie Dr. Helmut Kohl etwa in dieser oder jener Situation gehandelt hĂ€tte."

Anfang Mai hatte der Bundestag eine staatliche Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung beschlossen. Ihr Zweck soll es laut Gesetz sein, die Erinnerung an Kohls politisches Wirken zu wahren und so einen Beitrag zum VerstĂ€ndnis der Zeitgeschichte zu leisten. Sie ist auch dafĂŒr verantwortlich, eine öffentlich zugĂ€ngliche ErinnerungsstĂ€tte in Berlin zu errichten.

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