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Diskussion um Dienstpflicht-Einführung: "Soziales Jahr ja, Bundeswehr nein"


Meinungen zur aktuellen Diskussion
Einführung der Dienstpflicht – das sagen unsere Leser

Von t-online, so

Aktualisiert am 06.08.2018Lesedauer: 3 Min.
Soldaten der Bundeswehr: Die t-online.de-Nutzer sind sich über die Einführung einer Dienstpflicht uneinig.Vergrößern des BildesSoldaten der Bundeswehr: Die t-online.de-Nutzer sind sich über die Einführung einer Dienstpflicht uneinig. (Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa)
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Eine Reihe von CDU-Politikern fordert eine allgemeine Dienstpflicht für junge Männer und Frauen – in Anlehnung an die 2011 abgeschaffte Wehrpflicht. Wir haben unsere Leser zu dem Thema befragt und die Meinungen zusammengetragen.

Unionspolitiker fordern das Comeback einer Wehrpflicht. Neben Männern sollten demnach auch Frauen verpflichtet werden. Ein weiterer neuer Aspekt: Die Pflicht geht über die Bundeswehr hinaus. So soll ein verpflichtendes Jahr auch anderswo abgeleistet werden können.

Mit der neuen Forderung wird die Diskussion um den Pflicht-Militärdienst wiederbelebt. Am 1. Juli 2011 wurde die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt. Darüber freuen sich viele, andere wünschen sich die Wehrpflicht zurück. Die Deutschen sind bei dem Thema immer noch gespalten – die Leser von t-online.de auch. Wir haben Sie gefragt und Ihre Meinungen zusammengetragen.

Nacherziehung der jungen Erwachsenen

Unter unseren Lesern gab es viele Befürworter einer Wehrpflicht oder eines verpflichtenden Jahres eines Dienstes. Psychotherapeutin Claudia K. schreibt: "Es ist dringend notwendig, vor allem als Nacherziehung der jungen Erwachsenen, einen Dienst an der Gemeinschaft verpflichtend einzuführen, da dort Kompetenzen erlernt werden können, die Schule und Familie heute so nicht mehr bieten. Vor allem die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und sich selber was zuzutrauen, schwinde immer mehr, schreibt sie.

Wehrpflicht stärkt Kameradschaft und Pflichtbewusstsein

Gerhard J. fordert dagegen ausschließlich eine Wehrpflicht für junge Menschen. Seine vierjährige Dienstzeit sei mit schönen Erlebnissen verbunden und er habe nach 35 Jahren noch ein Verhältnis zu seinen Kameraden aus jener Zeit. Beim "Bund Kameradschaft" lerne man über die Dienstzeit hinaus. "Deshalb wäre ich für eine Wehrpflicht, um den jungen Menschen Kameradschaft und Pflichtbewusstsein zu übermitteln. Ich zehre auch heute noch von diesen Eigenschaften", schreibt er.

Wehrpflicht ohne Auslandseinsätze

Auch Richard W. fordert eine Wehrpflicht. Allerdings unter einer Bedingung: "Die Wehrpflichtigen dürften nicht zu Auslandseinsätzen eingesetzt werden."

Dienstpflicht statt Wehrpflicht

t-online.de-Leser Horst Jürgen J. geht einen Schritt weiter und fordert die Umwandlung der bisherigen Wehrpflicht in eine allgemeine Dienstpflicht für Frauen und Männer. Es sei ein Lehrjahr, bei dem junge Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten zusammenkommen. Das sei auch für die spätere Berufswahl sehr hilfreich, meint der Personalleiter.

Mit Dienstpflicht gesellschaftliche Wirklichkeit erkennen

Auch Werner F. findet eine allgemeine Dienstpflicht von Vorteil. "Die jungen Leute gewinnen die Chance, am Anfang ihrer Karriere die gesellschaftliche Wirklichkeit kennen zu lernen und praktisch in ihr zu arbeiten. Diese Chance haben sie vielleicht später nie mehr", schreibt er. Die möglichen Institutionen seien dabei neben der Bundeswehr zum Beispiel die Flüchtlingshilfe, die Feuerwehr oder Alten- und Pflegeheime.

Soziales Jahr ja – Bundeswehr nein

Für Hans-Jochen G. ist die Idee eines verpflichtenden sozialen Jahres gut. Allerdings solle dabei die Bundeswehr ausgelassen werden. "Somit würden die sozialen Dienste einen anderen Stellenwert erhalten und nicht mehr als 'Ersatzdienste' gelten", schreibt er.

"Die Tube ist bereits entsorgt"

Gegen die Wehrpflicht bei der Bundeswehr ist auch Heinz J. R. Er schreibt: "Gleicht dem Versuch, Zahnpasta in die Tube zurückdrücken zu wollen. Das Besondere hier ist, die Tube ist bereits entsorgt."

"Wehrpflicht wäre ein Selbsttor"

Die aktuelle Diskussion erinnere sehr an das sogenannte Pflichtjahr aus früherer Zeit, schreibt Lothar H. Damals habe dieses aber nur für Frauen gegolten, da die Männer zum Wehrdienst verpflichtet waren. "Persönlich befürworte ich jede Aktivität, die soziales Engagement stärkt. Aber ich glaube nicht, dass soziales Engagement, egal welcher Ausrichtung, mit einem Dienstjahr entwickelt werden kann", schreibt der Leser. Er würde es begrüßen, dass der Bundesfreiwilligendienst jedem jungen Menschen zur Verfügung stehe. Die Wehrpflicht wieder einzuführen "wäre wieder ein typisches Selbsttor." Die Streitkräfte hätten ganz andere Probleme, wie zum Bespiel ihre materielle Ausstattung.

Jeder sollte selbst darüber entscheiden

Unser Forennutzer "abgelehnt" äußert sich ebenso gegen eine Dienstpflicht: "Ich glaube, niemand hat das Recht, von jungen Menschen eine Leistung einzufordern, die eigentlich von der Gesellschaft finanziert werden müsste. Es geht um die Lebenszeit junger Menschen und ich finde, dass jeder darüber selbst entscheiden sollte", heißt es in einem Eintrag im Diskussionsforum.

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