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AfD-Chef Alexander Gauland: Können nichts gegen Klimawandel tun

"Hatten auch früher Heißzeiten"  

Gauland: Können nichts gegen den Klimawandel tun

12.08.2018, 18:57 Uhr | dpa, rtr

AfD-Chef Alexander Gauland: Können nichts gegen Klimawandel tun. Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzende der AfD, im ZDF-Sommerinterview: Beim Gespräch machte der AfD-Politiker klar, dass er keinen Sinn in der Klimapolitik sieht.  (Quelle: dpa/Jule Roehr/ZDF)

Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzende der AfD, im ZDF-Sommerinterview: Beim Gespräch machte der AfD-Politiker klar, dass er keinen Sinn in der Klimapolitik sieht. (Quelle: Jule Roehr/ZDF/dpa)

Klima, Digitalisierung, Rente: Beim ZDF-Sommerinterview offenbart AfD-Chef Alexander Gauland seine Sicht auf die wichtigen Themen unserer Zeit. Die Aufzeichnung musste unterbrochen werden, weil Passanten Gauland beschimpften. 

Die Menschheit ist nach Ansicht von AfD-Chef Alexander Gauland machtlos gegenüber der Erderwärmung. "Ich glaube nicht, dass es gegen den Klimawandel irgendetwas gibt, was wir Menschen machen können", sagte Gauland am Sonntag im ZDF-Sommerinterview. "Wir hatten früher Heißzeiten, wir hatten früher kalte Zeiten, längst vor der Industrialisierung."

Die AfD zweifelt die nach Einschätzung der allermeisten Wissenschaftler treibende Rolle des Menschen beim Klimawandel an und fordert in ihrem Wahlprogramm den Austritt Deutschlands aus dem Pariser Klimaabkommen. "Man soll nicht Umweltschutz bleibenlassen, aber ich glaube nicht, dass man irgendetwas sinnvoll bewirken kann mit einer Klimapolitik." Der Klimawandel habe nicht sehr viel zu tun mit dem Kohlendioxid-Ausstoß der Industrie oder durch menschliches Tun.

Kein Rentenkonzept, keine Digitalisierungsstrategie

Der AfD-Chef räumte im ZDF-Interview ein, dass seine Partei weder über ein abgestimmtes Rentenkonzept noch über eine Digitalisierungsstrategie verfüge. Ein Parteitag werde im kommenden Jahr den Kurs in der Rentenpolitik beschließen. Anders als Co-Parteichef Jörg Meuthen, der einen "schrittweisen Systemwechsel" gefordert hatte, will Gauland am System der umlagefinanzierten Rente festhalten: "Ich persönlich glaube nicht, dass wir vom Umlagesystem wegkommen." Dieses werde auf Dauer nicht allein tragfähig sein. Ob man Selbstständige oder Beamte einbeziehe, sei in der Partei strittig. "Ob man Menschen mit deutschem Pass sozusagen einen Rentenbonus gibt - das ist auch strittig in der Partei. Darüber müssen wir diskutieren."

Auf die Frage, wie sich die private Vermietung von Wohnungen über die Plattform Airbnb regeln lasse, sagte der Parteichef: "Eine Regulierungsmöglichkeit haben wir auch nicht gefunden." Allerdings solle der Bund viel mehr Geld in den Bau von Häusern und Wohnungen stecken.

"Wir sind als Partei groß geworden gegen bestimmte Fehlentwicklungen", sagte Gauland auf die Bemerkung seines Gesprächspartners, dass seine Partei Antworten auf Zukunftsfragen schuldig bleibe. "Auf dem Gebiet sind wir auch die Oppositionspartei. Das war ursprünglich die Eurorettung, das ist die Flüchtlingskrise. Dann gibt es andere politische Themenfelder, die sich natürlich erst langsam entwickelt haben, auch in der Partei."

Die fortschreitende Digitalisierung wird nach Gaulands Worten dazu führen, dass Arbeitsplätze wegfallen. Über Alternativen sei noch nicht genügend nachgedacht worden. Es gehe nicht um eine Digitalisierungsstrategie, sondern wie die Auswirkungen technischer Veränderungen für die Menschen so abgebremst würden, dass Arbeitsplätze nicht verloren gingen. "Aber von einer Strategie zur Digitalisierung kann nicht die Rede sein. Und ich wüsste auch im Moment keine."

Passanten stören Aufzeichnung

Aus seiner Distanz zum Internet machte Gauland keinen Hehl: "Es ist allgemein bekannt, dass ich persönlich keine enge Beziehung – sagen wir mal vorsichtig – zum Internet habe, und ich bin auch kein Fachmann für diese Fragen."

Die Aufzeichnung des Interviews am Sonntagmorgen in Potsdam wurde kurzzeitig von Passanten gestört, die Gauland beschimpften und ausbuhten.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Reuters

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