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AfD: Umstrittenes Lehrermeldeportal in Mecklenburg-Vorpommern wird verboten

Mecklenburg-Vorpommern  

AfD muss umstrittenes Lehrerportal vom Netz nehmen

13.09.2019, 15:10 Uhr | AFP

AfD: Umstrittenes Lehrermeldeportal in Mecklenburg-Vorpommern wird verboten. Ein Mädchen meldet sich (Quelle: imago images/photothek/Symbolbild)

Ein Mädchen meldet sich: In einem Onlineportal der AfD wurden rechtswidrig Daten von Lehrern gesammelt. (Quelle: photothek/Symbolbild/imago images)

Das umstrittene Onlineportal der AfD, in der Schüler Lehrer melden können, sobald sie das politische Neutralitätsgebot verletzen, muss geschlossen werden. Die Partei hat eine Woche Zeit, um dem Verbot nachzukommen.

Der Landesdatenschutzbeauftragte Mecklenburg-Vorpommerns, Heinz Müller, hat das von der AfD betriebene Internetportal "Neutrale Schule" verboten. Aufforderungen an Schüler, Lehrer zu melden, die mutmaßlich gegen das politische Neutralitätsgebot verstoßen, muss der betroffene AfD-Landesverband innerhalb einer Woche von der Seite entfernen, wie Müller erklärte. Ansonsten drohe der AfD ein Zwangsgeld.

"Es darf nicht sein, dass Lehrer durch so ein Portal in ihrer Unterrichtstätigkeit eingeschüchtert werden", erklärte Müller. Es sei Aufgabe der Lehrer, "für die Demokratie, das Grundgesetz und die darin gewährleistete Menschenwürde einzutreten – dabei sollen sie keine Angst haben, von selbsternannten AfD-Aufpassern behelligt zu werden".

Rechtswidrige Sammlung von Daten

Anders als von der AfD angegeben, erhebe die Partei nicht nur die personenbezogenen Daten der Schüler, die eine Meldung verfassen, erklärte Müller. Es würden "ganz gezielt auch die politischen Meinungen der gemeldeten Lehrer" gesammelt. Als besondere Kategorie personenbezogener Daten stehe die politische Meinung jedoch unter besonderem rechtlichen Schutz.

Die Verarbeitung von Daten, aus denen die politische Meinung hervorgeht, sei laut Datenschutzgrundverordnung "grundsätzlich untersagt" und nur in Ausnahmefällen erlaubt. Müller wies darauf hin, dass jeder vom AfD-Landesverband Auskunft verlangen könne, "ob ihn betreffende Daten verarbeitet werden".

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Die AfD hatte das Internetportal Ende August freigeschaltet. Die Partei betreibt ähnliche Portale auch in einigen anderen Bundesländern. Kritiker sehen darin einen "Lehrerpranger".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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