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Warum diese Umweltaktivistin von den Gr├╝nen entt├Ąuscht ist

  • Marianne Max
Von Marianne Max

Aktualisiert am 15.11.2020Lesedauer: 4 Min.
Sandra Overlack, Vorsitzende der Klimaliste in Baden-W├╝rttemberg: Sie sieht Wissenschaft und Zahlen auf ihrer Seite, um das Klima zu retten.
Sandra Overlack, Vorsitzende der Klimaliste in Baden-W├╝rttemberg: Sie sieht Wissenschaft und Zahlen auf ihrer Seite, um das Klima zu retten. (Quelle: Sandra Overlack/T-Online-bilder)
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Die Gr├╝nen gelten als Partei der Klimasch├╝tzer ÔÇô doch manchen jungen Menschen geht das nicht weit genug. Sandra Overlack von der Klimaliste Baden-W├╝rttemberg erkl├Ąrt, was sie st├Ârt.

F├╝r ihre Heimatstadt Rastatt wollte sie den Klimanotstand ausrufen, doch sie stie├č auf taube Ohren. Deshalb gr├╝ndete Sandra Overlack die "Klimaliste Baden-W├╝rttemberg" ÔÇô eine Organisation junger Menschen, denen die Gr├╝nen nicht mehr gr├╝n genug sind. Sie wollen in der Politik umsetzen, was die Klimaaktivisten von "Fridays for Future" auf den Stra├čen fordern.


Junge Aktivistinnen ver├Ąndern die Welt

Shamma Al Mazrui: Die heute 25-J├Ąhrige engagiert sich als Staatsministerin f├╝r die Jugend in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie wurde 2016 zur j├╝ngsten Ministerin der Welt gew├Ąhlt.
Emma Gonzalez: Die Aktivistin k├Ąmpft um strengere Waffengesetze in den USA. 2018 ├╝berlebte sie einen Amoklauf in Parkland, Florida. Ihre Rede auf der Gedenkfeier hat sich schnell verbreitet. Gonzalez gr├╝ndete sie die Organisation "Never Again MSD".
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t-online: Frau Overlack, Sie waren zun├Ąchst bei den Gr├╝nen aktiv. Warum sind Sie schnell wieder ausgetreten?

Ich war nie bei den Gr├╝nen, sondern wenige Wochen bei der Gr├╝nen Jugend in Karlsruhe aktiv. Das jedoch ohne Mitgliedschaft. Auch dort hatte ich aber das Gef├╝hl nicht genug ausrichten zu k├Ânnen. Dann kam einer Gruppe von Klimaaktivisten, darunter eine Freundin, die Idee, in Baden-W├╝rttemberg eine Klimaliste zu gr├╝nden. Die Gr├╝nen sind dort zwar relativ stark, aber offensichtlich ist nicht genug passiert.

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Was meinen Sie konkret? Warum haben die Gr├╝nen Sie verloren?

Da ist eine zu gro├če L├╝cke zwischen der Notwendigkeit des Handelns, begr├╝ndet durch die Wissenschaft, und dem, was die Gr├╝nen machen. Bisher waren die Gr├╝nen die Partei des Klimaschutzes ÔÇô und trotzdem war es nie genug. Ich denke, das ist grunds├Ątzlich einer der Hauptgr├╝nde, weshalb die Gr├╝nen junge W├Ąhlerinnen und W├Ąhler verlieren. Es geht eben um unsere Zukunft.

Gehen die Gr├╝nen beim Klimaschutz zu viele Kompromisse ein?

Mit dem, was die Politik und auch Gr├╝ne in Baden-W├╝rttemberg aktuell tun, werden wir das Pariser Klimaabkommen nicht erreichen. Dabei sagt die Wissenschaft klar, wie es besser geht. Es sind die Klassiker, die gro├čen Dinge, mit denen wir die CO2-Emmissionen senken k├Ânnten: Wir m├╝ssten viel konsequenter werden bei Energiewende, E-Mobilit├Ąt, ├ľPNV-F├Ârderungen. Au├čerdem m├╝ssten wir die M├Âglichkeiten von Solar- und Windkraft viel mehr ausnutzen. Es ist klar: Wir brauchen Klimaneutralit├Ąt bis 2035, wenn wir das Ziel von maximal 1,5 Grad Erderw├Ąrmung einhalten wollen. Mit den bisherigen Klimaschutzgesetzen schaffen wir das nie.

Das ├Ąhnelt sehr den Zielen der Fridays-for-Future-Bewegung. Gibt es etwas, das Ihre Klimaliste abgrenzt?

Die Ziele der Klimaliste und der Fridays-for-Future-Bewegung sind fast deckungsgleich. Wir m├╝ssen uns aber konkreter ├╝berlegen, wie wir unsere Forderungen in den Kommunen und im Bundesland umsetzen. Fridays-for-Future ist und bleibt ├╝berparteilich, die Klimaliste aber soll Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie Klimaaktivisten und -aktivistinnen ins Parlament bringen und damit den Klimaschutz f├Ârdern. Wir sind also zwei verschiedene Organisationen, arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen, aber f├╝r dasselbe Ziel. Personelle ├ťberschneidungen gibt es nat├╝rlich auch.

Die Klimaliste ist eine Organisation, die allen Menschen eine Plattform bieten m├Âchte, um sich f├╝r den Klimaschutz zu engagieren. Ziel der Organisation ist es, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie Klimaaktivisten und -aktivistinnen in Kommunal- und Landesparlamente zu bringen. In Baden-W├╝rttemberg musste die Klimaliste aufgrund des Parteirechts als Partei aufgestellt werden, um im M├Ąrz 2021 zur Landtagswahl anzutreten.

Wie wollen Sie Menschen gewinnen, denen Klimaschutz nicht so wichtig ist, die darin einen Nachteil f├╝r sich sehen oder sogar um ihre Existenz f├╝rchten?

Wir wollen mit diesen Menschen ins Gespr├Ąch kommen. Welche Probleme ergeben sich f├╝r jemanden, der in der Autobranche arbeitet, wenn die Innenst├Ądte autofrei sind? Daf├╝r wollen wir L├Âsungen finden, bei denen aber nicht das Klima und die Erde leiden. Das Ziel ist Klimaneutralit├Ąt und nicht eine Welt, in der es kein einziges Auto mehr gibt. Deshalb m├╝ssen wir die Frage stellen: Wie k├Ânnen wir umstellen?

Ihr seid eine recht junge Partei, mit dem Ziel einen gesunden Planeten f├╝r die nachfolgenden Generationen zu schaffen ÔÇô was sagen Sie der ├Ąlteren Bev├Âlkerung?

Wir unterst├╝tzen nat├╝rlich besonders junge Menschen, auch weil das Durchschnittsalter in Parlamenten bislang recht hoch ist. Dennoch sind bei uns Menschen jeder Altersklasse vertreten. Klimagerechtigkeit ist keine Generationenfrage, sondern eine Frage der Weltanschauung. Es gibt in jeder Altersklasse Menschen, die uns unterst├╝tzen, aber auch welche, die den Klimaschutz nicht f├╝r notwendig halten oder Angst vor wirtschaftlichen Sch├Ąden haben.

Passen Klimaschutz und Wirtschaftswachstum denn zusammen?

Wir schlie├čen Wirtschaftswachstum nicht aus, aber Klimaneutralit├Ąt bis 2035 hat Priorit├Ąt. Das muss ohnehin kein Widerspruch sein. Es gibt mehrere Berechnungen, die zeigen: Wenn wir die Energiewende schaffen, schafft das mehr Arbeitspl├Ątze. Und wenn wir uns um den Klimaschutz nicht k├╝mmern, dann hat Wirtschaft in 100 Jahren auch nicht mehr so viel Chancen.

Baden-W├╝rttembergs Ministerpr├Ąsident Kretschmann warf Ihrer Klimaliste vor, die Gr├╝nen als Partei zu schw├Ąchen, die den Klimaschutz bislang am st├Ąrksten vorangetrieben hat. Was sagen Sie dazu?

Der Gefahr sind wir uns bewusst. Wir haben sehr viel diskutiert, ob wir dieses Risiko eingehen wollen und uns daf├╝r entschieden. Wenn wir die Klimaneutralit├Ąt bis 2035 erreichen wollen, dann m├╝ssen wir viel konsequentere Ma├čnahmen einleiten. Aktuell ist das mit der Regierungsmehrheit der Gr├╝nen in Baden-W├╝rttemberg nicht in Aussicht. Die Leistung, die die Gr├╝nen bisher erbracht haben, ist viel zu weit entfernt von dem, was wissenschaftlich notwendig w├Ąre. Die Chance, dass wir ins Parlament kommen, sehen wir au├čerdem als gro├č genug an, um das Risiko einzugehen.

Also: Attacke auf die Gr├╝nen?

Nein, einholen werden wir sie nicht (lacht). Zun├Ąchst einmal wollen wir die F├╝nf-Prozent-H├╝rde schaffen. Dann k├Ânnen wir die Gr├╝nen vielleicht sogar st├Ąrken. Sie k├Ânnten sich etwas moderater pr├Ąsentieren, weil wir dann die konsequenten Forderungen stellen.

Zum Start Ihrer politischen Laufbahn sind Sie mit einem Ma├čnahmenpaket zum Klimanotstand im Gemeinderat Ihrer Heimat gescheitert. Warum hat Sie das nicht abgeschreckt?

Es hat mich noch weiter motiviert, weil ich die Wissenschaft und die Fakten auf meiner Seite habe. Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann gibt es gar keine Fragen, sondern nur Antworten.

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