Meinung
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Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Das ist die Corona-Trendwende (hoffentlich!)

  • Sven Böll
Von Sven Böll

Aktualisiert am 01.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Alle mal herkommen: Impfzentrum in Osnabrück
Alle mal herkommen: Impfzentrum in Osnabrück (Quelle: /imago-images-bilder)
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es gibt Dinge, die macht man, obwohl einem klar ist, dass sie Quatsch sind. So wie der regelmäßige Blick auf die 14-Tages-Vorschau in der Wetter-App. Prognosen über diesen Zeitraum sind in der Regel unseriös. Aber wenn es draußen so ungemütlich wie derzeit ist, macht der Sinnlos-Check dann doch immer wieder ein wenig Hoffnung. Denn da steht ja: So in einer Woche soll es deutlich milder werden.

Leider verschiebt sich die versprochene Besserung alle 24 Stunden um einen Tag nach hinten. Es wirkt deshalb, als sei die Wetter- mit einer Psychologie-App gekoppelt: Ja, im Moment ist es noch schwierig, aber bald, da wird es besser. Nur nicht den Mut verlieren. Durchhalten.

Dieses Aufmunterungsprogramm erinnert an die ersten Monate des Jahres. Da sagte uns Gesundheitsminister Jens Spahn immer wieder, das mit dem Impfen sei leider, leider noch etwas schwierig. Aber "Zug um Zug, Woche für Woche" gewinne die Kampagne an Fahrt.

Zwischendurch hat er wohl selbst nicht mehr an ein höheres Impftempo geglaubt: Gesundheitsminister Jens Spahn
Zwischendurch hat er wohl selbst nicht mehr an ein höheres Impftempo geglaubt: Gesundheitsminister Jens Spahn (Quelle: /imago-images-bilder)

Die sogenannte Beschleunigung der sogenannten Impfkampagne erfolgte allerdings sehr langsam. Bald glaubte kaum noch jemand, dass jemals Tempo hereinkommt. Noch vor kurzem bezweifelten laut Umfragen fast zwei Drittel der Deutschen, dass die Regierung ihr Versprechen halten kann, bis zum Ende des Sommers allen Willigen auch eine Impfung anzubieten.

Die meisten, so schien es, hatten längst den Glauben an rasche Fortschritte bei der Virusbekämpfung verloren.

Und nun? Wettertechnisch ist gefühlt zwar immer noch März, aber coronatechnisch sind wir beinahe schon im Juli. Es besteht endlich so etwas wie eine berechtigte Hoffnung auf Besserung der Lage. Auch darüber habe ich mich mit meinem Kollegen Marc Krüger unterhalten. Hören Sie doch mal herein:

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Der Stimmungswandel liegt auch an gleich mehreren guten Nachrichten aus dieser Woche:

  • Erstmals wurden an einem Tag mehr als eine Million Dosen verabreicht. In den vergangenen sieben Tagen gab es fast vier Millionen Erstimpfungen. Noch vor einem Monat waren es binnen einer Woche weniger als die Hälfte davon.
  • Auch für Kinder und Jugendliche wird es schneller als gedacht Impfungen geben. Biontech hat eine Zulassung seines Produkts für über Zwölfjährige beantragt. Und auch eine Impfung für Jüngere bereits in wenigen Monaten scheint realistisch.
  • Die Zahl der Neuinfizierten ging zuletzt zurück. Ob sich die Entwicklung verstetigt, ist noch unklar. Aber seit Mitte April steigt zum Glück die Zahl der Todesfälle nicht weiter an. Und auch die Zahl der Intensivpatienten hat sich zuletzt stabilisiert.

Natürlich ist es zu früh, das Ende der Pandemie auszurufen. Aber man muss eine ganze Weile zurückblicken, um eine Woche zu finden, in der es so viele ermutigende Nachrichten gab.

Das ist hoffentlich die Corona-Trendwende.

Und um auch das noch zu sagen: Nein, das Wetter war vor einem Jahr nicht viel besser als derzeit. Ich hatte es selbst anders in Erinnerung, habe aber unter anderem folgende Vorhersage für den 1. Mai 2020 gefunden: "Es wird spürbar kühler und mancherorts wird nicht einmal mehr die Zehn-Grad-Marke erreicht."

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende mit viel frischer Luft und auch ein paar Sonnenstrahlen.

Ihr

Sven Böll
Managing Editor t-online
Twitter: @SvenBoell

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Mit Material von dpa.

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