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"Domestikator": Louvre verbannt Kunstwerk wegen sexueller Anspielung

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Streit um "Domestikator"  

Louvre verbannt Kunstwerk wegen sexueller Anspielung

18.10.2017, 13:43 Uhr | Daniel Fersch, t-online.de

"Domestikator": Louvre verbannt Kunstwerk wegen sexueller Anspielung. Der niederländische Joep van Lieshout vor seiner umstrittenen Skulptur "Domestikator": Das Kunstwerk hat nun vor dem Centre Pompidou eine neue Heimat gefunden. (Quelle: Reuters/Charles Platiau)

Der niederländische Joep van Lieshout vor seiner umstrittenen Skulptur "Domestikator": Das Kunstwerk hat nun vor dem Centre Pompidou eine neue Heimat gefunden. (Quelle: Charles Platiau/Reuters)

Ist die riesige Skulptur "pornografisch" und "zu brutal"? Oder "lustig" und "spirituell"? In Paris ist ein erbitterter Streit um ein Kunstwerk ausgebrochen, das Sex mit Tieren zu zeigen scheint.

Der Pariser Louvre hat die Aufstellung einer Skulptur des niederländischen Künstlers Joep van Lieshout verboten. Der Direktor des weltberühmten Museums, Jean-Luc Martinez, begründete das Veto mit Online-Kommentaren, in denen der zwölf Meter hohe "Domestikator" als "zu brutale Vision" bezeichnet werde. Das Werk könnte von den Besuchern "falsch verstanden" werde, schrieb Martinez nach Angaben der Zeitung "Le Monde" an die Organisatoren der Kunstmesse FIAC.

Skulptur sollte im Park stehen

Im Rahmen der Messe sollte die begehbare Skulptur vor dem Louvre im Schlosspark Jardin des Tuileries aufgestellt werden. Die geometrische Holz-Plastik, in der Besucher auch übernachten können, besteht aus einer menschlichen Figur, die Sex mit einer vierbeinigen Kreatur zu haben scheint.

Der Erschaffer des "Domestikators" bezeichnete die Verbannung seines Werks als "enttäuschend" – nicht nur für ihn persönlich, sondern auch wegen der "Auswirkungen auf die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks". Für ihn symbolisiere die Skulptur die Macht des Menschen über das Tier, die Domestizierung der natürlichen Welt, so van Lieshout. "Ich denke nicht, dass sie besonders sexuell eindeutig ist", sagte er der Agentur Reuters. Im Gegenteil: Er wisse nicht, wie er sie "weniger sexuell machen" könne.

"Auf keinen Fall pornografisch"

In Paris wird van Lieshouts Plastik in den kommenden Tage dennoch zu sehen sein: Nach der Absage des Louvre, gibt das Centre Pompidou dem "Domestikator" auf dem Platz vor seinem Museum Asyl. "Dieses Kunstwerk ist auf keinen Fall pornografisch", sagte Pompidou-Chef Bernard Blistene. Es sei vielmehr "lustig", eine "offensichtliche Anspielung an die Beziehung zwischen Abstraktion und figürlicher Malerei in der holländischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Spirituell? Ja. Obszön? Nein!"

Im Sommer wurde der "Domestikator" sechs Wochen lang in Bochum ausgestellt. (Quelle: Heike Kandalowski/Ruhrtriennale)Im Sommer wurde der "Domestikator" sechs Wochen lang in Bochum ausgestellt. (Quelle: Heike Kandalowski/Ruhrtriennale)

In Bochum wurde der Streit um die Skulptur mit Erstaunen aufgenommen. Dort war der "Domestikator" zuletzt im Rahmen des Kunstfestivals "Ruhrtriennale" drei Sommer lang vor der Jahrhunderthalle ausgestellt. Zehntausende Menschen seien in dieser Zeit an dem "skurrilen Kunstwerk" vorbeigekommen und hätten "gestutzt, gelacht, gegrübelt", schrieb der künstlerische Leiter des Festivals, Johan Simons, in einem offenen Brief an den Louvre. Aber, so Simons: "Nie gab es Protest."

Er frage sich nun, ob die Deutschen wirklich "weniger ängstlich, weniger verklemmt und stattdessen humorvoller" seien als die Franzosen. "Die Ruhrtriennale war stolz auf dieses Kunstwerk", betonte Simons.

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