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So setzten Alliierte den Wohnblockknacker ein

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 26.12.2016Lesedauer: 2 Min.
Ein Foto der in Augsburg entdeckten Luftmine.
Ein Foto der in Augsburg entdeckten Luftmine. (Quelle: /Reuters-bilder)
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Die Fliegerbombe ist entschĂ€rft, 54.000 Augsburger sind in ihre Wohnungen zurĂŒckgekehrt. Der Fall wird allerdings nicht der letzte seiner Art in Deutschland gewesen sein. Noch immer befinden sich viele BlindgĂ€nger im Boden. Die wenigsten sollten jedoch so groß sein wie der Wohnblockknacker von Augsburg.

Bei dem in der bayerischen Stadt entdeckten BlindgĂ€nger handelt es sich um eine britische Luftmine vom Typ HC 4000. Die Bombe wiegt 1,8 Tonnen, hat eine relativ dĂŒnne Außenhaut und enthĂ€lt 1,5 Tonnen reinen Sprengstoff.


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So funktionierte der "Keks"

Die Alliierten im Zweiten Weltkrieg hatten laut Bayerischem Rundfunk allein ĂŒber Augsburg 300 solcher Luftminen abgeworfen. Die Bomben sollten mit ihrer Sprengkraft eine enorme Druckwelle erzeugen und großflĂ€chige Zerstörungen verursachen. Die britische Royal Airforce bezeichnete die HC 4000 verharmlosend als "Cookie" (ĂŒbersetzt: Keks). Besser bekannt ist dieser Minentyp unter dem Namen "Block Buster" beziehungsweise "Wohnblockknacker".

Die Bomben wurden im Krieg eingesetzt, um auf einer FlĂ€che von mehreren Quadratkilometern Fenster und TĂŒren zu zerstören und DĂ€cher abzudecken. Ziel war es, dass die nachfolgenden Flugzeuge mit ihren Brandbomben in den bereits beschĂ€digten HĂ€usern eine noch grĂ¶ĂŸere Zerstörung verursachen können.

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Etwa jede zehnte Bombe ist nicht explodiert

Jahr fĂŒr Jahr bergen Bomben-Spezialisten in Deutschland nach wie vor mehrere Hundert Tonnen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Bis zum Kriegsende vor mehr als sieben Jahrzehnten hatten alliierte Bomber vor allem Industriezentren und Verkehrsknotenpunkte angegriffen. Wie viele BlindgĂ€nger noch im Boden zu finden sind, lĂ€sst sich nicht genau sagen. Über dem damaligen Deutschen Reich wurden wĂ€hrend des gesamten Krieges rund 1,35 Millionen Tonnen Sprengkörper abgeworfen. Experten gehen davon aus, dass rund ein Zehntel der Bomben nicht explodiert ist.

Belastbare Zahlen, wie viele Weltkriegsbomben spĂ€ter noch explodierten beziehungsweise wĂ€hrend oder in den Jahren nach dem Krieg entschĂ€rft oder geborgen wurden, gibt es nicht. Warum Fliegerbomben nicht explodiert sind, kann unterschiedliche GrĂŒnde haben. Manche waren beim Abwurf nicht entsichert, bei anderen gab es technische Defekte. Experten fĂŒr KampfmittelrĂ€umung gehen zum Beispiel davon aus, dass die ZĂŒnder beim Abwurf aus mehreren Tausend Metern Höhe vereisen konnten, so dass die Entsicherung nicht funktionierte. Möglich war auch, dass die Bomben nur am Kopf und am Heck ZĂŒnder hatten, aber quer aufschlugen.

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BlindgĂ€nger werden - wie jetzt auch in Augsburg - oft bei Bauarbeiten entdeckt. Aber auch die Auswertung von historischen Luftbildern und die Angaben von Zeitzeugen fĂŒhren zu entsprechenden Funden.

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