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Kältewelle in den USA: Forscher sagen häufigere Kälteausbrüche vorher

Nicht nur in den USA  

Forscher sagen häufigere Kälteausbrüche vorher

01.02.2019, 14:56 Uhr | dpa

 (Quelle: Reuters)
USA: Extremste Kältewelle seit 20 Jahren

Bis zu -49 Grad Celsius legten am Donnerstag weite Teile des Mittleren Westens lahm und sorgten mittlerweile für 21 Todesfälle.

Bis zu -49 Grad Celsius: Die Kältewelle in den USA legt weite Teile des Mittleren Westens lahm. (Quelle: Reuters)


Große Teile der USA bibbern wegen einer Kältewelle. Deutsche Klimaforscher sagen nun: Kälteausbrüche wird es häufiger geben. Grund ist die Schwäche des sogenannten Polarwirbels.

Klimaforscher rechnen in den kommenden Jahren mit häufigeren Kälteausbrüchen als Folge der Schwäche des Polarwirbels. "Von Zeit zu Zeit kann die arktische Luft, die normalerweise wie eingezäunt auf dem Pol festsitzt, dort ausbrechen und auf die angrenzenden Kontinente wandern", sagte der Leiter des Bereichs Erdsystemanalyse beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Prof. Stefan Rahmstorf. Das passiere vor allem, wenn der sogenannte Polarwirbel schwach sei, zusammenbreche, sich umdrehe oder – wie jetzt – in zwei Teile zerbreche.

Eine Kältewelle hat derzeit weite Teile der USA im Griff, am Donnerstag waren Temperaturen deutlich unter minus 30 Grad Celsius gemessen worden. Bislang starben laut "New York Times" 21 Menschen an den Folgen. Und die seit Tagen anhaltende Kälte soll noch nicht weichen: Der National Weather Service sagt für den Mittleren Westen und den Norden der USA weiterhin lebensgefährliche Kälte voraus. Klirrender Frost verbunden mit teils auffrischendem Wind führe zu Bedingungen, die anfälligen Menschen Probleme bereiten könnten.

Wahrscheinliche Folge der globalen Erwärmung

Solche Kälteausbrüche bezeichnete Forscher Rahmstorf als ungewöhnlich, sie seien nach einer Datenauswertung des PIK aber in den vergangenen Jahrzehnten um ein Mehrfaches häufiger geworden. "Mehrere Studien gehen davon aus, dass das mit der schwindenden Meereisdecke auf dem arktischen Ozean zu tun hat, insbesondere auf der Barents-Kara-See", sagte Rahmstorf. "Die schrumpfende Meereisdecke ist eine Folge der globalen Erwärmung und unserem Treibhausgasausstoß. Die Tatsache, dass der Polarwirbel häufiger und länger instabil wird, ist daher wahrscheinlich auch eine Folge der globalen Erwärmung."

Europa und Asien sind nach Angaben des Wissenschaftlers noch stärker und häufiger von Kaltluftausbrüchen aus der Arktis betroffen. "Hier sieht man sogar seit der Jahrtausendwende eine Serie besonders kalter Winter – allerdings nicht bei uns in Deutschland, aber weiter östlich mit Zentrum Sibirien", sagte Rahmstorf. "Es ist ein Phänomen, das wahrscheinlich durch die globale Erwärmung häufiger auftritt."
 

 
Man müsse jedoch beachten, dass das Ganze im Zusammenhang mit globaler Erwärmung passiere: "Die absoluten Kälterekorde können heute nicht mehr so leicht gebrochen werden, sie brauchen dazu immer stärkere Anomalien der atmosphärischen Zirkulation, je wärmer das Klima wird."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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