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Deutschlandweit Grenzwerte überschritten: Vorsicht vor giftigem Ozon

Hohe Ozonbelastung  

Hitze in Deutschland: Vorsicht vor schädlichem Gas

Von Nathalie Helene Rippich

26.06.2019, 12:59 Uhr
Deutschlandweit Grenzwerte überschritten: Vorsicht vor giftigem Ozon. Ein Jogger rastet: Die Belastung durch Ozon ist in den Nachmittagsstunden am höchsten – körperliche Aktivitäten sollten dann vermieden werden. (Symbolfoto) (Quelle: imago images)

Ein Jogger rastet: Die Belastung durch Ozon ist in den Nachmittagsstunden am höchsten – körperliche Aktivitäten sollten dann vermieden werden. (Symbolfoto) (Quelle: imago images)

Nicht nur die Hitze ist für Herz und Kreislauf eine Gefahr. Ein giftiges Gas kann zusätzlich krank machen: Ozon. Die Grenzwerte werden aktuell fast überall in Deutschland überschritten.

Bedingt durch die extreme Hitze steigt in Deutschland die Ozon-Belastung. Vielerorts wurden die Grenzwerte von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten – teils deutlich. Vor allem in den neuen Bundesländern und Baden-Würtemberg sowie entlang des Rheins und örtlich in Nordrhein-Westfalen: "Dort besonders in den höheren Lagen", sagt Wetterexpertin Stefanie Scharping von der Meteogroup t-online.de.

Das Umweltbundesamt hat eine Karte veröffentlicht, auf der die aktuelle maximale Ozon-Konzentration eingesehen werden kann. Die Daten aus 300 Messtationen werden dort zusammen gefasst, auch Vorhersagen für die Belastung in den beiden Folgetagen sind möglich. Derzeit ist diese für ganz Deutschland im gelben bis dunkelroten Bereich. Die höchsten Ozonwerte im Tagesverlauf treten laut Angaben des Umweltbundesamtes in den Nachmittagsstunden zwischen 14 und 17 Uhr auf. 

Aufenthaltsdauer entscheidend

Eine natürliche Ozonschicht in über 20 Kilometern Höhe schützt die Erde vor schädlicher UV-Strahlung. In Bodennähe wird es bei starker Sonneneinstrahlung durch chemische Prozesse aus Schadstoffen wie etwa Stickoxiden gebildet. Ozon ist ein farbloses und giftiges Gas in der Atmosphäre. Erhöhte Konzentrationen können nach Angaben des Umweltbundesamtes Reizungen der Atemwege, Husten, Atembeschwerden bis hin zu Einschränkungen der Lungenfunktion und Lungenkrankheiten hervorrufen. Auch Kopfschmerzen sind demnach eine Folge.

Eine wichtige Rolle spielt die Aufenthaltsdauer in ozonbelasteter Umgebung. Begleitstoffe des Ozons, die als Sommersmog bezeichnet werden, können demnach außerdem Reizungen an Augen und Schleimhäuten hervorrufen. Da die Ozonbelastung besonders in den Nachmittagsstunden hoch ist, sollten körperliche Aktivitäten auf den Morgen oder Vormittag verlegt werden. Außerdem raten die Experten vom Bundesumweltamt auch dann zu lüften, da die belastete Luft sonst auch in die Wohnräume gelangt.

So lässt sich Ozon vermeiden

Von Mai bis September ist mit erhöhten Werten zu rechnen, allerdings müssen dafür einige Bedingungen erfüllt sein: ein Vorhandensein entsprechender Chemikalien als Vorläuferstoffe, eine intensive Sonneneinstrahlung, eine stabile Schönwetterlage über mehrere Tage und die zur Speicherung des Ozons aus den höheren Luftschichten führen. Überschreitet die Konzentration die Menge von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter, muss die Öffentlichkeit informiert werden. Ab 240 Mikrogramm gelten die Warnungen für alle Menschen.

Während die Ozon-Spitzenwerte seit 1990 deutlich abgenommen haben, nimmt die Belastung im Jahresmittel zu, heißt es vom Umweltbundesamt. Das bis 2020 zu erreichende Ziel – 120 Mikrogramm pro Kubikmeter als 8-Stunden-Mittelwert – werde aktuell flächendeckend in Deutschland verfehlt.
 

 
Jeder einzelne kann etwas zur Verringerung der Ozonbelastung beitragen. So raten die Experten vom Umweltbundesamt etwa zur Nutzung des Fahrrads oder des öffentlichen Personenverkehrs statt des Autos. Außerdem sollten bei Maler- und Renovierungsarbeiten nur lösemittelfreie oder wenigstens lösemittelarme Lacke verwendet werden. Gleiches gilt für Abbeizmittel und Farben. Abgasintensive Maschinen bei der Gartenarbeit sollten demnach so wenig wie möglich eingesetzt werden. Außerdem kann es helfen, den Stromverbrauch zu senken, um Emissionen zu sparen. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • MeteoGroup
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Umweltbundesamt
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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