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Weltkriegsbombe: Evakuierung in Frankfurt am Main hat begonnen

Vor Bombenentschärfung  

Evakuierung in Frankfurt/M. hat begonnen

06.07.2019, 12:03 Uhr | dpa

Weltkriegsbombe: Evakuierung in Frankfurt am Main hat begonnen. Evakuierung in Frankfurt/Main: Zunächst werden Personen in Sicherheit gebracht, die Hilfe benötigen. (Quelle: dpa/Boris Roessler)

Evakuierung in Frankfurt/Main: Zunächst werden Personen in Sicherheit gebracht, die Hilfe benötigen. (Quelle: Boris Roessler/dpa)

Einen Tag vor der geplanten Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Frankfurt am Main haben die Behörden mit den Evakuierungen begonnen. Am Sonntag kommt es in der Großstadt zu massiven Einschränkungen.

In Frankfurt haben die Vorbereitungen für die Entschärfung einer 500 Kilo schweren Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg begonnen. Laut der Feuerwehr wurden am Samstagmorgen die ersten Bewohner aus einem Pflegeheim verlegt, das in dem geplanten Evakuierungsgebiet liegt. Helfer brachten unter anderem 25 Wachkomapatienten in andere Heime und Krankenhäuser. "Die Verlegung ist problemlos angelaufen", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die übrigen rund 16.500 Anwohner in der aus Sicherheitsgründen eingerichteten Sperrzone müssen ihre Wohnungen bis Sonntagmorgen um 8.00 Uhr verlassen. Die eigentliche Entschärfung soll am Sonntagmittag beginnen. Die Feuerwehr hofft, am Sonntag bis 18.00 Uhr das Ende der Sperrungen bekannt geben zu können - immer vorausgesetzt, dass es zu keinen Verzögerungen kommt.

Der Blindgänger war bei Bauarbeiten in der Nähe der Europäischen Zentralbank (EZB) entdeckt worden. Die Evakuierungszone erstreckt sich von dort bis in die Innenstadt und über den Main nach Oberrad. Anwohner, die ihre Wohnungen verlassen müssen, wurden aufgerufen, wichtige persönliche Dokumente mitzunehmen, wie zum Beispiel Personalausweis, Führerschein oder medizinische Unterlagen. Auch wichtige Medikamente sollten unbedingt eingepackt werden.

Einschränkungen im Bahnverkehr

Die Bombenentschärfung hat auch Auswirkungen auf den Regional- und Fernverkehr der Bahn. Es könne zu Verspätungen bis 45 Minuten, Haltausfällen und vereinzelten Zugausfällen kommen, sagte eine Bahnsprecherin. Die Züge würden die gesperrte Region umfahren. Der öffentliche Nahverkehr von Straßenbahnen, U-Bahnen und Bussen im Evakuierungsgebiet soll am Sonntag von 8.00 Uhr an eingestellt werden.

Auch der Zoo, der gleich nördlich des abgesperrten Bereichs liegt, bleibt am Sonntag für Besucher geschlossen. Die Tierpfleger in den Bereichen, die direkt an die Schutzzone angrenzen, würden vormittags noch die Tiere versorgen und sich während der Entschärfung in anderen Zoobereichen aufhalten, sagte eine Sprecherin. Die Tiere in dem betroffenen Zoo-Areal, unter anderem Giraffen, Menschenaffen und Bongos, sollen soweit möglich in den Tierhäusern bleiben.

Menschen, die von der Evakuierung betroffen sind, erhalten am Sonntag freien Eintritt in die städtischen Museen und den Palmengarten. Entsprechende Gutscheine sollten in den kommenden Tagen an die betroffenen Haushalte verschickt werden.

In Frankfurt keine Seltenheit

Die Frankfurter Feuerwehr hat reichlich Erfahrung im Umgang mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. In den vergangenen Jahren gab es wiederholt Bombenentschärfungen, für die Tausende Anwohner ihre Wohnungen verlassen mussten.


Besonders aufwendig war im September 2017 die Evakuierung vor der Entschärfung einer 1,8 Tonnen schweren Bombe: Damals mussten rund 65.000 Frankfurter aus ihren Wohnungen, auch ein Kinderkrankenhaus mit Frühgeborenenstation musste geräumt werden. Für die größte Evakuierungsaktion seit dem Zweiten Weltkrieg waren Tausende Polizisten, Feuerwehrleute und Helfer im Einsatz gewesen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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