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Anklage wegen Mordauftrags: Stadtplan-Erbe Falk vor Gericht

Von dpa
Aktualisiert am 21.08.2019Lesedauer: 3 Min.
Alexander Falk, einer der Erben des gleichnamigen Stadtplan-Verlags, im Gerichtssaal.
Alexander Falk, einer der Erben des gleichnamigen Stadtplan-Verlags, im Gerichtssaal. (Quelle: Arne Dedert./dpa)
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Frankfurt/Main (dpa) - Eine Tonbandaufnahme steht im Mittelpunkt des komplexen Falls. Darauf ist der Hamburger Unternehmer Alexander Falk zu h├Âren, der sich vor dem Frankfurter Landgericht verantworten muss.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem vor, einen Mord in Auftrag gegeben zu haben. Die Aufnahme z├Ąhlt zu ihren Beweismitteln, und zu Prozessbeginn l├Ąsst der Vorsitzende Richter die etwa achtmin├╝tige Audiodatei im Gerichtssaal abspielen.

Entstanden ist sie heimlich im Juni 2010 in einem Restaurant in der t├╝rkischen Metropole Istanbul, zu h├Âren ist orientalische Musik. Falk unterh├Ąlt sich mit anderen M├Ąnnern ├╝ber eine Tat, die einige Monate zuvor in Frankfurt geschehen war, und um die es in dem Prozess geht: Ein Anwalt war von bisher unbekannten T├Ątern mit einem Schuss in den Oberschenkel verletzt worden. Falk sagt, er habe gejubelt, als h├Ątte er einen Elfmeter verwandelt. Das sei "sehr geil" und "genau das richtige Signal" gewesen.

F├╝r die Staatsanwaltschaft beweist dies, dass Falk den Auftrag erteilt habe, den Anwalt zu ermorden. Die Verteidigung dagegen erkl├Ąrt, die Aufnahme sei manipuliert worden, zudem erteile Falk darauf keinen Mordauftrag.

Das Motiv sehen die Ankl├Ąger in einem anderen Verfahren, bei dem es vor dem Hamburger Landgericht um manipulierte Ums├Ątze beim Verkauf von Falks Firma Ision an ein britisches Telekommunikationsunternehmen im Jahr 2000 ging. Der sp├Ąter angeschossene Anwalt bereitete eine Millionenklage gegen den heute 50-J├Ąhrigen vor, der nach dem Verkauf des bekannten Stadtplan-Verlags Falk in Internetunternehmen investiert hatte und zeitweise als einer der 100 reichsten Deutschen galt.

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Falk ergreift am ersten Prozesstag in Frankfurt selbst das Wort, mehr als eine Stunde lang liefert er eine Chronologie der Ereignisse aus seiner Sicht ab. Seit knapp einem Jahr sitzt der 50-J├Ąhrige in Untersuchungshaft. Falk r├Ąumt ein, Datendiebstahl unter anderem bei dem sp├Ąter angeschossenen Anwalt in Auftrag gegeben zu haben. Er habe seine Unschuld in dem Hamburger Verfahren beweisen wollen. Dies ist auf der Aufnahme auch zu h├Âren.

Doch er habe den Anwalt nie tot sehen wollen: "Einen feigen Anschlag in Auftrag zu geben, widerspricht allem, was mir wichtig ist, meiner Erziehung, meinen Werten, meinem Sportsgeist." Falk berichtet ausf├╝hrlich, wie unter anderem die Tonbandaufnahme dazu verwendet worden sei, ihm jahrelang Erpresserbriefe zu schicken und ihn sowie seine Familie zu bedrohen. Auf den Plan getreten sei dabei unter anderem ein Mann, auf dessen Aussage sich die Staatsanwaltschaft ebenfalls st├╝tzt.

Der Mann k├Ânne den im September 2009 in einem Hamburger Restaurant an einen Mittelsmann f├╝r 200.000 Euro Bezahlung erteilten Mordauftrag bezeugen, erkl├Ąrt die Anklagebeh├Ârde. Der Jurist, eine "Bazille", solle "eiskalt gemacht werden", habe Falk dabei gesagt. Motiv seien Habgier und Rachegel├╝ste gewesen. Zudem habe Falk seine Chancen in dem Verfahren verbessern wollen.

Die Verteidigung erkl├Ąrt, der Zeuge sei kriminell und habe f├╝r seine Aussage zwischenzeitlich eine Belohnung von 100.000 Euro kassiert - nachdem er zuvor erfolglos versucht habe, Falk zu erpressen. Dass der Zeuge vorbestraft sei, sei erst bei intensiven Nachforschungen herausgekommen. Das spreche daf├╝r, dass es sich um einen V-Mann handele, sagt Verteidiger Bj├Ârn Gercke.

Die Vernehmung des Zeugen d├╝rfte also zentral f├╝r das Verfahren werden. Die Verteidigung beantragt am Mittwoch, diese vorzuziehen. Falk k├╝ndigt an, erst danach wieder Fragen des Gerichts beantworten zu wollen.

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