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Indiens Polizei tötet MordverdÀchtige - und bekommt Applaus

Von dpa
Aktualisiert am 06.12.2019Lesedauer: 3 Min.
Indische Polizisten bewachen ein Gebiet etwa 50 Kilometer von Hyderabad, in dem vier mutmaßliche Vergewaltiger von der Polizei erschossen wurden.
Indische Polizisten bewachen ein Gebiet etwa 50 Kilometer von Hyderabad, in dem vier mutmaßliche Vergewaltiger von der Polizei erschossen wurden. (Quelle: Mahesh Kumar A/AP/dpa./dpa)
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Neu Delhi (dpa) - Nach der Vergewaltigung und dem Mord an einer jungen Frau in Indien haben Polizisten die mutmaßlichen TĂ€ter erschossen - und sie werden nun als Helden gefeiert.

Die Polizeibehörde berichtete, dass die Ermittler in der Nacht auf Freitag mit den VerdÀchtigen den Tatort begehen wollten. Plötzlich hÀtten die MÀnner versucht, die Waffen der Beamten zu ergreifen und zu fliehen. Die Polizisten hÀtten die MÀnner aufgefordert, sich zu ergeben. Als sie dies nicht getan hÀtten, hÀtten die Polizisten sie erschossen.

Kurz danach ließen zahlreiche Menschen BlĂŒtenblĂ€tter ĂŒber die Beamten rieseln. Der Vater des Opfers dankte den Polizisten und der indischen Regierung, wie er der indischen Nachrichtenagentur ANI sagte. "Die Seele meiner Tochter wird jetzt in Frieden ruhen." Denselben Tenor hatten viele EintrĂ€ge von Menschen, die in sozialen Netzwerken ihre Zustimmung zeigten. Endlich sei Gerechtigkeit geschehen, hieß es etwa.

In den vergangenen Tagen waren in mehreren StĂ€dten Tausende auf die Straße gegangen und hatten ein hartes Vorgehen gegen die VerdĂ€chtigen und mehr Rechte fĂŒr Frauen gefordert. Auch im Parlament wurde emotional diskutiert. Eine Abgeordnete forderte kĂŒrzlich gar, dass die TĂ€ter gelyncht wĂŒrden.

Doch Ă€ußerten auch mehrere Politiker und Aktivisten Bedenken. Die Polizisten hĂ€tten die VerdĂ€chtigen entweder hingerichtet oder sie seien schlicht inkompetent gewesen, schrieb die SĂŒdasien-Chefin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Meenakshi Ganguly, auf Twitter. "Um der Wut der Öffentlichkeit ĂŒber das Versagen des Staates bei sexuellen Übergriffen entgegenzuwirken, machen sich indische Behörden einer neuen Gewalttat schuldig."

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Die Abgeordnete Maneka Gandhi sagte vor Reportern: "Was passiert ist, ist sehr gefÀhrlich. Man kann nicht einfach Menschen töten, wenn man das möchte. Man kann das Gesetz nicht einfach in die eigenen HÀnde nehmen."

Auf diese VerwĂŒrfe sagte ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz nur: "Die Polizei hat ihre Pflicht getan."

Die Wut ist zurzeit groß in Indien. Immer wieder gibt es FĂ€lle von sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder, die auch international BestĂŒrzung auslösen. Zwar wurden in den vergangenen Jahren entsprechende Gesetze verschĂ€rft, aber trotzdem haben viele das GefĂŒhl, dass zu wenig getan wird. GerichtsfĂ€lle dauern oft Jahre.

Und die erwachsenen TĂ€ter etwa, die vor sieben Jahren eine Studentin in einem Bus in Neu Delhi vergewaltigt und so schwer verletzt haben, dass sie starb, wurden zwar zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde aber noch nicht vollstreckt. Diese Woche erst wurde eine junge Frau auf dem Weg zu einer Anhörung ĂŒber ihre mutmaßliche Gruppenvergewaltigung von den mutmaßlichen TĂ€tern angezĂŒndet und lebensgefĂ€hrlich verletzt worden. Einer der verdĂ€chtigen Vergewaltiger sei nur kurz davor gegen Kaution freigelassen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Diese Tat und diejenige mit den inzwischen toten VerdÀchtigen hat Indien besonders schockiert. Die erschossenen MÀnner im Alter zwischen 20 und 30 werden verdÀchtigt, vergangene Woche eine 27 Jahre alte TierÀrztin vergewaltigt und getötet zu haben. Die junge Frau verschwand laut Polizeiangaben bei einer Mautstation nahe der Millionenstadt Hyderabad, wo sie ihren Motorroller geparkt hatte.

Die MĂ€nner hatten der Frau demnach angeboten, bei der Reparatur ihres Rollers zu helfen, dann sollen sie die Frau verschleppt, vergewaltigt und getötet haben. Anschließend sollen sie die Leiche zu einer rund 25 Kilometer entfernten StraßenunterfĂŒhrung gebracht und angezĂŒndet haben.

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