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"Corona-freie" Orte in Deutschland: Hier gibt es keine aktiven Fälle mehr

Interaktive Karte  

Null aktive Fälle: Diese Landkreise gelten aktuell als Corona-frei

24.05.2020, 10:55 Uhr

Kontaktsperren, Hygienemaßnahmen und Ladenschließungen haben Wirkung gezeigt: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 geht bundesweit zurück. In immer mehr Städten und Landkreisen gibt es keine aktiven Fälle mehr. Wir zeigen, welche Landkreise aktuell frei vom Coronavirus sind.

In den meisten deutschen Landkreisen ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 seit Wochen rückläufig. Einige melden sogar über mehrere Tage hinweg keine neuen Fälle mehr. Die Betroffenen, die an Covid-19 erkrankt sind, kurieren sich unterdessen aus. Dadurch sinkt die Zahl der aktiven Fälle zum Teil auf niedrige ein- oder zweistellige Werte.

Unsere interaktive Karte zeigt, welche Landkreise die Coronavirus-Epidemie vorerst erfolgreich eindämmen konnten und wo es immer noch eine hohe Zahl an aktiven Fällen gibt. Die hellblauen Felder markieren Kreise und Städte, in denen die Behörden derzeit von null oder nur einem aktiven Fall ausgehen. Landkreise, aus denen zum aktuellen Zeitpunkt keine Daten vorliegen, werden grau dargestellt. Fahren Sie mit der Maus über die Karte, um die Zahl der aktiven Fälle, der gemeldeten Corona-Fälle insgesamt, der Genesenen und Verstorbenen angezeigt zu bekommen. 

Bitte beachten: Landkreise und gleichnamige kreisfreie Städte werden jeweils gesondert erfasst. Um zum Beispiel die Daten aus der Stadt Schweinfurt aufzurufen, müssen Sie gegebenenfalls in die Karte hineinzoomen, da ansonsten der umliegende Landkreis Schweinfurt angezeigt wird.
Die Daten stammen von den Kreisen und kreisfreien Städten und werden von dem Karlsruher Unternehmen Risklayer GmbH von James Daniell und seinem Team mit Crowdsourcing-Unterstützung zusammengetragen und ständig aktualisiert.

Das sind die Schwachpunkte in der Statistik

Die aktiven Fälle ergeben sich aus der Gesamtzahl der in dem jeweiligen Landkreis gemeldeten Corona-Fälle, abzüglich der Verstorbenen und der Genesenen. Die Zahl der Genesenen wird von den Landkreisen in der Regel geschätzt, da es für sie keine Meldepflicht gibt. Als geheilt gelten Covid-19-Patienten demnach, wenn sie gut zwei Wochen nach Erkrankungsbeginn weder im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit verstorben sind, noch im Krankenhaus behandelt werden müssen. 

Bei der Interpretation der Daten gilt es zu beachten, dass es einen mehrtägigen Meldeverzug gibt: Vom Beginn einer Infektion bis zu ihrem Bekanntwerden und dem Erscheinen in der Statistik vergehen oft ein bis zwei Wochen. 

Außerdem können lediglich die laborbestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 gezählt werden. Das heißt: Wo viel getestet wird, werden auch mehr Fälle entdeckt. Nach wie vor ist davon auszugehen, dass ein Großteil des Infektionsgeschehens unerkannt bleibt. Denn es gibt viele asymptomatische Fälle: Die Betroffenen tragen zwar das Virus in sich und sind ansteckend, zeigen aber keine Symptome. 

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

Die Dunkelziffer bei den aktiven Fällen könnte daher um ein Vielfaches höher liegen. Manche Experten gehen davon aus, dass bisher sechs bis acht mal so viele Menschen an Covid-19 erkrankt sein könnten als bekannt. Trotzdem geben die bekannten aktiven Fälle einen Hinweis darauf, wie hoch die Ansteckungsgefahr in einer Region ist. Dabei spielt natürlich auch die Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte eine Rolle. 

Bund und Länder haben Anfang Mai einen Richtwert herausgegeben. Demnach sei die Lage bei mehr als 50 Neuinfektionen pro Woche und je 100.000 Einwohnern als kritisch zu bewerten. Wo die Obergrenze überschritten wird, können Sie in der unteren Karte nachvollziehen. In den betroffenen Landkreisen werden Lockerungen teilweise zurückgezogen und Gegenmaßnahmen ergriffen. Mehr dazu hier. Die Grafik beruht in diesem Fall auf den Daten des Robert Koch-Instituts, die von den Risklayer-Recherchen abweichen. 

Viele ost- und norddeutsche Regionen waren von der Corona-Krise bislang weniger betroffen als beispielsweise Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Das spiegelt sich auch in der Zahl der aktiven Fälle und der Neuinfektionen wider. Allerdings könnte sich die Lage mit der kommenden Urlaubssaison ändern: Viele Deutsche wollen ihre Ferien im Inland verbringen. Nord- und Ostsee zählen dieses Jahr wohl mit zu den beliebtesten Reisezielen. Volle Hotels und Gastronomiebetriebe könnten die Verbreitung des Virus in den Urlaubsregionen begünstigen. Umso wichtiger ist die Einhaltung von Auflagen. Mehr zum Thema Urlaub in Corona-Zeiten hier

Insgesamt zeichnet sich in Deutschland eine Entspannung der Lage ab. Diese erfreuliche Entwicklung bedeutet aber noch lange keine vollständige Entwarnung. Jetzt geht es vor allem darum, regionale Ausbrüche frühzeitig zu erkennen und zu kontrollieren, um eine Verbreitung zu verhindern. Dazu gehört auch eine Ausweitung der Teststrategie. Experten warnen vor einer zweiten, schlimmeren Welle, wenn es zu zahlreichen gleichzeitig stattfindenden Ausbrüchen in ganz Deutschland kommt. 

Mitarbeit: Cem Özer

Zur Methodik:
t-online.de bezieht die Fallzahlen in den Landkreisen und kreisfreien Städten von der Firma Risklayer. Diese wiederum trägt die Daten im sogenannten Crowdsourcing-Verfahren zusammen. Das heißt, dass Freiwillige die Informationen bei den regionalen Behörden abfragen und in ein gemeinsames Dokument eintragen, wo sie von anderen mehrfach überprüft und verifiziert werden. Als Hauptquelle dienen dabei die jeweiligen Websites der Landkreise und anderer offizieller Stellen.
Die lokalen Behörden melden neue Fälle oft schneller als die Einrichtungen der Länder oder des Bundes und aktualisieren ihre Angaben in unregelmäßigen Abständen. In der Gesamtzahl auf Landes- und Bundesebene kann es in den hier dargestellten Daten aufgrund des Meldeverzugs zu Abweichungen zu den Zahlen des Robert Koch-Instituts oder anderer Landes- und Bundesbehörden kommen.
Um neue Entwicklungen auf Landkreisebene möglichst in Echtzeit wiedergeben zu können, aktualisieren wir unsere Infografik stündlich. Das heißt, sobald Risklayer seine Daten ergänzt, sehen Sie dies auch bei uns. 
Trotzdem können diese Daten nicht das tatsächliche Ausbruchsgeschehen wiedergeben. Dies liegt unter anderem an Faktoren wie der Inkubationszeit, der Zahl der durchgeführten Tests und dem jeweiligen Diagnose- und Meldeverfahren in den Regionen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer bei den Infizierten und bereits Genesenen aus.

Verwendete Quellen:
  • Risklayer

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