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Über 1.000 Infizierte: Behörden haben "null Vertrauen" in Tönnies

Von t-online, joh

Aktualisiert am 20.06.2020Lesedauer: 3 Min.
Proteste vor der Fleischfabrik: Seit Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs demonstrieren Menschen vor der Firma.
Proteste vor der Fleischfabrik: Seit Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs demonstrieren Menschen vor der Firma. (Quelle: Noah Wedel/imago-images-bilder)
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Die Fleischfabrik Tönnies in Gütersloh steht in der Kritik. Über 1.000 Mitarbeiter sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Verhältnis zwischen Kreis und Firma ist inzwischen belastet.

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies sind mittlerweile 1029 Mitarbeiter positiv getestet worden. Dies teilte der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, am Samstag mit. Insgesamt 3127 Befunde lägen vor.

830 positive Tests an einem Tag

Das Verhältnis zwischen dem Kreis Gütersloh und der Firma Tönnies ist unterdessen offenkundig zerrüttet. "Das Vertrauen, das wir in die Firma Tönnies setzen, ist gleich Null. Das muss ich so deutlich sagen", sagte der Leiter des Krisenstabes, Thomas Kuhlbusch. Der Fachbereichsleiter Gesundheit beim Kreis berichtete, dass Tönnies bis Freitag Listen der Beschäftigten geliefert habe, in denen bei 30 Prozent die Adressen gefehlt hätten. Bei Anfragen habe die Firma immer zögerlich reagiert.

Am Freitagabend verschafften sich Mitarbeiter der Kreisverwaltung, deshalb gemeinsam mit Arbeitsschutzbeauftragten Zugang zur Firma Tönnies. "Das war ein Kraftakt, aber ausgesprochen wichtig für die weitere Vorgehensweise", erklärte Landrat Adenauer. Die Firma Tönnies habe sich im Vorfeld wenig kooperativ gezeigt.

Die Firma Tönnies habe im Mai auch lange Zeit das Coronavirus aus dem Betrieb halten können. Aber Kuhlbusch habe auch damals schon deutlich auf das Virus hingewiesen. "Desto verdichteter der Arbeitsbedingungen, desto dünner wird das Eis. Hier ist das Eis gebrochen."

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1.300 Wohnungen in Gütersloh

Nun wisse man, dass es Kreis Gütersloh 1.300 Wohnungen gebe, in denen Mitarbeiter der Firma leben. "Es gibt Sprachbarrieren, deshalb unterstützen uns zehn rumänische und fünf polnische Dolmetscher", sagte Landrat Adenauer.

Auf die Situation ging auch der Krisenstabsleiter noch einmal ein. "Leute sind zum Teil verängstigt. Diejenigen die erkrankt sind können doch in der Regel gar nichts dafür." Es habe Anfeindungen in der Bevölkerung gegeben. "Aber Unterstützung und Solidarität werde jetzt gebraucht."

Das Werk werde vorerst für die nächsten 14 Tage geschlossen bleiben. Ausgehend von einem Infektionsherd in der Abteilung Zerlegung, werde zudem weiter getestet. "Wenn wir mit Tönnies fertig sind, werden wir im nächsten Schritt auf die Subunternehmer gehen", sagte Kuhlbusch. Alle, die im Kreis Gütersloh leben, sollen getestet werden. Auch von den Subunternehmern wolle man sich die Adressenlisten besorgen.

Die Corona-Reihenuntersuchungen auf dem Gelände der Fleischfabrik wurden derweil am Samstag fortgesetzt. Nachdem am Freitag bereits 25 Bundeswehrsoldaten die Maßnahmen unterstützten, wurden am Samstag 40 weitere hinzugeholt. "20 davon helfen bei der Dokumentation und 20 helfen bei der Kontaktpersonennachverfolgung", sagte Bundeswehrsprecher Uwe Kort. Die Kräfte seien mit zehn Fahrzeugen der Bundeswehr unterwegs und würden gemeinsam mit medizinischem Personal und Mitarbeitern des Kreises Gütersloh Unterkünfte abfahren und dort Menschen testen. Laut Kort sprechen die Soldaten osteuropäische Sprachen, um sich mit den Arbeitern verständigen zu können.

Alle Mitarbeiter müssen in Quarantäne

Der Kreis hatte am Freitag verfügt, dass alle rund 6500 Tönnies-Mitarbeiter am Standort Rheda-Wiedenbrück mitsamt allen Haushaltsangehörigen in Quarantäne müssen. Das Land will die Quarantäneanordnung für die Mitarbeiter konsequent durchsetzen. Es werde dazu alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitagabend in Düsseldorf gesagt. "Wir müssen sicherstellen, dass in dieser Situation jeder sich an die Regeln hält." Einen Corona-Ausbruch habe es "in dieser Größe" in NRW bisher nicht gegeben.

Einen regionalen Lockdown hatte Laschet ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Das Infektionsgeschehen könne noch lokalisiert werden. "Sollte sich dies ändern, kann auch ein flächendeckender Lockdown in der Region notwendig werden", hatte Laschet am Freitagabend in Düsseldorf gesagt.

Die Polizei ist auf einen Großeinsatz eingestellt. Bei der Polizei Bielefeld wurde eine sogenannte BAO, eine Besondere Aufbauorganisation gebildet, die mögliche Einsätze landesweit koordiniert. Beamte einer Einsatzhundertschaft verteilten sich am Samstag im Gebiet des Kreises Gütersloh. Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei Bielefeld sollen sie bei Anforderung durch die Ordnungsbehörden unterstützend tätig werden, "beispielsweise wenn Kontrollen durchgeführt werden". Dies war nach ihren Angaben bis zum Mittag noch nicht der Fall. "Wir werden als Polizei nicht eigeninitiativ tätig", sagte die Sprecherin.

Der massenhafte Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück war am Mittwoch bekannt geworden. Bereits im Mai war es auf einem Schlachthof des Konkurrenzunternehmens Westfleisch im Kreis Coesfeld zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Das nordrhein-westfälische Landeskabinett will sich am Sonntag in einer Sondersitzung mit dem Ausbruch bei Tönnies beschäftigen.

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Von Annika Leister, Nicole Sagener
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