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"Waldl├Ąufer von Oppenau": Aus Angst vor Haft geflohen

Von dpa
Aktualisiert am 15.01.2021Lesedauer: 3 Min.
Der Angeklagte Yves R.
Der Angeklagte Yves R. wird von Justizbeamten in den Verhandlungssaal im Landgericht Offenburg gef├╝hrt. (Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa./dpa)
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Offenburg (dpa) - Im Prozess um seine spektakul├Ąre Flucht mit gestohlenen Polizeiwaffen im Schwarzwald hat der als "Waldl├Ąufer von Oppenau" bekannt gewordene Angeklagte ein Gest├Ąndnis abgelegt.

Er habe vier Polizisten entwaffnet und sei dann mit deren Waffen geflohen, hei├čt es in einem Statement, das der 32 Jahre alte Yves R. am Freitag zum Prozessauftakt vor dem Offenburger Landgericht von seinen Anw├Ąlten verlesen lie├č. Er habe aber nie vorgehabt, damit jemanden zu verletzen. Ihn habe die Angst getrieben, verhaftet zu werden: "Ich bin ein freiheitsliebender Mensch", lie├č der Angeklagte erkl├Ąren.

R. ist unter anderem wegen Geiselnahme und gef├Ąhrlicher K├Ârperverletzung angeklagt. Ihm drohen allein wegen Geiselnahme bis zu 15 Jahre Haft. Im Sommer 2020 hatte seine Flucht Polizei und ├ľffentlichkeit tagelang in Atem gehalten. Laut Anklage hatte der damals 31-J├Ąhrige am 12. Juli bei der Kontrolle einer von ihm illegal genutzten Gartenh├╝tte im Schwarzwaldst├Ądtchen Oppenau vier Polizisten entwaffnet. Dem mehrfach vorbestraften R. gelang die Flucht in den Schwarzwald. Ein Gro├čaufgebot der Polizei durchk├Ąmmte die Umgebung mit Hubschraubern, Sp├╝rhunden und Spezialkr├Ąften. Erst f├╝nf Tage nach seinem Entkommen wurde R. unweit von Oppenau festgenommen.

R. beschrieb sich ├╝ber seine Anw├Ąlte als "Outdoorfreak". Er habe sich in einer Lebenskrise befunden und beschlossen, eine Wanderung durch Deutschland zu machen. Eine Art Probelauf habe er im Oppenauer Wald gemacht: Zun├Ąchst habe er sein Lager unter freiem Himmel aufgeschlagen, anschlie├čend in der Gartenh├╝tte, wo er einige Male ├╝bernachtet habe, bevor er von der Polizei kontrolliert worden sei.

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Bei der Kontrolle sei die Situation eskaliert, auch weil einer der vier Beamten herablassend und provozierend aufgetreten sei. "Der Tonfall war meines Erachtens v├Âllig unangemessen", lie├č R. verk├╝nden. Als dieser Beamte ihn habe abtasten wollen, habe er den Eindruck gewonnen, dass er verhaftet werden sollte. Daraufhin habe er "reflexartig" seine Schreckschusswaffe gezogen und diese auf den Beamten gerichtet. Dass alle vier Beamten daraufhin ihre Waffen abgaben und sich entfernten, habe ihn selbst ├╝berrascht, gab R. an.

Mit den Waffen und etwas Ausr├╝stung habe er die Flucht ergriffen - aus Angst, dass die Polizisten zur├╝ckkommen und auf ihn schie├čen k├Ânnten. "W├Ąhrend der Flucht gab es keinen richtigen Plan", verlasen seine Anw├Ąlte. Von der Dimension der Suchaktion habe R. nicht alles mitbekommen. Nach einiger Zeit sei er hungrig und dehydriert gewesen. Schlie├člich habe er sich nahe Oppenau einem Postboten gezeigt. Es sei ihm klar gewesen, dass dieser die Polizei verst├Ąndigen werde. "Ich wollte einfach nur, dass es aufh├Ârt."

SEK-Beamte umstellten R. schlie├člich in einem Geb├╝sch an einem Steilhang, wie auch auf einem Video von der Festnahme zu sehen ist, das vor Gericht gezeigt wurde. Aufgeben sei f├╝r ihn nicht infrage gekommen, lie├č R. seine Anw├Ąlte vorlesen. Er habe gehofft, erschossen zu werden, weil er nicht ins Gef├Ąngnis habe gehen wollen.

Auf den Filmaufnahmen ist zu sehen, dass daraufhin mit einem Taser auf R. geschossen wurde. R. griff nach einem Beil und schlug um sich, wobei er einen Beamten am Fu├č traf. Dann wurde R. ├╝berw├Ąltigt und aus dem Geb├╝sch gezogen. Dass er den SEK-Beamten verletzt habe, tue ihm leid, lie├č R. verlesen. Der Beamte ist nach Aussage eines als Zeuge geladenen Polizisten immer noch dienstunf├Ąhig. Ein Urteil in dem Verfahren k├Ânnte am 19. Februar fallen.

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